- Im zweiten Quartal 2026 übertrafen 64 % der im Russell
2000 vertretenen Unternehmen die Erwartungen beim Ergebnis je Aktie (EPS)
- Bloomberg (Stand: Ende August 2026): erwartetes
EPS-Wachstum für Small- und Mid-Caps: 2027 = 43 % (2028: 28%), für den
S&P 500 sind es für 2027 13 % (2028: 15%)
- Strukturelle Wachstumstreiber:
a) Spillover-Effekte aus
Infrastrukturinvestitionen großer Technologiekonzerne in zahlreiche
spezialisierte Small- und Mid-Cap-Segmente
b) Widerstandsfähige Margen
von Small- und Mid-Caps nahe historischen Höchstständen durch zunehmende
Nutzung von KI- und Automatisierungslösungen
Die Fondsmanager Michel
Bourgon und Laura Corrieras kommen zu dem Schluss, dass die Fundamentaldaten
für US-Small- und Mid-Caps trotz kurzfristiger Unsicherheit ausgesprochen
attraktiv bleiben.
Die Unternehmensdaten
zeigen Widerstandsfähigkeit: Analysten haben ihre Umsatz- und Gewinnerwartungen
in den Sektoren Informationstechnologie, Industrie, Gesundheitswesen und
Finanzdienstleistungen deutlich nach oben angepasst. Getragen wird das Wachstum
unter anderem von KI-Investitionen großer Technologiekonzerne, die volle
Auftragsbücher in Segmenten wie Halbleitern, Kühlsystemen,
Rechenzentrumsinfrastruktur und Stromnetzen erzeugen. Die operativen Margen von
Small- und Mid-Caps liegen weiterhin nahe historischer Höchststände.
US Small & Mid Caps:
Rückenwind durch KI und Fed-Wende
Noch vor wenigen Monaten
gingen Anleger von einem „Goldlöckchen-Szenario“ aus. Doch der wieder
zunehmende Inflationsdruck hat den geldpolitischen Zyklus umgekehrt. Trotz der
Zinserhöhungen der US-Notenbank und der anhaltend hohen Volatilität an den
Anleihemärkten weisen US-Nebenwerte und Mid Caps weiterhin besonders starke
Fundamentaldaten auf. Gestützt durch robuste Ergebnisse für das zweite Quartal
2026, steigende Umsatz- und Gewinnprognosen in wichtigen Sektoren sowie eine
beispiellose Investitionswelle im Bereich der künstlichen Intelligenz bieten
Small- und Mid-Caps attraktivere Aussichten für das Gewinnwachstum als breite
Aktienindizes, die von Mega-Caps dominiert werden.
Makroumfeld und Fed:
Zwischen Abkühlung und Zinserhöhungen
Das wirtschaftliche
Umfeld ist nicht länger von einem reibungslosen „Goldlöckchen-Szenario“
geprägt. Stattdessen zeichnet sich eine selektive Abschwächung der Konjunktur
ab, während die Zentralbanken ihren Kurs neu justieren:
- Nachlassende
gesamtwirtschaftliche Nachfrage: Indikatoren für den Konsum, das Auslaufen
der positiven Effekte aus Steuerrückzahlungen sowie die Belastung der
Realeinkommen durch anhaltend hohe Energiekosten bestätigen, dass die
bisherigen Zinserhöhungen weiterhin auf die Wirtschaftstätigkeit wirken.
Der Arbeitsmarkt hat sich normalisiert. Die Arbeitslosenquote von 4,1 %
ist vor allem auf eine höhere Erwerbsbeteiligung und nicht auf einen
deutlichen Stellenabbau zurückzuführen. Gleichzeitig entwickeln sich die
Lohnstückkosten im Einklang mit langfristigen Inflationszielen.
- Inflationsentwicklung: Die
Inflationskomponenten im Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (Core
PCE) konzentrieren sich weiterhin auf angebotsseitige Faktoren. Dies
stützt die Annahme, dass die Kerninflation bis 2027 wieder in Richtung des
Zielwerts zurückkehren kann. Geopolitische Unsicherheiten bleiben jedoch
ein bedeutender Risikofaktor.
- Fed-Politik: Angesichts einer
weiterhin über dem Ziel liegenden Inflation und einer robusten
US-Wirtschaft erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsen um 25 Basispunkte
auf 3,75 % bis 4,00 %. Der Tonfall der Fed bleibt klar restriktiv: 16 der
18 FOMC-Mitglieder rechnen bis zum Jahresende mit mindestens einer
weiteren Zinserhöhung. Die Aussicht auf eine rasche Rückkehr zu einem
neutralen Zinsniveau von 3,5 % ist damit in den Hintergrund gerückt, da
die nachhaltige Wiederherstellung der Preisstabilität oberste Priorität
hat.
Vor diesem Hintergrund
bleibt die Zinsvolatilität ein wesentliches Risiko für die Aktienmärkte,
insbesondere für die Segmente, die besonders sensibel auf Veränderungen der
Kapitalkosten reagieren.
Gewinnentwicklung und
positive Revisionen: Rückenwind für SMID-Aktien
Die Unternehmensdaten
zeichnen ein deutlich anderes Bild als das makroökonomische Umfeld und
unterstreichen die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen:
- Starke Ergebnisse im zweiten
Quartal 2026: Die Berichtssaison für das zweite Quartal bestätigte eine
solide operative Entwicklung. 64 % der im Russell 2000 Index vertretenen
Unternehmen übertrafen die Erwartungen beim Ergebnis je Aktie (EPS).
- Positive Gewinnrevisionen in
wichtigen Sektoren: Analysten haben ihre Erwartungen für Umsatz- und
Gewinnwachstum in den kommenden zwei Jahren deutlich nach oben angepasst.
Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in den für Small- und Mid-Caps
bedeutenden Sektoren Informationstechnologie, Industrie, Gesundheitswesen
und Finanzdienstleistungen.
- Überzeugender relativer
Wachstumsausblick: Die Konsensschätzungen für die Unternehmensgewinne
deuten auf ein außergewöhnlich starkes Wachstum bei Small- und Mid-Caps
hin, das die Erwartungen für Large Caps deutlich übertrifft.
- Konsensschätzungen für Small-
und Mid-Caps: Laut Bloomberg (Stand: Ende August 2026) wird für 2027 ein
Gewinnwachstum je Aktie (EPS) von 43 % und für 2028 von 28 % erwartet.
Vergleich mit dem S&P
500: Für den breiten US-Aktienmarkt wird im gleichen Zeitraum lediglich ein
EPS-Wachstum von 13 % für 2027 beziehungsweise 15 % für 2028 prognostiziert.
Damit verfügen Small- und Mid-Caps über deutlich attraktivere
Gewinnwachstumsperspektiven.
Strukturelle
Wachstumstreiber: KI-Investitionen und robuste Margen
Die Grundlage für diese
ambitionierten Wachstumserwartungen beruht auf zwei wesentlichen Faktoren:
- Umsatzimpulse durch
Investitionen in künstliche Intelligenz: Die massiven
Infrastrukturinvestitionen großer Technologiekonzerne erzeugen erhebliche
Spillover-Effekte. Diese Ausgaben, die schätzungsweise rund einen
Prozentpunkt zum US-Wirtschaftswachstum beitragen könnten, sorgen für
volle Auftragsbücher in zahlreichen spezialisierten Small- und
Mid-Cap-Segmenten. Dazu zählen Halbleiter, Flüssigkeits- und
Wärmekühlsysteme, spezialisierte Rechenzentrumsinfrastruktur, die
Modernisierung von Stromnetzen sowie Unternehmen aus den Bereichen
Kernenergie und erneuerbare Energien.
- Widerstandsfähige Margen: Trotz
höherer Finanzierungskosten und einer größeren Abhängigkeit von variabel
verzinsten Verbindlichkeiten liegen die operativen Margen von Small- und
Mid-Caps weiterhin nahe historischer Höchststände. Die zunehmende Nutzung
von KI- und Automatisierungslösungen führt zu Produktivitätssteigerungen
auf breiter Front und hilft Unternehmen, steigende Lohnkosten sowie höhere
Zinsaufwendungen abzufedern.
Fazit
Auch wenn die Rückkehr
zu einer restriktiveren Geldpolitik und die anhaltende Zinsvolatilität
kurzfristig für Unsicherheit an den Märkten sorgen dürften, bleiben die
Fundamentaldaten von US-Small- und Mid-Caps ausgesprochen attraktiv.
Unterstützt durch starke Ergebnisse im zweiten Quartal, breit angelegte
positive Gewinnrevisionen und überdurchschnittliche mehrjährige
Gewinnwachstumsaussichten, bieten diese Unternehmen eine überzeugende
Kombination aus strukturellem Wachstumspotenzial und operativer Widerstandsfähigkeit.
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