Gesunde Ernährung, strengere Regeln, stabile Erträge: DPAM sieht Chancen entlang der gesamten Lebensmittelkette

Thomas Meyer, Country Head Germany von DPAM AM
Portfolio

Die globale Agrar- und Lebensmittelbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Verbraucher und Regulierer rücken gesunde Ernährung in den Mittelpunkt, der Klimawandel verteuert den Anbau, und die Weltbevölkerung wächst weiter.

05.10.2026 | 05:25 Uhr

Für Anleger ergeben sich daraus nach Einschätzung von Degroof Petercam Asset Management (DPAM) attraktive Chancen – vor allem bei Unternehmen, die von strukturellen Trends profitieren, statt von schwankenden Rohstoffpreisen abhängig zu sein.

Neue Rezepturen: Zulieferer als Gewinner

Die Diskussion um stark verarbeitete Lebensmittel („ultra-processed foods“) und politische Initiativen wie die US-Bewegung „Make America Healthy Again“ (MAHA) erhöhen den Druck auf die Hersteller, ihre Produkte gesünder und natürlicher zu gestalten. Künstliche Aromen, Farbstoffe oder Maissirup geraten zunehmend in die Kritik. Gefragt sind natürliche Inhaltsstoffe und „Clean Label“-Produkte.

„In einigen Fällen werden die Rezepturen geändert und Inhaltsstoffe neu gewichtet. Davon profitieren Zulieferer“, sagt Thomas Meyer, Country Head Germany bei DPAM. Dazu zählen etwa Anbieter von Spezialzutaten, natürlichen Farb- und Aromastoffen oder Enzym- und Fermentationslösungen.

Mit der zunehmenden Regulierung der Branche – von strengeren Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit bis zu verschärften Kennzeichnungsstandards – dürfte sich dieser Trend weiter verstärken. „Das Hauptaugenmerk der Branche liegt auf dem Aspekt gesunde Ernährung. Insbesondere in den Schwellenländern wird versucht, die Lieferketten zu verbessern und widerstandsfähigeres Saatgut zu produzieren“, erläutert Meyer. „Wir erwarten daher, dass einige Unternehmen von der strengeren Regulierung der Lebensmittelindustrie profitieren werden.“

Lebensmittelaktien mit Pufferfunktion

Auch aus Sicht der Portfoliokonstruktion hält DPAM den Sektor für interessant. „Die Aktien der Lebensmittelfirmen liegen zwar unter der Performance des Gesamtmarktes, aber sie können als Puffer dienen, denn die Erträge sind stabil und die Margen können verteidigt werden“, so Meyer. „Insgesamt zeigt die Branche zudem eine gute Dividendenrendite.“

Kurzfristig belasten allerdings Wetterextreme die Agrarmärkte. „Aktuell sehen wir Naturphänomene mit Rückkopplungseffekten. Wenn El Niño vorbei sein wird, erwarten wir hier eine Entspannung“, sagt Meyer. Nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA ist El Niño derzeit aktiv und dürfte sich im Herbst und Winter 2026/27 noch verstärken.

Strukturelle Treiber: Nachfrage, Nachhaltigkeit, Angebot

DPAM setzt auf drei langfristige Treiber des Agrar- und Lebensmittelsektors:

  • Nachfrage: Wachstum der Weltbevölkerung, eine wachsende Mittelschicht in Schwellenländern, die Industrialisierung der Proteinproduktion und eine steigende Nachfrage nach Gesundheits- und Wellnessprodukten.
  • Nachhaltigkeit: Lebensmittelverschwendung und Ernährungssicherheit, Tier- und Menschengesundheit sowie die Umweltauswirkungen der Produktion.
  • Angebot: Die Ackerflächen wachsen kaum, während die Produktion jedes Jahr steigen muss – und die Produktivität ist in den meisten Regionen noch niedrig.

Hinzu kommen weitere Chancen: Ernährungssicherheit und Selbstversorgung werden insbesondere in Europa zum politischen Thema. Präzisionslandwirtschaft setzt sich weiter durch, höhere Biokraftstoffquoten stützen die Nachfrage nach Pflanzenölen und die Zulassung der Genom-Editierung in Europa dürfte die Saatgutentwicklung erheblich beschleunigen. Und damit die Anpassung von Nutzpflanzen an den Klimawandel.

Aus Sicht von DPAM sind Aktien das bevorzugte Instrument: Bei börsennotierten Unternehmen haben die Fondsmanager die Möglichkeit in weniger von Rohstoffpreisen abhängige Unternehmen zu investieren und stärker von strukturellen Trends profitieren. Im Fokus stehen Unternehmen mit starker Technologieposition – etwa bei Saatgut, Lebens- und Futtermitteln – sowie Produzenten mit niedrigen Kosten und starken Cashflows.

Innovation als Werttreiber

Wie Innovation und Nachhaltigkeit zusammengehen, zeigt beispielhaft DSM-Firmenich, eine der größten Positionen im Fonds: Das Futtermitteladditiv Bovaer reduziert die Methanemissionen von Kühen um rund 30 Prozent. Aus natürlichen Algen gewonnene Omega-3-Lösungen ersetzen je Kilogramm Produkt rund 60 Kilogramm Wildfang. Zu den langfristigen strukturellen Gewinnern zählt das Fondsmanagement unter anderem John Deere, CF Industries, Darling Ingredients, Tomra, Robertet, Bakkafrost und Lotus Bakeries. Mittelfristige Chancen sieht es etwa bei Sensient, BellRing Brands und Yakult. Neu ins Portfolio aufgenommen wurden zuletzt unter anderem der japanische Saatguthersteller Sakata Seed und Sensient Technologies, ein Anbieter natürlicher Farb- und Aromastoffe.

Risiken sieht DPAM vor allem in zunehmend volatilen Wettermustern sowie in möglichen Auswirkungen von GLP-1-Abnehmmedikamenten auf den Lebensmittelkonsum. Der Fokus auf stark verarbeitete Lebensmittel kann zudem einzelne Kategorien belasten – etwa verarbeitetes Fleisch, pflanzliche Fleischalternativen, zuckerhaltige Snacks oder Brotaufstriche.

Marketing-Mitteilung.
Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind allgemeiner Natur und stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen sind mit Risiken verbunden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Alle in diesem Dokument enthaltenen Meinungen spiegeln die Situation zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Änderungen der Marktbedingungen können dazu führen, dass die hierin enthaltenen Meinungen und Aussagen ungültig werden.

Diesen Beitrag teilen: