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Ethereum outperformt den Bitcoin: Wie lange das weitergehen dürfte

Nach einer Pause im März setzt Ethereum die Outperformance zum Bitcoin wieder fort. Das könnte mindestens bis zum Sommer so weitergehen.

27.04.2021 | 10:00 Uhr

Mitten in der Bitcoin-Korrektur zeigt Ethereum Stärke. Der Kurs markierte in der vergangenen Woche bei über 2.600 Dollar ein neues All-Time-High, obwohl der Bitcoin deutlich abgerutscht war. Diese neuen Hochs sowohl auf Dollar- wie auf Euro-Basis spiegeln sich auch in der relativen Stärke von Ethereum gegenüber dem Bitcoin wider, die im Chart unten dargestellt ist. Nach der langen Schwächephase seit Anfang 2018 zeigt Ethereum seit Anfang 2020 relative Stärke zum Bitcoin. Ethereum konnte sich seitdem um rund 170% gegenüber Bitcoin verbessern.

Im vergangenen Jahr zeigte Ethereum vor allem bis zum Sommer eine deutlich bessere Performance. In diesem Jahr läuft es bisher ähnlich. Ein Anhalten dieser relativen Stärke könnte Ethereum schon im Mai auf Kurse im mittleren 3.000-Dollar-Bereich treiben.

Als perspektivischer Kurstreiber könnte die Umstellung auf Ethereum 2.0 wirken. Zwar gehen die Meinungen der Experten auseinander, bis wann die vollständige Umstellung und damit die Lösung der Skalierungsprobleme geschafft sein wird. Allerdings wird bereits vorher eine Entschärfung des Problems durch andere Lösungen erwartet. Von daher ist die Gefahr, das sogenannte Ethereum-Killer wie Cardano oder Solana mit ihrer größeren Schnelligkeit und geringeren Gebühren Ethereum den Rang ablaufen können, trotz allem derzeit gering. Ethereum ist und bleibt das Maß aller Dinge im Bereich der Smart Contracts. Die meisten Anwendungen im Bereich DeFi, NFT und Stable Coins laufen auf der Ethereum-Blockchain.

Beim Bitcoin ist der Use Case als digitales Gold der wesentliche Wertbestimmungsfaktor. Ethereum ist demgegenüber eher als das Industriemetall zu bezeichnen, als Werkstoff für alle möglichen Anwendungen. Auf Sicht wird die Geldpolitik bei Ethereum weniger inflationär werden, mit der Einführung von Ethereum 2.0 durch das Verbrennen von Ether sogar deflationär. Mit der London Hard Fork, die für den 14. Juli erwartet wird, beginnt das deflationäre Ether-Zeitalter. Im Zusammenspiel mit der boomenden Nachfrage und damit einhergehenden Verknappung dürfte der Kurs deshalb auch im weiteren Jahresverlauf überproportional steigen. Das Zusammenspiel von zunehmendem Kaufdruck und gleichzeitiger Angebotsverknappung liefert deshalb weiteren Treibstoff für einen anhaltenden Höhenflug.

Es gibt noch einen zusätzlichen Kurstreiber von der Nachfrageseite. Kanada hat nach den Bitcoin-ETFs nun auch grünes Licht für drei neue Ether-ETFs gegeben, die ersten in Nordamerika. Der nördliche Nachbar der USA erhöht dadurch auch den Druck auf die amerikanischen Aufsichtsbehörden, ebenfalls Krypto-ETFs zu genehmigen.

Dieser Artikel erschien zuerst am 26.04.2021 auf boerse-online.de

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