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Bärenrally oder Trendwende? Die Anleger sind noch unsicher.
Börse

Trendwende an der Börse? Die Stimmung ist schlecht, die Kurse steigen

Die Aktienkurse steigen. Doch private und professionelle Anleger bleiben gleichermaßen pessimistisch. Das ist ein gutes Zeichen.

18.11.2022 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Kaufen, wenn die Kanonen donnern, war zu allen Zeiten ein guter Rat an Investoren. Wobei dies metaphorisch gemeint ist. Im aktuellen Kontext, da direkt an der Außengrenze der Europäischen Union ein Krieg tobt, kann die alte Börsenweisheit leicht verstören. Und doch gilt sie derzeit wie selten zuvor. Der Ukrainekrieg trägt zusammen mit der immer noch schwelenden Covid-Pandemie, den hohen Inflationszahlen, steigenden Zinsen und zunehmenden Rezessionsängsten in Europa zu einer eher düsteren Grundstimmung bei. Vielen Anlegern ist derzeit nicht wohl bei dem Gedanken, frei verfügbares Kapital in Aktien zu stecken. Kein Wunder: Das Jahr 2022 gehört bisher wahrlich nicht zu den besten in der Börsengeschichte. Der MSCI World Index hat seit Jahresbeginn rund 18 Prozent an Wert eingebüßt. Beim DAX sind es rund zehn Prozent. Arg gebeutelt hat es die mittelgroßen Unternehmen in Deutschland: Der MDAX sackte seit Januar um mehr als 27 Prozent ab. Ähnlich desaströs sieht es am Rentenmarkt aus. Die jüngsten und auch die weiteren erwarteten Zinserhöhungen haben die Kurse einstürzen lassen und die Renditen in die Höhe getrieben. Der Welt-Staatsanleihenindex FTSE World Government Bond hat seit Januar rund 18 Prozent verloren. Die Verluste sind also nahezu identisch mit denen im MSCI World.

Privatanleger halten ihre Taschen zu

Wie defensiv Privatanleger derzeit agieren, wird am Beispiel der Deka sichtbar. Die Sparkassen-Tochter meldete in dieser Woche ihre Vertriebszahlen für die ersten neun Monate. Retailkunden haben demnach von Januar bis September insgesamt 13,9 Milliarden Euro angelegt. Das sind 4,2 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum, also fast ein Viertel. Auch die Zuwächse im Fondsgeschäft lagen mit 11,9 Milliarden Euro deutlich unterhalb des Vorjahreszeitraums (16,7 Mrd. Euro). Immerhin ihren Sparplänen blieben die Anleger bisher treu. In den ersten neun Monaten kamen sogar netto rund 330.000 neue Verträge hinzu. „Die Anlegerinnen und Anleger zahlen weiter jeden Monat in ihre Wertpapiersparpläne ein. Wer sparen kann, legt Geld zur Seite oder schließt angesichts der hohen Inflation jetzt einen Sparplan ab, denn die steigenden Tagesgeldzinsen sind bei Inflationsraten von zehn Prozent keine Alternative“, sagt Dr. Georg Stocker, Vorstandsvorsitzender der DekaBank. Unterm Strich bleiben die privaten Anleger jedoch zurückhaltend.

Auch die Profis bleiben skeptisch, doch der Trend dreht

Bei den institutionellen Kunden summierte sich der Absatz bei der Deka in den ersten neun Monaten auf 5,3 Milliarden Euro. Das ist sogar eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr (5,2 Mrd. Euro). Doch die Profis bleiben skeptisch – nicht nur in Deutschland. Einer monatlichen Umfrage der Bank of America (BofA) zufolge haben aktuell 34 Prozent der institutionellen Investoren Aktien in ihren Portfolios untergewichtet. Die Portfoliomanager halten also bei Fondshäusern, Versicherern, Pensionskassen, Banken, Unternehmen und Hedgefonds weniger Aktien, als es die richtungsweisenden Indizes für ihre jeweiligen Häuser vorgeben. Die Stimmung sei immer noch sehr „bearish“, schlussfolgern die Strategen der BofA. Allerdings ist in den Umfrageergebnissen bereits eine Trendwende zu erkennen. Denn im Oktober und September lag die Untergewichtung mit 52 und 49 Prozent noch deutlich höher. Die seit Mitte Oktober steigenden Börsenkurse haben zu einer spürbaren Stimmungsaufhellung beigetragen.

Studie zeigt: Krisen sind Kaufgelegenheiten

Die Chance, mit Käufen in der aktuellen Krise langfristig Gewinne zu erzielen, hat sich zuletzt deutlich erhöht. Das ist das Ergebnis der jährlichen Langfriststudie von JP Morgan Asset Management. Starke Kursschwankungen wie zuletzt sollten Anleger nicht abhalten, in Wertpapiere zu investieren. Ganz im Gegenteil. „Die Vermögenswerte, die seit Beginn der 2000er Jahre die beste Wertentwicklung erzielten, waren auch diejenigen, deren Entwicklung am holprigsten verlaufen ist“, schreiben die Autoren.

In jedem Jahr gebe es unruhige Phasen. In den meisten Jahren seien zwischenzeitliche Kursrückgänge im zweistelligen Prozentbereich nichts Ungewöhnliches. Anleger sollten davon nicht überrascht sein. Oftmals hätten sich Schwächephasen am Aktienmarkt als Chance dargestellt. Gerade Aktien böten die aussichtsreichsten Chancen.

Die Erkenntnis: Anlagen mit geringeren Risiken hätten in der Vergangenheit auch tendenziell niedrigere Renditen eingebracht. Im Umkehrschluss bedeute dies: Wer vergleichsweise hohe Renditen erzielen wolle, sollte sich bewusst sein, dass man auf dem Weg dorthin eventuell auch größere Schwankungen in Kauf nehmen muss.

Fazit: Die aktuelle Zurückhaltung und Skepsis der Mehrzahl der Investoren ist ein gutes Zeichen. Vor allem vor dem Hintergrund der zuletzt steigenden Kurse. Denn das bedeutet, dass viel Liquiditiät vorhanden ist, die noch nicht investiert ist. Kurzfristig stark ansteigende Aktienkurse sind zwar derzeit nicht zu erwarten. Denn die gestiegenen Anleiherenditen locken aktuell viel Kapital an und bremsen die Aktieneuphorie. Doch auch das muss nicht schlecht sein. Ein langsamer, stetiger Anstieg der Aktienkurse ist erfahrungsgemäß nachhaltiger.

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