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Die Natur ist unser bestes Mittel gegen Viren

Die Natur ist unser bestes Mittel gegen Viren
Die Natur ist unser bestes Mittel gegen Viren
07/2020
Enric Sala
Project Syndicate

@ Feedback an Redaktion

Die Seychellen, eine Kette von 115 grünen Felsinseln im Indischen Ozean, haben kürzlich mitten in der Coronapandemie bekanntgegeben, dass sie 30% ihrer funkelnden türkisblauen Gewässer vor gewerblicher Nutzung schützen würden.

14.07.2020 | 08:00 Uhr

Vom Schutz dieser etwa 410.000 km2 Meer wird die Tierwelt am Land und im Wasser profitieren, die etwa 100.000 Riesenschildkröten und einige der letzten ursprünglichen Korallenriffe der Welt umfasst. Doch wird die Einrichtung der neuen Meeresschutzgebiete – die durch eine innovative Vereinbarung zur Schuldenumwandlung ermöglicht wurde – nicht nur diesen Arten helfen, sondern zudem Gesundheit, Wohlbefinden und Wohlstand der Seycheller fördern, deren Bevölkerungszahl bei unter 100.000 liegt, aber die jährlich mehr als 350.000 Besucher bei sich begrüßen.

Das Land, das derzeit nur eine Handvoll pandemiebedingt dort gestrandeter Touristen beherbergt, befindet sich im Lockdown, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Präsident Danny Faures Entscheidung, die Schutzbemühungen trotz des Gesundheitsnotstands voranzutreiben, mit dem sein Land derzeit zu tun hat, ist eine eindringliche Mahnung über die Bedeutung der Natur für das körperliche und wirtschaftliche Wohl der Menschen – und nicht nur auf den Seychellen.

Die menschlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der rapiden, verheerenden weltweiten Ausbreitung des Coronavirus werden noch Jahre andauern. Und angesichts der sich noch immer entfaltenden Pandemie besteht die dringendste Priorität darin, die unmittelbar von dem Virus und den damit verbundenen Härten betroffenen Menschen zu unterstützen.

Doch hat uns diese Pandemie zugleich einen beispiellosen, bezwingenden Beweis geliefert, wie eng unser Schicksal mit dem Zustand der natürlichen Welt verknüpft ist. Und derzeit ist unsere Beziehung zur Natur gestört. Wir holzen Wälder ab, überweiden Steppen, errichten Häfen und Straßen und bauen in raschem Tempo unsere Städte aus, und haben dabei zahllose natürliche Lebensräume zerstört. Zugleich handeln wir weltweit mit Wildtieren und transportieren dabei häufige ebenso wie gefährdete Arten weltweit, als handele es sich um unbelebte Güter.

All dies bringt uns in engeren und häufigeren Kontakt mit Viren, die vom Tier auf den Menschen übergreifen können, darunter dem Coronavirus COVID-19 und Dutzenden anderer tödlicher und degenerativer Krankheiten wie HIV, Ebola usw. Zugleich verursacht unsere Schädigung der Meeresökosysteme die Ausbreitung von Pathogenen, die potenziell tödliche Krankheiten wie Cholera übertragen können.

Die gute Nachricht ist, dass weitsichtige politische Führer und die Vereinten Nationen bereits dabei sind, naturorientierte Aktionspläne zu formulieren, die dazu beitragen könnten, die nächste Pandemie zu stoppen, noch bevor sie beginnt. Zu diesen Strategien gehören die Bewahrung von bisher vom Menschen unberührten Ökosystemen und Wildgebieten, strikte Maßnahmen gegen den Handel mit Wildtieren (einschließlich der Information der Menschen über die mit dem Konsum von Wildtieren verbundenen Risiken) und die Wiederherstellung und der Schutz erheblicher Land- und Meeresgebiete.

Die Welt hat bereits 15% ihrer Landflächen und 7% der Ozeane als Schutzgebiete ausgewiesen. Doch um unserer Gesundheit und unseres Wohlstands willen müssen wir mehr tun. Tatsächlich herrscht unter den Ländern der Welt zunehmende Einigkeit, dass wir die Hälfte des Planeten an die Natur zurückgeben und die andere Hälfte verantwortungsvoll nutzen müssen und dass wir in einem ersten Schritt bis 2030 mindestens 30% davon schützen sollten.

Sowohl die Natur als auch der Mensch würden profitieren. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine reiche Tier-, Pflanzen-, Insekten- und Mikrobenwelt in komplexen, reifen Ökosystemen die Verbreitung von Krankheiten von Tieren auf den Menschen begrenzen kann.

Doch leisten naturbelassene Gebiete viel mehr, als uns ein Sicherheitsnetz gegen Krankheiten zu bieten. Sie schirmen uns von der zerstörerischen Kraft extremer Wetterereignisse ab, schützen uns vor von uns selbst verursachten Schadstoffbelastungen und versorgen uns mit Nahrung, Arzneimitteln und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Die Seycheller sind für ihre Einkommen und Ernährung auf das Land und das Meer angewiesen. Siebzehn Prozent der Erwerbstätigen des Landes sind in der Fischerei tätig, die der Bevölkerung eine preiswerte, nachhaltige Eiweißquelle bietet. Der Tourismus, der sich an den Küsten der Seychellen konzentriert und durch die natürliche Schönheit des Landes und seiner Unterwasserwelt angetrieben wird, beschäftigt rund 25%.

Die Ausweisung von 30% der Gewässer des Landes als Schutzgebiet wird schädliche Aktivitäten in den vollständig geschützten Gebieten verhindern und zugleich die nachhaltige Befischung darum herum stärken. Und der Erhalt der Naturflächen des Landes – neben seinen Meeresflächen seine Mangrovenwälder, Seegraswiesen und Salzmarschen – in ihrem ursprünglichen Zustand kann dazu beitragen, dass die Seychellen ein Naturparadies bleiben, das verantwortungsvolle Besucher anlockt.

Wenn die schlimmste Phase der Pandemie vorbei ist und die Welt sich an die harte Arbeit macht, ihre Menschen, Gesellschaften und Volkswirtschaften wieder gesundzupflegen, dürfen wir nicht die Notwendigkeit aus den Augen verlieren, uns um die Natur zu kümmern und die Natur sich um uns kümmern zu lassen. Eine gesunde Umwelt ist das beste Mittel gegen Viren, und einen größeren Teil davon zu schützen wird uns helfen, uns von dieser Pandemie zu erholen und die nächste Pandemie zu stoppen, bevor sie überhaupt beginnt.

Viele Länder sind bereits dabei, zu demonstrieren, wie wir stärkere Bänder zwischen der Natur, unserer Wirtschaft und unserer Gesundheit errichten können. Und die jüngste Initiative der Seychellen zum Schutz des Meeres bietet Hoffnung, dass, wenn jedes Land unabhängig von seiner Größen sein Teil beiträgt, der Planet uns alle sicherer und wohlhabender machen kann – genau wie die Natur es verspricht.

Der Autor

Enric Sala

Enric Sala ist Explorer-in-Residence der National Geographic Society.

Copyright: Project Syndicate 1995–2020

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