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Zinsen von deutschen Hidden Champions

Am Rentenmarkt finden sich kaum noch rentable Anlagemöglichkeiten. Ein Lichtblick sind Mittelstandsanleihen. Das Segment bietet Anlegern noch Zins-Perspektiven.

03.09.2019 | 07:28 Uhr von «Matthias von Arnim»

Wer als Finanzberater von seinen Kunden auf verzinsliche Anlagen angesprochen wird, hat ein Problem: Der Rentenmarkt bietet immer weniger Papiere, bei denen Risiko und Chance in einem akzeptablen Verhältnis stehen. Weltweit werden mittlerweile Anleihen im Wert von mehr als 13 Billionen Euro negativ verzinst. Selbst bulgarische und rumänische Staatsanleihen locken kaum noch mit Zinserträgen oberhalb der Null. Deutsche Staatsanleihen bieten aktuell sogar nur noch Minusrenditen. Das ist historisch einmalig. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Denn die Europäische Zentralbank EZB hat angekündigt, den Leitzins mindestens mittelfristig bei null Prozent zu lassen, die Zinsen für Bankeinlagen weiter ins Minus zu drücken und ein neues Anleihen-Aufkauf-Programm auflegen zu wollen. Unter dem Strich bedeutet das für deutsche Anleger, die nach Anlagechancen auf dem Zinsmarkt suchen, nichts Gutes. Besonders für institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen oder auch Stiftungen ist die Aufgabe, ausreichend hoch verzinste, wenig riskante Anlagen für ihr Portfolio zu finden, zur Schwerstarbeit geworden.

Nischenmarkt mit besonderen Chancen

Die Jagd nach Anleihen, die nennbare Renditen abwerfen, ist zur Suche nach den berühmten Nadeln im Heuhaufen geworden. Solche wertvollen Nadeln sind unter anderem Anleihen von deutschen mittelständischen Unternehmen. „Selbst Firmen mit bekannten Namen und grundsoliden Bilanzen bieten Anleihen mit Renditen oberhalb von drei Prozent“, sagt Hans-Jürgen Friedrich, Vorstandsvorsitzender der KFM Deutsche Mittelstand AG. Das Unternehmen hat den Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds aufgelegt, der - wie der Name es schon verrät - ausschließlich in Zinspapiere von deutschen Mittelständlern investiert. „Gerade Unternehmen, die zum ersten Mal eigene Anleihen platzieren, müssen mit vergleichsweise hohen Zinskupons die Aufmerksamkeit des Anleihemarktes auf sich ziehen und unter Beweis stellen, dass sie die Fremdfinanzierung über die Börse im Griff haben. Solche Gelegenheiten packen wir beim Schopf. Vorausgesetzt natürlich, wir schätzen das Geschäftsmodell als langfristig tragfähig ein und trauen dem Unternehmen zu, über die kommenden Jahre hinweg am Markt erfolgreich zu bestehen“, erklärt Friedrich. 

Gestärkt durch die Anleihen-Krise

Dass Hans-Jürgen Friedrich großen Wert auf sein Research legt, ist kein Zufall. Friedrich war vor der Gründung seines Fonds Kreditanalyst. Er saß auf der anderen Seite des Tisches, wenn Unternehmen Fremdkapital aufnehmen wollten. Daher kennt Friedrich die Mentalität und die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen aus langjähriger Erfahrung wie kaum ein anderer Rentenfondsmanager. Vor allen Dingen: Er weiß, wo Schwachstellen und Gefahren lauern. Deshalb spielt das Risikomanagement bei der Auswahl von Mittelstandsanleihen in seiner Strategie eine zentrale Rolle. 

Wie wichtig das Thema ist, wurde auch privaten Anlegern vor einigen Jahren sehr deutlich: Der anfängliche Erfolg des BondM-Segments der Börse Stuttgart vor neuneinhalb Jahren lockte Investoren in Scharen an die Anleihen-Börse. Der anschließende Zusammenbruch des Marktes, nachdem einige namhafte Emittenten wie Air Berlin und German Pellets ihre Anleihen nicht mehr bedienen konnten, war umso bitterer. „Es gab Fehler auf allen Seiten. Viele Anleger ließen sich von den bekannten Namen der Emittenten blenden. Zudem waren die Ratings für die Unternehmen viel zu positiv. Auch die emissionsbegleitenden Banken müssen sich im Nachhinein Vorwürfe machen lassen“, sagt Hans-Jürgen Friedrich, dessen Fonds im November 2013 an den Start ging.

„Das Timing für den Fondsstart schien zwar auf den ersten Blick nicht ideal. Es war immerhin der Höhepunkt der BondM-Krise. Allerdings lag darin auch eine Chance. Auch wir haben dazugelernt “, so Friedrich: „Qualität, Transparenz und Kontrolle sind unabdingbar“. Die Deutsche Börse veröffentlichte damals einen Best Practice Guide für die Emission von Mittelstandsanleihen. Die Unternehmen, die sich an die darin festgehaltenen Regeln hielten, haben in der Folge auch überlebt. Die meisten Firmen, die die in dem Katalog aufgeführten Auflagen nicht erfüllen konnten oder wollten, wurden abgewiesen und kamen mit ihren Papieren gar nicht erst an den Markt. Die Marktbereinigung hat dem Segment sichtlich gutgetan.

Eigenes Bewertungsverfahren als Erfolgsrezept

Der Best Practice Guide und die verbesserten Standards der Rating-Agenturen sind für das Fondsmanagement des Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds jedoch nur zwei Bausteine bei der Auswahl geeigneter Anleihen für das Portfolio. Friedrich setzt seit dem Start seines Fonds auf ein eigenes Research. Mit der selbst entwickelten KFM-Bewertungsmethode prüft er die Bonität der Emittenten und die Qualität ihrer Mittelstandsanleihen auf Herz und Nieren und bewertet sie mit dem hauseigenen „KFM-Scoring“. Auf den Prüfstand kommen dabei in erster Linie familiengeführte Marktführer, in denen die Eigentümer tatsächlich noch das Sagen haben. Dazu zählen Unternehmen aus dem DAX30 FamilyPlus-Index, aber auch nicht börsennotierte Unternehmen wie Bertelsmann, Bosch oder Otto, deren Anleihen eine hohe Liquidität aufweisen. 

Besondere Chancen sieht Friedrich aber vor allem bei Unternehmen aus der zweiten Reihe, Hidden Champions mit soliden Bilanzen und manchmal auch kleineren Anleihen-Tranchen, die bei großen institutionellen Investoren durchs Beobachtungsraster fallen - auch deshalb, weil die allgemeinen Rating-Standards, die für große Emittenten gelten, den Bedürfnissen der Bewertung von Anleihen kleinerer Unternehmen nur zum Teil entsprechen. „Solche Anleihen sind spannend. Denn klassische Mittelständler verschulden sich ungern. Wenn sie Fremdkapital aufnehmen dann oft nur für konkrete Investitionsvorhaben. Das ist in der Regel sehr solide gerechnet“, so Friedrich. 

Mehr als vier Prozent Rendite per annum möglich

Dass sich die Mühe bei der Auswahl der passenden Investments lohnt, beweist die Performance. In den vergangenen fünf Jahren erwirtschaftete der Fonds eine Ausschüttungsrendite von jeweils über vier Prozent. 

Ausschüttungen in den vergangenen Jahren

Mittelstandsanleihen sind ein Zukunftsmarkt

Während vor fünf Jahren der Markt für Mittelstandsanleihen schon totgesagt wurde, ist das Segment nun ein Wachstumsmarkt. Dafür dürfte auch die Novellierung von Basel III und das bereits in Planung befindliche Regelwerk Basel IV sorgen. „Setzen die Banken die Regeln um, werden sie viele Anschlussfinanzierungen von derzeit noch laufenden Unternehmenskrediten nicht mehr gewährleisten können“, sagt Hans-Jürgen Friedrich. Die Unternehmen werden kaum eine andere Wahl haben, als sich Geld vom Kapitalmarkt zu holen. 

So ist abzusehen, dass es auch in den kommenden Jahren eine ausreichende Anzahl von mittelständischen Unternehmen geben wird, die zum ersten Mal Anleihen ausgeben und entsprechend hohe Zinsen bieten müssen. Für den Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds, seine Anleger und auch neue Investoren, die erst jetzt einsteigen, ist das eine gute Nachricht. Denn der Fonds profitiert nicht, wie so viele andere Rentenfonds derzeit, in erster Linie von Kurssteigerungen der jetzt im Portfolio befindlichen Anleihen, die sich in Zukunft nicht mehr halten lassen, sondern von der Qualität der Papiere und der Kontinuität der vergleichsweise hohen Ausschüttungen. Für einen Einstieg in den Fonds ist es deshalb noch nicht zu spät.

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