• DAX----
  • ES50----
  • US30----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----

Weltspartag 2026: Sparziel fest im Blick

Marija Kolak, Präsidentin des BVR
Sparen

Die Sparlücke in Deutschland ist deutlich kleiner geworden. Laut einer Analyse des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) legen die Menschen inzwischen durchschnittlich rund 200 Euro im Monat zurück. Um ihre persönlichen Sparziele zu erreichen, halten sie allerdings 275 Euro für notwendig. Besonders junge Menschen sparen bereits regelmäßig.

29.10.2026 | 11:00 Uhr

Die Menschen in Deutschland kommen ihren Sparzielen wieder näher. Die Differenz zwischen dem Betrag, den sie monatlich tatsächlich sparen, und der Summe, die sie für notwendig halten, ist innerhalb eines Jahres um mehr als ein Viertel gesunken. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zum Weltspartag 2026 hervor. Demnach sparen die Deutschen derzeit durchschnittlich rund 200 Euro im Monat. Um ihre persönlichen Sparziele zu erreichen, halten sie nach eigener Einschätzung etwa 275 Euro für erforderlich. Daraus ergibt sich eine monatliche Sparlücke von rund 75 Euro. Im Vorjahr hatte sie noch bei mehr als 100 Euro gelegen. Die Entwicklung hat zwei Gründe: Die tatsächlich gesparten Beträge sind leicht gestiegen, während die als notwendig erachteten Sparsummen etwas zurückgegangen sind. 

Bild
Bild

Sparquote bleibt 2026 bei 10,1 Prozent

Trotz der verbesserten Annäherung an die persönlichen Sparziele bleibt die gesamtwirtschaftliche Sparquote weitgehend stabil. Für 2026 erwartet der BVR eine Quote von 10,1 Prozent. Sie gibt an, welchen Anteil ihres verfügbaren Einkommens private Haushalte sparen. Für 2027 rechnet der Verband mit einem leichten Anstieg. „Regelmäßiges Sparen ist die Grundlage für finanzielle Sicherheit und langfristigen Vermögensaufbau“, sagt Marija Kolak, Präsidentin des BVR. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken begleiteten rund 30 Millionen Kundinnen und Kunden dabei, Rücklagen zu bilden und finanzielle Ziele zu erreichen.

Der Weltspartag erinnere daran, wie wichtig es sei, frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen. Die Ergebnisse beruhen unter anderem auf einer repräsentativen Befragung von Kantar im Auftrag des BVR. Dabei wurden die tatsächlichen Sparbeträge den von den Befragten als notwendig eingeschätzten Summen gegenübergestellt.

Bild
Bild

Junge Menschen sparen bereits regelmäßig

Auch bei jüngeren Menschen hat das Sparen einen hohen Stellenwert. Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren legen der Befragung zufolge durchschnittlich rund 100 Euro im Monat zurück. Bei den 20- bis 29-Jährigen steigt der Betrag auf gut 210 Euro. Für den BVR sind diese Ergebnisse ein Hinweis darauf, dass junge Menschen bereits früh mit dem Aufbau finanzieller Rücklagen beginnen. Ein langer Anlagehorizont bietet ihnen die Möglichkeit, über viele Jahre Vermögen aufzubauen und sich auf spätere finanzielle Herausforderungen vorzubereiten.

„Junge Menschen haben beim Vermögensaufbau einen großen Vorteil: Zeit“, betont Kolak. Wer früh beginne und regelmäßig spare, könne auch mit überschaubaren Beträgen langfristig ein beachtliches Vermögen aufbauen. Dabei kommt es nicht allein auf die Höhe der monatlichen Sparrate an. Auch die Regelmäßigkeit der Einzahlungen und – bei einer langfristigen Geldanlage – die erzielte Rendite beeinflussen, wie sich das Vermögen entwickelt. Kapitalmarktanlagen bieten Renditechancen, sind allerdings auch mit Risiken und möglichen Verlusten verbunden.

Bild
Bild

BVR will Frühstart-Rente mit Altersvorsorgedepot verbinden

Aus Sicht des BVR sollten junge Menschen möglichst früh an die kapitalgedeckte Altersvorsorge herangeführt werden. Ein Ansatzpunkt ist die geplante Frühstart-Rente, mit der Kinder und Jugendliche frühzeitig beim Aufbau einer späteren Altersvorsorge unterstützt werden sollen. Der Verband plädiert dafür, die Frühstart-Rente so auszugestalten, dass die geförderte Vorsorge nach dem 18. Geburtstag unkompliziert in einem Altersvorsorgedepot fortgeführt werden kann. Junge Erwachsene sollten die Möglichkeit erhalten, die staatlich unterstützte Vorsorge durch eigene Beiträge zu ergänzen. „Die Frühstart-Rente kann hierfür einen wichtigen Impuls geben“, sagt Kolak. Entscheidend sei, dass junge Menschen diesen Weg anschließend einfach und unkompliziert fortsetzen könnten – etwa über ein transparentes und verständliches Altersvorsorgedepot. Damit verbindet der BVR die Ergebnisse zum Sparverhalten mit einer grundsätzlichen Forderung an die Altersvorsorgepolitik: Frühzeitiges Sparen soll nicht nur den Aufbau kurzfristiger Rücklagen unterstützen, sondern auch den langfristigen Vermögensaufbau und die private Altersvorsorge stärken.

Weltspartag: Sparziele bleiben eine Herausforderung

Die kleinere Sparlücke ist ein positives Signal. Dennoch zeigt der Abstand zwischen den durchschnittlich gesparten 200 Euro und den als notwendig angesehenen 275 Euro, dass viele Menschen ihre eigenen Sparziele weiterhin nicht vollständig erreichen. Der Weltspartag bietet damit Anlass, die eigene Finanzplanung zu überprüfen: Welche Rücklagen sind für unvorhergesehene Ausgaben nötig? Wie viel lässt sich regelmäßig sparen? Und welcher Teil des Vermögens kommt für eine langfristige Anlage infrage?

Die BVR-Analyse zeigt, dass Sparen in Deutschland weiterhin einen hohen Stellenwert besitzt. Die Herausforderung besteht darin, aus regelmäßigen Einzahlungen eine tragfähige finanzielle Reserve und langfristig ein ausreichendes Vermögen für unterschiedliche Lebensphasen aufzubauen. (jk)

Diesen Beitrag teilen: