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Eckhard Sauren: „Wer jetzt underperformt, hat zu wenig Value“

Mit Eckhard Sauren sprachen wir über die aktuelle Value-Hausse und seinen ESG-Ansatz, den er beispielsweise beim Sauren Nachhaltig Ausgewogen und beim Sauren Nachhaltig Wachstum anwendet. Beide Dachfonds, die bislang zur Focus-Reihe gehörten, hat er Ende März umbenannt.

01.04.2021 | 07:30 Uhr von «Ralf Ferken»

TFR: Herr Sauren, seit November 2020 laufen Value-Aktien wieder besser als Growth-Aktien. Inwiefern konnten Sie von diesem Trendwechsel profitieren?

Eckhard Sauren: Für uns ist dies eine sehr gute Phase, da unsere Value-Zielfonds reichlich belohnt wurden und auch Stockpicking wieder funktioniert.

Man kann am Aktienmarkt also wieder Alpha erzielen.

Genau. So konnten wir mit dem Sauren Nachhaltig Wachstum zuletzt rund zehn Prozentpunkte gegenüber einer passiven Benchmark outperformen. Aber dies gilt nicht für die Portfolios der meisten Anleger.

Was meinen Sie damit?

Derzeit sind viele Anleger noch in Growth- bzw. Quality- Strategien investiert, die in den vergangenen Jahren am besten gelaufen sind, zuletzt aber underperformt haben.

Haben Sie Belege für diese Ausrichtung der Anleger?

Ja. Ich kenne viele Depots, die einseitig mit Fonds bestückt sind, welche in den letzten Jahren – vor allem aufgrund ihres verfolgten Anlagestils – herausragende Renditen erzielt haben.

Was ist an diesen Fonds verkehrt?

Die Fonds sind nicht das Problem. Das Problem ist die einseitige Portfolioausrichtung. Viele Anleger halten momentan kaum noch Fonds mit Wertorientierung, womit sie Performance liegen lassen. Anleger können das auch selbst testen.

Nämlich wie?

Wer seit dem 06. November 2020 underperformt hat, hat zu wenig Value-Fonds im Portfolio. Das dürfte in neun von zehn Fällen so sein.

Inwiefern waren Sie zuletzt in Value-Fonds investiert?

Wir streuen generell breit über Regionen und Anlagestile. So halten wir beispielsweise in einigen Fonds den JOHCM European Select Values Fund, der fünf Jahre nicht gelaufen ist, obwohl Fondsmanager Robrecht Wouters seine Fähigkeiten nicht verloren hat. Seit November 2020 ist der Markt aber gekippt, so dass Value-Fonds belohnt werden.

Inwiefern streuen Sie breit über Regionen?

Wir setzen im Sauren Nachhaltig Wachstum etwa zu je 40 Prozent auf Europa und die USA.

Demnach orientieren Sie nicht am MSCI World Index?

Der MSCI World Index ist nicht breit genug diversifiziert, da sein Fokus auf den USA und den FAANG-Aktien liegt. Wir wollen regional breiter aufgestellt sein und gewichten Europa daher höher als im MSCI World Index. Denn wir managen unsere Fonds aus der Sicht eines Anlegers, der in Kontinentaleuropa lebt. Zudem kann man in Europa mehr Alpha generieren und nachhaltiger anlegen als in Asien und den USA.

Wie decken Sie Asien und die USA dann ESG-konform ab?

In Asien halten wir zum Beispiel den First Sentier Asia Focus Fund von Martin Lau. Er redet mit dem Management und übt somit einen Einfluss auf die Unternehmen aus, womit Anleger ESG-Veränderungen unterstützen können.

Je strenger man die ESG-Kriterien beachtet, desto kleiner wird das investierbare Universum. Wie stehen Sie zu dieser Kritik?

Ja, einige Value-Fonds fliegen bei uns raus, weil sie zu viele Energie- oder Goldminenaktien halten. Aber das möchte man ja haben, wenn man bewusst nachhaltig anlegt.

Führen ESG-Ansätze aber womöglich zu geringeren Renditen?

Bislang hat dies zu keinem Renditeverzicht geführt. Da muss aber nicht so bleiben, da ESG bisher oft deckungsgleich mit Growth bzw. Quality ist, was in den letzten Jahren gut gelaufen ist. Mit dem JOHCM European Select Values Fund halten wir auch einen passenden Value-Fonds, der unsere Nachhaltigkeitskriterien erfüllt und wenig Energiewerte im Portfolio hat.

Wie kommen ESG-Ansätze bei den Kunden an?

Die Nachfrage ist da. Zudem muss heute jeder Asset Manager ESG-Fonds anbieten. In der Praxis wird dort aber viel mit Ausschlusslisten gearbeitet, mit denen in der Regel wenig erreicht wird.

Welchen Ansatz bevorzugen Sie?

Wir reden direkt mit den Fondsmanagern, in die wir investieren, und sagen ihnen beispielsweise „Du musst das ESG-Thema ernster nehmen als bisher“. Auf diese Weise können wir mehr und positivere Dinge bewirken als andere. Am Ende bewerten wir die Fondsmanager mit einem eigens entwickelten Scoring-System hinsichtlich ESG-Aspekten.

Ende März haben Sie den Sauren Global Balanced Focus in Sauren Nachhaltig Ausgewogen umbenannt und den Sauren Select Global Growth Focus in Sauren Nachhaltig Wachstum. Was zeichnet beide Fonds aus?

Wir haben die Strategie der beiden Fonds nicht geändert. Mit den neuen Namen wollen wir deutlich machen, dass es sich bei den Fonds um nachhaltige Investmentstrategien handelt. Dabei setzen wir auf aktive erfolgversprechende Alpha-Manager, die Nachhaltigkeitsaspekte im besonderen Maß berücksichtigen.


Zur Person:

Eckhard Sauren leitet seit über 25 Jahren die Sauren Financial Group in Köln und ist Deutschlands bekanntester Manager von Dachfonds. Zudem ist er Präsident des Kölner Rennvereins und Vizepräsident des 1. FC Köln.

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