• DAX----
  • ES50----
  • US30----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----

Midterms: Stillstand im Kongress, Rückenwind für Aktien

USA im Wahlfieber
Aktien

Politische Unsicherheit gilt an der Börse als Gift. Die Midterms am 3. November liefern davon reichlich. Doch ausgerechnet nach Zwischenwahlen begannen oft gute Zeiten für Aktien.

02.11.2026 | 13:45 Uhr

Seit 1928 legte der S&P 500 in den zwölf Monaten danach im Schnitt um 12,4 Prozent zu, mehr als doppelt so viel wie nach Präsidentschaftswahlen. Verlor der Präsident seine Mehrheit im Repräsentantenhaus, fiel das Plus sogar noch höher aus.

Für seine Analyse untersuchte Sebastian Dörr, wie sich der US-Leitindex S&P 500 in den 252 Handelstagen ab November entwickelte, also über ein volles Börsenjahr. Der Kapitalmarktstratege vom Family Office HQ Trust wertete dafür den Zeitraum von 1928 bis 2025 aus. Er unterschied zwischen Jahren mit Präsidentschaftswahl, Jahren mit Zwischenwahlen, den sogenannten Midterms, und Jahren ohne Wahl.

Im zweiten Schritt konzentrierte sich Sebastian Dörr auf die Midterm-Jahre und teilte sie danach auf, ob der amtierende Präsident seine Mehrheit im Repräsentantenhaus behielt oder verlor. Den Senat ließ er bewusst außen vor. Für eine politische Blockade genügt bereits der Verlust des Hauses. Zudem kam es in den vergangenen 100 Jahren nie vor, dass ein Präsident bei Zwischenwahlen den Senat verlor, seine Partei aber die Mehrheit im Repräsentantenhaus behielt.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • „Midterm-Jahre waren historisch besonders gute Börsenjahre. Seit 1928 legte der S&P 500 in den 252 Handelstagen nach einer Zwischenwahl im Mittel um 12,4 Prozent zu.“
  • „Nach Präsidentschaftswahlen waren es nur 5,8 Prozent. In Jahren ohne Wahl kam der Index im selben Zeitfenster auf durchschnittlich 3,5 Prozent. Die zwölf Monate nach den Midterms waren damit die mit Abstand stärksten.“

Verlor der Präsident die Mehrheit, verlief das Jahr noch besser

  • „Den höchsten Zuwachs gab es, wenn der Präsident seine Mehrheit im Repräsentantenhaus verlor. In diesen Fällen stieg der S&P 500 in den folgenden 252 Handelstagen durchschnittlich um 13,0 Prozent. Behielt er die Mehrheit, waren es immerhin 11,4 Prozent.“
  • „Nach einem Mehrheitsverlust verlief die Entwicklung zudem ruhiger. Am unteren Rand der Bandbreite büßte der Index zeitweise rund 10 Prozent ein, nach einem Jahr lag selbst dieser Rand knapp im Plus.“
  • „Behielt der Präsident seine Mehrheit, war die Spannweite erheblich. Am unteren Rand rutschte der S&P 500 zeitweise um bis zu 30 Prozent ab, am oberen Rand stieg er um mehr als 30 Prozent.“

    Midterms
    Midterms

    Was Anlegerinnen und Anleger aus der Analyse mitnehmen sollten

    • „In den kommenden Tagen dürften politische Schlagzeilen rund um die Midterms für Aufmerksamkeit sorgen. Anleger sollten ihre Aktienquote davon aber nicht vorschnell abhängig machen.“
    • „Wie immer gilt, dass die Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft ist. Wer wegen der Midterms über einen Ausstieg aus Aktien nachdenkt, findet in den Daten dafür aber kaum Argumente.“
    • „Ausgerechnet der Machtverlust des Präsidenten, den manche Investoren als Risiko sehen, ging historisch mit stabileren Märkten einher.“
    • „Behielt der Präsident seine Mehrheit, war das Ergebnis im Mittel ebenfalls positiv. Die möglichen Verläufe lagen aber weiter auseinander. Ein breit gestreutes Portfolio hilft, solche Ausschläge auszuhalten.“
    • „Über das Börsenjahr entscheiden am Ende viele Faktoren, etwa Unternehmensgewinne oder Zinsen. Eine Wahl kann für Schwankungen sorgen, die Richtung gibt sie selten vor.“ (pg)

    Diesen Beitrag teilen: