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Fondskolumne: US-Aktien für erschwerte Zeiten und die besten Fonds dazu

US-Aktien im Höhenflug. Die Kurse eilen von Rekord zu Rekord – anscheinend ohne Ende. Nicht wenige Experten messen US-Engagements noch reichlich Kurschancen bei – zumal bei der richtigen Titelauswahl – und weil es keine wirklichen Alternativen gibt.

17.09.2019 | 07:23 Uhr

Die US-Börse hat allen Grund zum Feiern. Mehr als 10 Jahre währt der Kursaufschwung nun schon, der im Jahr März 2009 eingesetzt hat und die Aktienkurse auf immer neue Höhen befördert. „Das ist erfreulich für Anleger, die Mut gezeigt und ihre Positionen durchgehalten haben bzw. trotz Finanzkrise frühzeitig eingestiegen sind“, resümiert mein Münchner Bankerfreund. In der Tat, denn vor dieser sehr erfolgreichen Dekade erlebten US-Titel einen harten Schnitt, als sie während der Finanzkrise in kürzester Zeit im Durchschnitt rund die Hälfte ihres Werts einbüßten, wie Thomas Bucher, Aktienstratege bei Deutschlands größtem Fondsanbieter DWS, erinnert. Inzwischen haben US-Aktien die Verluste nicht nur vollständig wieder aufgeholt – sie notieren gemessen etwa am MSCI USA Index sogar doppelt so hoch wie vor der Finanzkrise.

Zugleich haben sich US-Aktien damit vom Rest der Welt zum Teil sehr deutlich abgesetzt. So hat der MSCI AC World ex USA Index als Maß für den Börsenentwicklung vom Rest der Welt die krisenbedingten Verluste aus 2008/2009 zwar ebenfalls wieder aufgeholt, das Vorkrisenniveau jedoch noch nicht wieder erreicht (siehe Chart). Ursächlich hierfür sei das „deutlich stärkere Gewinnwachstum der US-Unternehmen“, erklärt Bucher, was er wiederum auf „die frühe Fokussierung auf den Shareholder Value“ in den USA zurückführt.

MSCI
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Aussteigen, Halten oder Einsteigen?

„Zurzeit stellt sich allerdings viel mehr die Frage, wie lange der Börsenaufschwung noch anhält, ob man investiert bleiben sollen, oder aussteigen und Gewinne mitnehmen“, spricht mein Bankerfreund vielen Anlegern aus der Seele. Wobei sich derzeit nicht wirklich eine Alternative zu Aktien aufdrängt, sodass die Frage auch lauten könnte, ob nicht auch ein Einstieg noch lohnt. Dies zweifelsfrei zu beantworten wäre unseriös. Zu viele Einflussfaktoren bestimmen die Entwicklung der Aktienbörsen wie der Finanzmärkte generell. Faktoren wie die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, der noch immer ungeklärte Brexit oder die Schuldensituation in Italien ebenso wie etwa die Zinspolitik der Notenbanken, die Umsatz- und Gewinnentwicklung der Unternehmen und nicht zuletzt die Anlegerstimmung.

Die Anlegerstimmung hat sich zuletzt etwas eingetrübt – nicht zuletzt aufgrund der weltweit abnehmenden Konjunkturdynamik – was zum Überdenken der eigenen Anlagestrategie Anlass geben könnte. „In der ersten Jahreshälfte war das US-BIP-Wachstum noch stark, mittlerweile schwächt sich die Konjunktur aber allmählich ab“, konstatiert Gergely Majoros, Mitglied des Investmentkomitees beim französischen Fondshaus Carmignac, dazu. Gleichwohl hat er festgestellt, dass auch die Inflationserwartungen rückläufig seien, weshalb die US-Notenbank FED den Schwenk weg vom restriktiven Kurs der letzten Jahre und hin zu neuen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen vollzogen habe.

Insofern beurteilt der Carmignac-Manager die Gemengelage für US-Aktien als „konstruktiv“. Gleichzeitig konstatiert er „ein zyklisches und strukturell niedrigeres Wachstumsumfeld“ und rät aufgrund verschiedener Faktoren wie dem hohen Gesamtbewertungsniveau, Unsicherheiten in Bezug auf die US-Wahlen im Jahr 2020 und der merkantilistischen Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump zu „qualitativ hochwertigen Aktien von gut geführten Wachstumsunternehmen mit viel Visibilität“.

Gute Chancen für „Steady Growers“

Majoros nennt solche Unternehmen „Steady Growers“, die solide wachsen und in einem strukturell schwächeren Umfeld gute Ergebnisse abliefern. „Der US-Aktienmarkt bietet zahlreiche Unternehmen mit langfristigen, strukturellen Wachstumschancen, insbesondere in den Bereichen Technologie, Gesundheitswesen oder Konsumgüter“, erklärt er. Oft seien diese Unternehmen mit technologischen Innovationen oder Disruptionsthemen verbunden. „Hierzu gehört beispielsweise die digitalisierte Unternehmenswelt durch die zunehmende Nutzung der Cloud – aber auch sich verändernde Konsumgewohnheiten in der Bevölkerung, wie beispielsweise die Verlagerung vom Kauf zum Streaming oder vom Essen vor Ort zum Lieferservice.“ Überhaupt seien im Konsumbereich Steady Growers oft auf beiden Seiten des Marktes zu finden: bei Premium- und Luxusmarken ebenso wie bei Low Cost-Anbietern. Im US-Gesundheitssektor empfiehlt er wiederum, „auf innovative Geschäftsmodelle oder auf stabile Unternehmen“ zu achten, die auf Volumen- und nicht auf Preiswachstum basieren. Dadurch könnten Anleger das Preisregulierungsrisiko im Gesundheitsmarkt, der zu den weltweit teuersten Bereichen gehöre, verringern.

Hinsichtlich der Aktienbewertungen hält Majoros für die Steady Growers weiter steigende Bewertungsprämien durchaus für gerechtfertigt. Gleichwohl mahnt er eine intensive Einzelaktienbewertung als „besonders wichtig“ an und weist auf die Möglichkeit von Kursrückschlägen hin.

Norwegischer Ölfonds kauft US-Aktien

Allen potenziellen Rückschlaggefahren zum Trotz hat Ende August der norwegische Ölfonds beschlossen, nicht nur die Aktiengewichtung zu erhöhen, sondern auch sehr viel stärker in US-Titel zu investieren. Der Fonds wird aus den Einnahmen der heimischen Ölförderung gespeist und ist mit einem Vermögen von umgerechnet mehr als 900 Milliarden Euro der größte Staatsfonds der Welt. Von diesem Vermögen könnten im nächsten Jahr bis zu 100 Milliarden Euro von den europäischen Börsen abgezogen und Richtung US-Börsen umgeschichtet werden. Die endgültige Entscheidung darüber soll im Frühjahr gefällt werden, was zeigt, dass es sich um eine langfristige Weichenstellung handelt.

Was wiederum US-Aktien nicht nur für den Ölfonds, sondern auch deutsche Anleger interessant machen? „Aktuell sehen wir größere Renditemöglichkeiten und ein geringeres Risiko bei US-Werten“, sagt etwa Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege bei Danske Bank Asset Management. Auch er hält den Zeitpunkt für gekommen, Engagements in US-Aktien zu erhöhen und im Gegenzug europäische Aktien zu reduzieren. Christian Preussner, Leiter Investment Specialists für US-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management, geht seinerseits davon aus, dass die Aktienmärkte in den USA auch im elften Jahr weiter wachsen können – „dank solidem Wirtschaftswachstum, der Arbeitslosigkeit auf Rekordtief, sowie einem förderlichen Umfeld für Unternehmen“.

US-Fonds mit Bestnot

Anleger, die die Disposition von US-Aktien lieber professionellen Fondsmanagern überlassen wollen, können sich beispielsweise auch in Aktienfonds engagieren, die vom Analysehaus FondsConsult mit FondsNote 1 ausgezeichnet sind. Eine Auswahl erstklassig bewerteter Standardwerte-Fonds sind: AB SICAV I American Growth, JPM US Growth, Vontobel US Equity und etwa der iShares-ETF NASDAQ 100. Unter den Nebenwertefonds finden sich ebenfalls einige Fonds mit Bestnote wie beispielsweise der JPM US Small Cap Growth und der UBS(Lux) Equity Fund-Mid Caps USA.

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