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Die Gefahren für eine Erholung

Die Gefahren für eine Erholung
Die Gefahren für eine Erholung
03/2021
William R. Rhodes und Stuart P.M. Mackintosh
Project Syndicate

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Während des vergangenen Jahres haben die Regierungen und Notenbanken der reichen Länder beispiellose fiskal- und geldpolitische Konjunkturmaßnahmen umgesetzt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie abzumildern.

14.04.2021 | 06:34 Uhr

Eine Rückkehr zu wirtschaftlicher Normalität – egal in welch abgewandelter Form das 2021 und 2022 sein wird – erfordert, dass sich die hochentwickelten Volkswirtschaften in absehbarer Zeit von staatlichen Hilfen unabhängig machen und so gefährliche neue Komplikationen vermeiden.

An der geldpolitischen Front haben die weltweiten Notenbanken, als die Pandemie im Frühjahr 2020 zuschlug, alles Erforderliche getan, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Seitdem haben sie eine hochgradig unterstützende Geldpolitik mit historisch niedrigen und in einigen Fällen negativen realen Leitzinsen verfolgt. Die Geldpolitiker haben dabei auf bestehende Instrumente zurückgegriffen und diese ausgebaut, und sie haben nach Bedarf neue Instrumente entwickelt.

Diese unverzichtbaren Maßnahmen haben die Bilanzen der wichtigen Notenbanken enorm aufgeblasen. Im Dezember 2020 beliefen sich die von der US Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank, der Bank von Japan und der Chinesischen Volksbank gehaltenen Vermögenswerte auf atemberaubende 28,6 Billionen Dollar. Hiervon entfielen 8,5 Billionen auf die EZB, 7,3 Billionen auf die Fed, 6,8 Billionen auf die Bank von Japan und 5,9 Billionen auf die Chinesische Volksbank.

In ähnlicher Weise haben die Regierungen der hochentwickelten Länder eine nach historischem Maßstab äußerst aggressive Fiskalpolitik verfolgt und Ausgabenbeschränkungen außer Kraft gesetzt, um vielen, die dies benötigten und verdienten, umfassende und weitgehend unterschiedslose Unterstützung zukommen zu lassen. Die G30 schätzt, dass die direkte Unterstützung aus Steuermitteln für Unternehmen, Beschäftigte und Arbeitslose während der COVID-19-Krise weltweit inzwischen zwölf Billionen Dollar übersteigt. Diese auf einen breiten politischen Konsens gestützte Hilfe hat eine Große Depression und weit verbreitete Not verhindert.

Viele dieser Notmaßnahmen waren nötig und unvermeidlich. Doch nun, da die politischen Entscheidungsträger eine mögliche Erholung in 2021/22 ins Auge fassen, müssen sie wachsam sein, was die Nebenwirkungen fortgesetzter geld- und fiskalpolitischer Impulse angeht. Bei ihren Versuchen, ihre Volkswirtschaften zu sanieren und umzugestalten, sind die USA und andere reiche Länder einer ganzen Reihe von Risiken ausgesetzt.

Zunächst einmal könnten sich die derzeit hohen Aktienbewertungen angesichts schwindender Konjunkturimpulse rasch zu einem üblen Problem auswachsen. Angeheizt durch enorme Liquiditätsströme und lockeres Geld laufen die Aktienkurse derzeit Amok, und die renditehungrigen Anleger stürzen sich auf riskante Anlagen.

Zudem ist den Märkten stillschweigend bewusst, dass die Notenbanken derzeit die meisten Assetklassen stützen, was ihre Risikobereitschaft erhöht. Dies hilft, den jüngsten steilen Kursanstieg und die holprige Kurskorrektur und anschließende Erholung beim Bitcoin und die durch die sozialen Medien angetriebenen steilen Kursgewinne des Einzelhändlers GameStop zu erklären, welche Hedgefonds, die Leerverkäufe mit dessen Aktien getätigt hatten, schwer unter Druck setzten. Und die Manie der Kapitalanlagen in sogenannte SPACs, die durch Börsengänge Kapital aufbringen und anschließend nach privaten Firmen suchen, die sie damit aufkaufen können, setzt sich ungebremst fort.

Doch ist es zweifelhaft, ob sich der derzeitige Aktienboom und das Streben nach höheren Renditen aufrechterhalten lassen, wenn die Politik ihre geld- und fiskalpolitischen Impulse einstellt. Die darauf folgende Marktkorrektur könnte steil und schmerzhaft ausfallen, und viele Anleger werden einen hohen Preis bezahlen.

Ein zweites Risiko betrifft die Schwierigkeiten der Unternehmen. Das Ausmaß staatlicher Unterstützung hat bisher dafür gesorgt, dass es in den hochentwickelten Volkswirtschaften zu weniger Geschäftsaufgaben und Konkursen gekommen ist als normalerweise. Doch wenn Regierungen und Notenbanken ihre Unterstützung zurückfahren, was unvermeidlich ist, wird der Prozess der kreativen Zerstörung unter kleinen und mittelständischen Firmen und selbst einigen größeren Unternehmen wieder einsetzen.

Viele in Schwierigkeiten steckende Unternehmen, die sich derzeit dank der staatlichen Großzügigkeit über Wasser halten, werden in der postpandemischen Wirtschaft nicht mehr solvent und nicht lebensfähig sein. Die Politik wird zulassen müssen, dass sie in Konkurs gehen, aufgekauft werden oder schließen. Dies anzuerkennen und den Ablauf der normalen Marktprozesse zuzulassen wird vielen Unternehmen und Beschäftigten weh tun und die Banken durch Kreditausfälle belasten. Doch werden die Volkswirtschaften diese Schmerzen aushalten müssen, denn es gibt keine Alternative.

Eine dritte Gefahr ist, dass andere Infektionsquellen – auf deren Bekämpfung Notenbanker und Aufsichtsbehörden womöglich schlecht vorbereitet sind – neue wirtschaftliche Ansteckungseffekte auslösen. Risiken könnten etwa von dem enormen und weiter wachsenden Schattenbankensektor ausgehen, von dem der Finanzstabilitätsrat schätzt, dass er 2018 Finanzwerte im Volumen von 50,9 Billionen Dollar hielt (das entspricht 13,6% der weltweiten Gesamtmenge).

Es gibt noch zahlreiche andere Bedrohungen für die wirtschaftliche Stabilität, die von Cyber-Angriffen und KI-Versagen bis hin zu Belastungen am Rentenmarkt und staatlichen Zahlungsausfällen reichen. Notenbanker und Aufsichtsbehörden können es sich nicht leisten, angesichts einer wirtschaftlichen Erholung im Gefolge der Pandemie sich abzeichnende neue Risiken in unbeaufsichtigten Finanzmärkten und Technologien zu missachten oder in beaufsichtigten Sektoren in ihrer Wachsamkeit nachzulassen.

Und schließlich ist da die Gefahr eines Rückfalls. Falls wir es versäumen, die Bevölkerungen außerhalb der zentralen hochentwickelten Volkswirtschaften umfassend gegen das Coronavirus zu impfen, laufen wir Gefahr, dass sich bei ungeimpften Gruppen neue Virusvarianten herausbilden, was zu einem neuerlichen steilen Anstieg der COVID-19-Zahlen führen könnte. Die Welt komplett zu impfen, um dieses Szenario zu vermeiden, würde schätzungsweise 38 Milliarden Dollar kosten – ein für eine robuste Erholung der Weltwirtschaft unerheblicher Preis. Die reichen Länder müssen die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen und aufhören, Impfstoffe zu horten.

Angesichts dieser Risiken müssen sich die politischen Entscheidungsträger in den hochentwickelten Volkswirtschaften die Nebenwirkungen ihrer aggressiven geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen bewusst machen. Ihre Aufgabe wird sogar noch schwieriger ausfallen, falls die G20-Regierungen angeführt von den USA es versäumen, die bescheidenden Mittel zur Verfügung zu stellen, die nötig sind, um die Welt gegen COVID-19 zu impfen. Wir können uns wiederholte Rückfälle, Pandemiewellen und wirtschaftliche Stillstände schlicht nicht leisten.

Copyright: Project Syndicate

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