
Weltweite Dividenden erreichen 2025 Rekordwert von 2,09 Billionen US-Dollar.
25.02.2026 | 12:15 Uhr
Weltweite Dividenden erreichten 2025 einen neuen Jahresrekord von 2,09 Billionen US-Dollar, ein Plus von 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nominaler Basis. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen Berichts Dividendenrader Ausgabe 3, einem Teil der Global Equity Study¹ von Capital Group. Das bereinigte Dividendenwachstum lag – nach Anpassungen um Wechselkurseffekte, Einmalzahlungen und Kalendereffekte – bei 6,0 Prozent. Auf Unternehmensebene betrug das mediane Dividendenwachstum 5,8 Prozent.
Das Jahr endete stark: Die Ausschüttungen erreichten im vierten Quartal mit 428 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert und unterstrichen damit die Widerstandsfähigkeit des Dividendenwachstums. Das nominale Wachstum im vierten Quartal lag bei 6,5 Prozent, das bereinigte Wachstum bei 5,9 Prozent.
Alexandra Haggard, Head of Asset Class Services, Europe and Asia-Pacific bei Capital Group, sagt: „Das Dividendenwachstum erreichte 2025 Rekordniveaus – getragen von robusten Gewinnen und einer breit abgestützten Stärke über Regionen und Sektoren hinweg, mit nur wenigen Schwächebereichen. Mit Blick auf 2026 gibt es viele ermutigende Signale: Die globalen Aktienmärkte verbreitern sich, mehr Unternehmen treiben die Renditen, und Dividenden werden durch den Gewinnausblick gut unterstützt. Dividendenströme können ein starker Indikator für die finanzielle Gesundheit und Stabilität eines Unternehmens sein. Mit tiefgehender Analyse und Selektivität können aktive Manager wie Capital Group Unternehmen identifizieren, die ihre Dividenden langfristig zahlen und steigern. Wir sind überzeugt, dass Dividenden für langfristige Anleger weiterhin eine wichtige Quelle für Stabilität bleiben.“
Sektortrends
Finanzwerte waren 2025 der wichtigste Treiber des Dividendenwachstums:
Versicherungen sowie sonstige Finanzwerte verzeichneten kräftige Anstiege der
Ausschüttungen um 12,5 Prozent bzw. 16,8 Prozent.
Technologie lieferte das zweitstärkste bereinigte Wachstum, angeführt von Software-Unternehmen sowie IT-Dienstleistern, die ein bereinigtes Plus von 13,0 Prozent erzielten. Dividenden aus dem Software-Bereich waren in etwa mit denen des Automobilsektors vor einem Jahrzehnt vergleichbar, lagen 2025 jedoch um 45 Prozent höher bei einem Rekordwert von 64,1 Milliarden US-Dollar. Auch Pharma, Versorger, Medien sowie der Maschinenbau – insbesondere Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung – leisteten große Beiträge. Rückläufige Ausschüttungen gab es nur im Bergbau, bei Automobilherstellern sowie in den Bereichen Öl, Gas & Energie – was eine Kombination aus schwächeren Gewinnen in zyklischen Branchen widerspiegelt.
Märkte
Geografisch war das Wachstum breit verteilt: In 30 der 46 Märkte bzw. Regionen
im Capital-Group-Index² wurden Rekordauszahlungen verzeichnet, darunter die
USA, Japan, Kanada, Singapur, Hongkong, Taiwan sowie der Großteil Europas. Der
schwache US-Dollar trug dazu bei, dass mehr Märkte in US-Dollar neue Rekorde
erreichten.
Japan führte das Feld an: Die Ausschüttungen japanischer Unternehmen stiegen mit +12,5 Prozent doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt – begünstigt durch einen stärkeren Fokus auf Corporate Governance und Aktionärsvergütung. Die USA, die Schwellenländer, Kanada und Europa verzeichneten jeweils auf das Gesamtjahr ein bereinigtes Wachstum von rund 6–7 Prozent. In den USA normalisierte sich das Dividendenwachstum, nachdem es 2024 durch große neue Dividendenzahler aus dem Technologiesektor zusätzlich gestützt worden war. In Europa gab es in den meisten Ländern und Sektoren breit angelegte Zuwächse; das mediane Dividendenwachstum lag bei 6,8 Prozent und damit über dem globalen Durchschnitt.
Australien war – aufgrund der hohen Rohstofflastigkeit und langsamer wachsender Banken – ein auffälliger Schwachpunkt. Großbritannien hinkte wegen Bergbau und Telekommunikation hinterher, während in China der Druck auf Unternehmensgewinne über fixe Ausschüttungsquoten direkt an die Dividenden weitergegeben wurde.
Die deutschen Dividenden stiegen 2025 sowohl in US-Dollar als auch in Euro auf Rekordniveaus, wenngleich das Kernwachstum mit 2,9 Prozent moderater ausfiel. Dies spiegelt den überproportionalen Einfluss einer kleinen Zahl großer Kürzungen wider. Diese Reduktionen konzentrierten sich auf die Automobil- und Chemiesektoren und belasteten das Gesamtwachstum.
Ein mittleres Dividendenwachstum (Median) von 6,7 Prozent zeichnet ein repräsentativeres Bild der Lage im breiteren deutschen Markt. Aus sektoraler Sicht leisteten die Finanzwerte den stärksten positiven Beitrag – insbesondere die Versicherer –, während das Dividendenwachstum ansonsten über mehrere Sektoren hinweg breit getragen war.
2026
Für 2026 wird ein nominales Ausschüttungswachstum von 5,4 Prozent erwartet bzw.
ein neuer Rekord von 2,20 Billionen US-Dollar. Dies entspräche einem
bereinigten Wachstum von 5,7 Prozent.
Arne Tölsner, Head of Client Group DACH bei Capital Group, sagt: „Dividenden gehören zu den unmittelbarsten Wegen, wie Unternehmen ihren Erfolg mit Investoren teilen. In einem Umfeld, das von geopolitischer Unsicherheit, Zollkonflikten und wechselnden Volatilitätsphasen geprägt ist, können Unternehmen, die Dividenden zahlen und zeigen, dass sie diese über die Zeit nachhaltig steigern können, Portfolios Stabilität geben. Unser aktuelles Dividendenradar zeigt, dass weltweite Dividenden 2025 einen Rekordwert von 2,09 Billionen US-Dollar erreicht haben, und die Ausschüttungen dürften 2026 auf 2,20 Billionen US-Dollar steigen. Für Anleger in Deutschland können Dividenden weiterhin eine verlässliche Einkommensquelle und Widerstandsfähigkeit über unterschiedliche Marktphasen hinweg bieten.“
Den vollständigen Bericht Dividendenradar, Ausgabe 3 finden Sie hier.
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