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Der Moment, als Amerika abgehängt wurde

Der Moment, als Amerika abgehängt wurde
Der Moment, als Amerika abgehängt wurde
07/2020
Jules Kortenhorst
Project Syndicate

@ Feedback an Redaktion

Mit ihrer Politik gegen die unmittelbaren Folgen von COVID-19 treffen die Regierungen in aller Welt Entscheidungen, die auch die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Länder in den kommenden Jahrzehnten beeinflussen.

03.07.2020 | 13:55 Uhr

Werden die Stimulus- und Wiederaufbauprogramme richtig eingesetzt, können Länder und Regionen von den Vorteilen zukunftsfähiger Industrien profitieren.

Die Europäische Union positioniert sich bereits, um mit dem Europäischen Grünen Deal in Führung zu gehen. Und China wird unweigerlich darauf aufbauen, dass es vor der Pandemie Marktführer bei der Solarenergie, elektrischen Fahrzeugen und Batterien war. Die Vereinigten Staaten hingegen laufen immer stärker Gefahr, abgehängt zu werden.

Der Europäische Grüne Deal ist das perfekte Modell für Stimulus- und Wiederaufbaupakete, die sofortige und langfristige wirtschaftliche Vorteile bieten. Kurzfristig werden die damit verbundenen Investitionen viele hochbezahlte Jobs in der Infrastruktur für saubere Energien schaffen – und die Installation weiterer Wind- und Solaranlagen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Wasserstoffproduktionsanlagen und Programme zur energetischen Sanierung von Gebäuden finanzieren.

Besser noch, langfristig werden all diese Investitionen – neben vielen anderen Vorteilen ؘ– zu geringeren Energiekosten, widerstandsfähigeren Energiesystemen und einer gesünderen Bevölkerung beitragen. Die Kosten für saubere Energietechnik sind schnell gefallen und folgen prognostizierbaren Lernkurven. Mit der Zeit werden diese Technologien noch billiger werden und sich schnell großflächig verbreiten.

Da Europa diese Vorteile erkennt, stellt es bereits jetzt Milliarden von Euro bereit, um Solarfarmen auf der Iberischen Halbinsel und Offshore-Windparks in der Nordsee zu bauen. Europäische Unternehmen wie Vestas, Siemens Gamesa und andere werden die Arbeit tun. Und diese zusätzlichen Quellen billiger, erneuerbarer Elektrizität werden dann dazu verwendet, den Wasserstoff herzustellen, der zukünftig die Schwerindustrie antreibt. Indem er 40 Milliarden Euro für die Investition in die Infrastruktur von Wasserstoff vorsieht, zielt der Europäische Grüne Deal darauf ab, dass die Schifffahrt, die Stahlproduktion und andere Industriebereiche mit sauberen Brennstoffen arbeiten.

Außerdem hat die EU Wiederaufbaufonds aufgelegt, um zwei Millionen Ladestationen für Elektro- und Wasserstoffautos einzurichten und damit die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu schaffen, die von Unternehmen wie Volkswagen, Mercedes oder Renault regional gebaut werden können. So und auf andere Weise unternimmt Europa bedeutsame Schritte, um im Bereich der grünen Technologien mit China Schritt halten zu können.

Würde China allerdings dem Vorbild des Europäischen Grünen Deal folgen und selbst ein Stimulus- und Wiederaufbaupaket einführen, könnte das Land seinen Wettbewerbsvorteil auf andere Formen der Erneuerbaren Energien, der Elektromobilität und der Wasserstoffwirtschaft ausweiten. Wie in Europa könnten Investitionen in grüne Infrastruktur kurzfristig Millionen guter Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig langfristig die Luftverschmutzung und die Treibhausgasemissionen verringern oder begrenzen – selbst bei wachsender chinesischer Wirtschaft. Die saubere Luft, die ruhigen Straßen und die klare Sicht, die ungewollte Nebenprodukte der Pandemie waren, könnten mit saubereren Energie- und Transportformen dauerhaft gemacht werden.

Auch wenn die Bundesregierung der USA einige notwendige Schritte zur Milderung des kurzfristigen Zusammenbruchs der Wirtschaft unternommen hat, haben die Politiker dort kaum über die Zukunft nachgedacht. Daher werden dort so viele der schmutzigen Industrien der Vergangenheit gerettet.

Vor zehn Jahren wurde allgemein angenommen, dass die Zukunft der Energie in Amerika läge, da die USA mithilfe der Ausbeutung ihrer massiven Reserven von Schieferöl und -gas durch hydraulische Extraktion (Fracking) ihre „Energieunabhängigkeit“ erklärten. Aber diese Industrien befinden sich nun im strukturellen Rückgang. Die Kostenkurven sind eindeutig: Fossile Brennstoffe können mit billigeren, effizienteren und saubereren Energielösungen nicht mithalten. Gleichzeitig werden Elektrofahrzeuge stetig billiger und verlässlicher als Verbrennungsmotoren, und Wasserstoff wird für die immer kohlenstoffärmere Schwerindustrie zum Energieträger der Zukunft.

Wenn ich sehe, wie US-Präsident Donald Trumps Regierung versucht, Arbeitsplätze im Kohlebergbau zu retten, fühle ich mich an meinen ersten Job nach der Hochschule erinnert, als ich in einer Schreibmaschinenfabrik im Süden der Niederlande arbeitete. Stellen wir uns vor, die niederländische Regierung hätte aus irgendeinem Grund entschieden, diese Fabrik zu retten, als in den 1980ern und 1990ern die Personalcomputer auf den Markt kamen. Sie hätte nicht in eine zukunftsfähige Industrie investiert, sondern in ein Museum.

Während die Arbeitsplätze in der fossilen Energiebranche verloren gehen, werden umso mehr neue Jobs entstehen, um Windturbinen und Batterien zu produzieren, Solarmodule zu installieren, Elektrofahrzeuge zu bauen, Gebäude zu sanieren und so weiter. Die Welt befindet sich im Übergang zu sauberen Energien, und die Länder, die auf die Technologien der Vergangenheit setzen, graben sich ihr eigenes wirtschaftliches Grab.

Eine gemeinsame Industriepolitik zum Aufbau einer sauberen Energieinfrastruktur wird sehr viel Gutes bewirken – nicht nur für die Menschen und den Planeten, sondern auch für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und den zukünftigen Wohlstand der Länder. Europa und China haben dies verstanden und sind dabei, in den kommenden Jahrzehnten zu Weltmarktführern zu werden. Sie nutzen ihre Wiederaufbauprogramme aktiv dazu, diesen historischen Wandel zu beschleunigen. Insbesondere in Europa werden zukünftige Generationen die heutigen Politiker dafür bewundern, dass sie Arbeitsplätze schaffen, die Luftverschmutzung verringern und für Jahrzehnte eine wettbewerbsfähige wirtschaftliche Ausgangsposition schaffen. In den USA sieht dies etwas anders aus.

Jules Kortenhorst ist CEO des Rocky Mountain Institute
Jules Kortenhorst ist CEO des Rocky Mountain Institute
Jules Kortenhorst ist CEO des Rocky Mountain Institute

Jules Kortenhorst ist CEO des Rocky Mountain Institute.

Copyright: Project Syndicate 1995–2020

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