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Davor haben Asset Manager derzeit Angst

Die Herausforderungen sind für Asset Manager in den vergangenen Jahren nicht geringer geworden. Eine Umfrage gibt Auskunft darüber, vor welchen Aufgaben sie aktuell den größten Respekt haben.

15.05.2019 | 09:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Handelskonflikte, nachlassendes Weltwirtschaftswachstum, Überregulierung, demografischer Faktor, technischer Wandel, neue Konkurrenten: Die Zahl und die Größe der Herausforderungen für die Asset Management Industrie sind in den vergangenen Jahren gewachsen. Wie forsch oder ängstlich die Manager ihre Aufgaben angehen, dokumentiert das 22. CEO-Survey für das internationale Asset Management.

Die Umfrage, erstellt von der Unternehmensberatung PwC, vermittelt ein umfassendes Bild über Chancen und Risiken der Branche aus Sicht ihrer Vorstandsvorsitzenden.
So viel lässt sich vorweg zusammenfassend sagen: Die Topmanager blicken weniger optimistisch auf die Weltkonjunktur des Jahres 2019 als bei der Vorjahresumfrage. Allerdings glauben auch 61 Prozent der Befragten, dass sie 2019 mit neuen Produkten und Services Umsatzwachstum generieren werden. 68 Prozent sehen in Effizienzsteigerungen einen wirkungsvollen Wachstumstreiber für das eigene Unternehmen. Und 71 Prozent geben an, organisch wachsen zu wollen. Entsprechend gehen 65 Prozent der CEOs im Asset Management davon aus, dass ihre Beschäftigtenzahl 2019 moderat (53 Prozent) bis stark (12 Prozent) steigen wird.

Technischer Wandel als Herausforderung

Besonders gesucht sind IT- und Digitalexperten, die den technischen Wandel in den Vermögensverwaltungen vorantreiben sollen. 27 Prozent sehen in einer zu geringen Fachkräfteverfügbarkeit eine Wachstumsbedrohung, 24 Prozent im Tempo des technischen Wandels und 37 Prozent in der zunehmenden Cyberkriminalität.

Überregulierung als politische Gefahr

Auf die Frage, wo die CEOs im Asset Management auf politischer Ebene Gefahren für ihr Unternehmenswachstum sehen, nannten 43 Prozent „Überregulierungen“. Auf Rang 2 stehen „Handelskonflikte“ (32 Prozent) und danach „Politischer Populismus“ (30 Prozent).

Obwohl die weltweit bedeutendsten Handelskonflikte zurzeit zwischen den USA und China sowie zwischen Großbritannien und den Staaten der Europäischen Union stattfinden, sehen die CEOs im Asset & Wealth Management ihre wichtigsten Wachstumsregionen in den USA (32 Prozent), in Großbritannien (20 Prozent) und in China (15 Prozent). Deutschland liegt weniger im Trend und rangiert im aktuellen Survey mit 14 Prozent nur noch auf Rang 4. Im Vorjahr hatte Deutschland mit 25 Prozent noch auf Rang 3 gelegen.

Erfolgsfaktor Data-Mining

Die höchsten Zustimmungsraten im CEO-Survey von PwC für das internationale Asset Management haben – wie 2018 – Aussagen zur Relevanz von digitalen Datenanalysen bekommen. So bejahen 96 Prozent der befragten Vermögensverwalter-CEOs, dass Daten über Kundenpräferenzen und -bedürfnisse und deren Analyse mitentscheidend für den Langzeiterfolg ihrer Unternehmen sind. 91 Prozent sagen dies auch über Daten für die Finanzplanung und 90 Prozent über Daten zur Markenstärke und Unternehmensreputation. Dass die den Unternehmen für diese drei Segmente zur Verfügung stehenden Daten umfassend genug sind, sehen jedoch nur 15, 39 und 18 Prozent der Befragten.

Die Diskrepanzen belegen, wie weit das Bewusstsein für Daten als strategisches Asset und Entscheidungsgrundlage im Asset Management und die dafür nötige Datenqualität auseinanderliegen. Diese Lücke zu schließen, zählt zu den größten Herausforderungen des Asset Managements in den kommenden Jahren.

Künstliche Intelligenz wird den Markt signifikant verändern

Dass der Markt sich in den kommenden fünf Jahren durch Künstliche Intelligenz (KI) signifikant verändern wird, glauben 90 Prozent der Asset-Management-CEOs. 62 Prozent gehen sogar davon aus, dass das Thema eine größere Wirkung auf die Welt haben wird als der Siegeszug des Internets.

Dennoch: 26 Prozent der CEOs geben an, noch keine Pläne für KI-gestützte Technologien für das eigene Unternehmen zu haben. „KI-ferne Unternehmen könnten den technologischen Anschluss schnell verlieren, wenn sie das Thema noch länger auf die lange Bank schieben“, sagt Gerald Gonsior, Leiter Asset & Wealth Management bei PwC Deutschland. „Es ist besser, KI in kleinen Schritten zu integrieren als gar nichts zu tun.“ Immerhin 37 Prozent der Unternehmen im Markt planen, KI-Anwendungen in den nächsten drei Jahren einzuführen. Erst 29 Prozent der Asset & Wealth Manager arbeiten bereits mit KI.

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