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MiFID II zerstört das Kundenvertrauen

(Bild: fotolia)

Die seit Januar geltende Finanzmarktrichtlinie wird das Verhältnis von Berater und Kunden nachhaltig beschädigen. Zudem wird die Beratungstätigkeit stark abnehmen.

19.09.2018 | 14:56 Uhr von «Dominik Weiss»

Die deutschen Finanzinstitute ziehen eine negative Bilanz nach der Einführung der Finanzmarktrichtlinie MiFID II Anfang des Jahres. Für die Mehrheit der Banken stellt die Umsetzung eine große finanzielle wie personelle Belastung dar. Die uneinheitliche Neuregelung der Verpflichtung zur Kostentransparenz von Finanzprodukten führt bei einer Vielzahl von Banken zu einer Reduktion des Vertriebs. Einige stellen darüber hinaus die Beratung ganz ein. Von MiFID II profitieren können die wenigsten Institute. Stattdessen stöhnen viele unter den hohen Kosten, die mit der Umsetzung einhergehen. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung PPI. Sie hatte 50 überwiegend in Deutschland tätige Banken nach dem Umsetzungsstand von MiFID II gefragt.

Die Finanzmarktrichtlinie war in Reaktion auf die Finanzkrise Anfang des Jahres eingeführt worden und sollte vor allem für mehr Transparenz und einer besseren Vergleichbarkeit von Finanzprodukten und -dienstleistungen führen. Bereits zum Starttermin waren die meisten Banken mit der Umsetzung weit im Verzug. Von einer 100-protzentigen Umsetzung der Richtlinie sind noch immer 44% der befragten Institute entfernt. Knapp zwei Drittel gehen nicht davon aus, bis zum Stichtag Anfang 2019 die Richtlinie in allen Details umgesetzt zu haben.

Vertrauensbruch durch Regulierung

Das größte Problem sehen die Banken in der verlorenen Vertrauensbeziehung zu ihren Kunden. Vier von fünf Finanzinstituten glaubt nicht, dass das durch die Einführung von MiFID II verloren gegangene Kundenvertrauen wiederhergestellt werden kann. Nur zwei Prozent halten es für „sehr wahrscheinlich“, dass es gelingen könnte.

Für viele Banken geht die Umsetzung mit einem gesteigerten Kosten einher. 80% der Finanzhäuser beklagten den Aufwand, den die neue Aufzeichnungspflicht mit sich bringt. Gleich dahinter folgt die Einführung der Kostentransparenz sowie die Einhaltung der Transparenz-Anforderungen. Viele Banken waren daher gezwungen die Hilfe von externen Dienstleister in Anspruch zu nehmen.

Rund ein Drittel der Banken hat dazu veranlasst, die Anlageberatung einzustellen oder zu reduzieren. Knapp ein Fünftel reagierten mit Preiserhöhungen. Die Hälfte führte automatisierte Angebotssysteme zur Kostenkompensation ein.

Nebeneffekt der Regulierung: verständnislose Kunden

Kundenärger wegen Regulierung
Kundenärger wegen Regulierung

Quelle: PPI

Im Vertrieb schlägt die neue Richtlinie auch aus diesem Grund negativ zu Buche. Viele Kunden beklagen die neuen Abläufe. Die umfassende Information dauert den meisten zu lange. Fast jede vierte Bank gab an, aus diesem Grund Erlöseinbußen zu verzeichnen. Weitere häufig genannte Gründe für wegbrechende Vertriebseinnahmen sind Probleme bei der Kosteninformationen, die Regelungen zur Geeignetheitserklärung sowie die neue, eingeschränkte Zuwendungsregelung.  

Die Branche blickt daher eher pessimistisch in die Zukunft. Rund vier von fünf Banken sehen keinen Wettbewerbsvorteil durch MiFID II. Profitieren können nach eigenen Angaben nur einige Nischanbieter, wie bspw. spezialisierte Wertpapierbanken. 


Die Studie "MiFID II-Readiness" finden Sie hier im Download.

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