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Länderblickpunkt: Vereinigte Arabische Emirate

Länderrisikoanalyse Vereinigte Arabische Emirate
12/2014
Dan Rowies
Credendo Group (Website)

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Die politische Stabilität des Landes begünstigt die wirtschaftliche Entwicklung. Die Abhängigkeit vom Öl ist noch immer da, soll aber verringert werden. Das Devisenpolster ist komfortabel.

18.12.2014 | 15:51 Uhr

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) – das sind Abu Dhabi, Dubai, Scharjah, Ajman, Umm al-Quwain, Fudjairah und Ras al-Khaimah. In einer von politischen Unruhen überschatten Region bilden sie eine Art Oase der Ruhe. Während des Arabischen Frühlings 2011 blieb die Lage in den VAE weitestgehend stabil. „Dies führte zu einem steigenden Interesse an dem Land. Kapital strömte dorthin“, schreibt Dan Rowies, Länderrisikoanalyst der Credendo Group, in seinem aktuellen Länderblickpunkt über die Emirate. „Der Tourismus, der Immobiliensektor und das Gastgewerbe erlebten einen Aufschwung.“ Der Nichtölsektor habe in diesem und im vergangenen Jahr ein Wachstum von rund 5,5 Prozent verzeichnet und damit die Dubai-Krise aus den Jahren 2009/2010 – in der das BIP des Emirats um fünf Prozent einbrach – auch offiziell beendet.

VAE werden außenpolitisch stärker

Von den sieben Emiraten verfügt Abu Dhabi über die größte politische Macht. Dies ist auf die besonders gute finanzielle Ausstattung aufgrund der hohen Öl- und Gasvorkommen zurückzuführen. „Hinzu kommt, dass Abu Dhabi seit der wirtschaftlichen Unterstützung Dubais in den Jahren 2009/2010 die Gelegenheit nutzt, seine politische Kontrolle über Dubai durch eine zunehmende Zentralisierung der Verwaltungsstrukturen zu erhöhen“, so Rowies.

Außenpolitisch haben die Emirate in den vergangenen Jahren immer mehr Stärke gezeigt. „Die politische Führung empfindet den regionalen Einfluss der islamischen Muslimbruderschaft, die ihren Ursprung in Ägypten hat, als eine Bedrohung für die innere Stabilität“, erläutert der Länderanalyst. Im vergangenen Jahr seien Dutzende Islamisten im Land verurteilt wurden. „Nach der Absetzung von Ägyptens Präsident Mursi, einem ehedem aktiven Mitglied der Muslimbruderschaft, sind die Beziehungen zu Ägypten enger geworden.“ Zusammen mit Kuwait und Saudi-Arabien ließen die VAE der neuen Regierung am Nil Finanzhilfen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar zukommen. Die Abneigung gegen die Muslimbruderschaft habe jedoch die Beziehungen zum Golfstaat Katar belastet, der die Partei unterstützt. 

Wirtschaft soll unabhängiger vom Öl werden

Die Wertschöpfung der VAE finde vor allem in den Emiraten Abu Dhabi und Dubai statt. Dabei stehe besonders das Erdöl im Vordergrund. Allein in Abu Dhabi befänden sich etwa 94 Prozent der nachgewiesenen Ölreserven der Region. Die Erlöse durch Öl sowie Gas seien mit 64 Prozent der Leistungsbilanzerlöse und 79 Prozent der Staatseinnahmen die bedeutendste Einnahmequelle. „Die nachgewiesenen Öl- und Gasreserven der VAE sind die siebtgrößten der Welt“, sagt Rowies, erkennt aber auch starke Diversifizierungsbemühungen, bei denen Dubai am weitesten vorangeschritten sei. „Die gesamte Föderation versucht nachzuziehen und hat sich inzwischen zu einem bedeutenden regionalen Dienstleistungszentrum entwickelt, mit Schwerpunkten in den Bereichen Transport, Logistik, Finanzen und Tourismus.“ Dadurch sei die Abhängigkeit vom Öl- und Gassektor geringer als in anderen ölexportierenden Staaten der MENA-Region.

Die Reserven von Öl und Gas seien noch längst nicht ausgeschöpft. Bei einer Fördermenge auf dem Niveau des vergangenen Jahres, könnten sie noch für weitere 74 Jahre reichen. „Doch sind die internationalen Ölpreise mittlerweile unter das Breakeven-Niveau für den Staatshaushalt der VAE gefallen – also das Niveau, unter dem der Staatshausalt ein Defizit aufweist“, sagt Rowies. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt den Breakeven auf einen Preis von rund 80 US-Dollar je Barrel. „Sollte sich der Ölpreis also weiter auf dem aktuellen Niveau bewegen, könnte der Staatshaushalt der VAE schon bald – und zum ersten Mal seit 2010 – in die Defizitzone abgleiten. Während des Preisverfalls der letzten Tage sei der Ölpreis auch unter den Breakeven-Ölpreis für die Leistungsbilanz gesunken, der auf etwa 64 US-Dollar je Barrel geschätzt werde.

Emirate verfügen über komfortables Devisenpolster

Die VAE schafften es in den vergangenen Jahren regelmäßig, hohe Überschüsse im Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz zu erzielen. Von 2011 bis 2013 lagen sie im Durchschnitt bei 6.5 Prozent bzw. 16,5 Prozent des BIP. „Dadurch waren die Emirate in der Lage, bedeutende Auslandsvermögen durch Investitionen ihrer Staatsfonds aufzubauen“, erläutert Rowies. Prominentestes Beispiel sei der Staatsfonds ADIA von Abu Dhabi. „Schätzungen zufolge beläuft sich das kumulierte Auslandsvermögen der VAE auf über 600 Milliarden US-Dollar.“ Das entspräche dem Vierfachen der Auslandsschulden, die auf 40 Prozent des BIP geschätzt werden. „So sind die Emirate ein Nettoauslandsgläubiger mit einer Nettovermögensposition von 120 Prozent des BIP“, führt der Analyst aus. „Außerdem verfügt das Land über eine gute Liquidität, die Devisenreserven decken etwa sechs Monatsimporte ab.“ Dies entspreche einem komfortablen Devisenpolster, wenngleich es im Vergleich zu anderen Ölexportländern der Region nicht außergewöhnlich hoch sei.

„Die Transparenz hinsichtlich der Vermögen der Staatsfonds ist weder in den VAE noch in anderen Ländern der Region besonders groß“, bemängelt Rowies. „Dies erschwert die Bewertung, ob die Vermögen im Fall externer Schocks schnell und zu akzeptablen Preisen in Liquidität umgewandelt werden können.“ Angesichts der geschätzten Größenordnung geht er aber davon aus, dass die Emirate im Fall eines größeren Finanzierungsbedarfs über einen ausreichend großen finanziellen Puffer verfügen.

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