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Fondskolumne: Megatrend KI – erste Fonds mit Mehrwert

Künstliche Intelligenz macht sich in praktisch allen Bereichen des täglichen Lebens breit und bringt enorme Wachstumschancen mit sich. Das gilt auch für den Finanzsektor. Erste Fonds konzentrieren sich auf KI-Profiteure, andere setzen KI zur Renditeoptimierung ein. Erste Erfolge lassen aufhorchen. Dabei steht das selbstlernende Segment noch ganz am Anfang.

15.10.2019 | 09:44 Uhr

Künstliche Intelligenz ist der kommende Megatrend. Daran besteht kein Zweifel. Immer mehr Bereiche entdecken die Möglichkeiten von Big Data & Co. und immer mehr Erfolgsmeldungen lenken die Blicke der Anleger auf KI, wie künstliche Intelligenz inzwischen überwiegend genannt wird (oder AI für Artificial Intelligence). Optimisten wittern bereits die nächste industrielle Revolution. 

Keine Frage, das Autonome Fahren steht als Thema im Raum, das im großen industriellen Maßstab umgesetzt werden dürfte. Beispielhaft dafür sei die Bosch-Gruppe genannt, die als weltweit größter Autozulieferer unlängst verkündete, die Zahl seiner KI-Experten bis 2021 auf 4000 zu vervierfachen und in diesen Bereich rund vier Milliarden Euro investieren zu wollen.

Indes kommen die unglaublichsten Erfolgsmeldungen aus ganz anderen Bereichen. Etwa der Kunst & Kultur. Bereits im Jahr 2016 ist es Programmierern gelungen, mit einem Drucker ein täuschend echtes Rembrandt-Gemälde zu erstellen. Dem vorausgegangen war das Füttern eines Computers mit den Pinselstrich-Daten sämtlicher Rembrandt-Porträts und einer entsprechenden Programmierung. Das einzige, das die Experten bemängelten, war das Fehlen des für Rembrandt-Werke typischen Glanzes auf der Nasenspitze der Porträtierten.

Ein täuschend echter Rembrandt aus dem Computer

Weitere Beispiele, die Rolando Grandi, Manager des Echiquier Artificial Intelligence Fund kürzlich aufzählte, sind eine artifizielle Partitur im Stil von Johann Sebastian Bach, just zu dessen 334. Geburtstag, die künstliche Vollendung von Franz Schuberts „Unvollendeter“ mithilfe eines Smartphones oder auch die Neukomposition eines Klavierstücks von Antonin Dvorak – 115 Jahre nach dessen Ableben. Notwendig hierzu war das Füttern eines Computers mit 30.000 Partituren und 115 Werken des Komponisten, was nach entsprechender Programmierung die Schaffung eines Werks im Stil des Meisters ermöglichte – für den Big-Data-Computer aber kein Problem darstellte.

Spielerei oder Geschäftsfeld? Das wird sich zeigen. Kommerzielle Anwendungen gibt es jedoch bereits – etwa im Gaming-Bereich, einem schnellwachsenden Freizeitsegment, das neben voluminöser Grafik auch nach ansprechender musikalischer Unterlegung verlangt. Der Echiquier-Manager stellte denn auch für die Sektoren Kunst, Unterhaltung und Freizeit allein für die Industrieländer bis zum Jahr 2035 eine Bruttowertschöpfung von 453 Milliarden Dollar in den Raum, was sich durch den KI-Faktor auf 541 Milliarden Dollar erhöhen dürfte.

Enormes Wachstumspotenzial dank KI 

„Die genannten Beispiele aus Kunst und Kultur geben im Grunde nur eine Vorstellung von den technischen Möglichkeiten, die aus KI erwachsen“, wirft mein Münchner Bankerfreund ein. Das wirtschaftliche Potenzial sei ungleich größer. Eine Idee dieses Potenzials liefern Berechnungen aus dem Hause PricewaterhouseCoopers. Die PwC-Analysten gehen davon aus, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufgrund von KI bis 2030 um rund 14 Prozent bzw. 15,7 Billionen Dollar steigen dürfte. Auf Europa entfallen davon 1,8 Billionen Dollar, auf Nordamerika 3,7 Billionen und auf China gar rund sieben Billionen Dollar.

Klar, dass Asset-Manager auf diese Entwicklung aufmerksam wurden und es auch bereits erste Fonds gibt, die auf KI-bedingte Ertragschancen setzen. Etwa im Gesundheitssektor, wo mithilfe von künstlicher Intelligenz an manchen Stellen bereits Ärzte ersetzt, oder zumindest unterstützt werden. So in China, wo das Unternehmen Ping An Healthcare & Technology ein KI-gestütztes Diagnose-Tool namens „Good Doctor“ entwickelt hat, das auf Basis von umfangreichen Patientendaten ein erstes Krankheitsbild erstellt, um im Anschluss von Medizinern aus Fleisch und Blut überprüft und bestätigt bzw. revidiert zu werden. In weiteren Schritten kann der „Good Doctor“ die benötigten Medikamente verschreiben und die umgehende Zustellung derselben veranlassen.

Fonds für KI-Profiteure 

Fonds, die in potenzielle KI-Profiteure investieren, sind beispielsweise der bereits erwähnte Echiquier AI ebenso wie Allianz Global AI, der DWS Invest AI oder auch der ODDO BHF AI. Amundi wiederum ist hier bereits mit einem ETF unterwegs – dem Amundi Stoxx AI ETF.

Die Finanzbranche hat das Thema KI aber nicht nur als Anlageziel für sich entdeckt, sondern auch als Anlagestrategie. Erste Fonds nutzen Big Data für die gezielte Aktienauswahl, indem einerseits aufwendige Unternehmensanalysen gefahren werden, die darauf abzielen, unentdeckte Perlen zu finden oder auch kommende Entwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen. Andererseits wird KI dazu genutzt, Entwicklungsmuster bei Börsen- oder Kursverläufen zu identifizieren und daraus Kauf- oder Verkaufsentscheidungen abzuleiten.

In manchen Finanzhäusern werden die durch KI gewonnen Informationen wie beim „Good Doctor“ zur Entscheidungsfindung durch Fondsmanager aus Fleisch und Blut herangezogen, in anderen haben Computer diese bereits ersetzt. Erste Beispiele für Fonds, die durch KI gesteuert werden, sind der ACATIS AI Global Equities und der ACATIS AI BUZZ US Equities, der von Ampega Investment gemeinsam mit Catana Capital aufgelegte Data Intelligence Fund, der Wallrich Wolf AI Prämienstrategie-Fonds, der AI US Dynamic und der ART AI US Balanced sowie der Private Alpha AI Global Opportunity, den die Private Alpha Switzerland AG initiiert hat.

Selbstlernende Fonds auf KI-Basis

Gemeinsam haben diese Fonds, dass sie selbstlernend sind. Wie bei echten Fondsmanagern lernen sie aus Erfahrungen – aus guten und schlechten Anlageentscheidungen –, um die Strategie immer weiter zu verfeinern und am Ende nicht nur ihr Marktsegment zu schlagen, sondern wie Deep Blue im Schach oder eine kürzlich entwickelte KI-Anwendung im Poker auch die menschliche Konkurrenz. Denn ihr Vorteil ist: sie vergessen nichts.

Die bisherigen KI-Fonds scheinen auf einem guten Weg zu sein, wie Günter Jäger von Plexus Investments andeutet. Er hat den „AI-Outperformance Index“ entwickelt, mit dem er das Abschneiden der verschiedensten KI-Fonds überprüft. Obwohl die Historie der meisten Fonds noch recht kurz ist, hätten sie doch schon einen Mehrwert erzielt. Fast wichtiger noch sei aber, dass die Fonds zu den üblichen Anlageklassen nur gering korreliert sind, weshalb sie sich zur Beimischung eignen, um das Chance-Risiko-Verhältnis zu verbessern. „So oder so schauen die Anleger verstärkt auf KI-Fonds“, bemerkt mein Bankerfreund. „Da werden sich so manche Fondsmanager warm anziehen müssen!“

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