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Investment-Konferenz

Fundamentalanalyse mit Blick aufs Märchenschloss

Auf der TiAM Investment-Konferenz am Alpsee analysieren hochrangige Experten verschiedener Fondsgesellschaften die aktuelle Weltlage und stellen passende Investment-Lösungen vor.

14.10.2022 | 14:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Wir schreiben den 14. Oktober 2022. Am Freitagnachmittag ist die zweitägige TiAM Investmentkonferenz gerade zu Ende gegangen. Vor dem Hotel stehen die letzten Teilnehmer, die nicht mit dem eigenen Wagen angereist sind. Sie warten auf ihr Taxi. Sie reden noch über das, was sie in den zurückliegenden eineinhalb Tagen vom Podium gehört und in den Gesprächen miteinander diskutiert haben. Ab und zu wandern die Blicke zum direkt gegenüber gelegenen Schloss Hohenschwangau. Oder zum Berg hinauf, nach Neuschwanstein. Dem Märchenschloss. Schön fürs Auge. Damals, zu Zeiten König Ludwigs II., der die Fertigstellung nicht mehr erlebte, war das Schloss eine schwere Belastung für den Staatshaushalt. Heute hat der weltweit bekannteste Prunkbau Deutschlands im Portfolio der Bayerischen Schlösserverwaltung ein Alleinstellungsmerkmal. Als Cashcow.

Merke: Wer Traumschlösser baut, zahlt erstmal teuer dafür. Was man daraus machen kann, zeigt erst die Zeit. Der nüchterne Blick auf das Geschehen an den Kapitalmärkten, ein Verständnis dafür, was in welcher Weise zusammenhängt und wie Investoren davon profitieren können, helfen dabei, die Bodenhaftung zu bewahren und sich nicht in Märchenwelten zu verlieren, sondern auf die Chancen und Risiken zu schauen. Gerade in diesen Zeiten ist das wichtig. Corona, Lieferkettenprobleme, Inflation, steigende Zinsen und der Ukrainekrieg sind keine Spaßthemen. Sie machen die Lage für Anleger kompliziert. Aktuell steht für viele eher die Verlustbegrenzung als der Kapitalzuwachs auf der Agenda. Die hochrangigen Referenten auf der Investmentkonferenz am Alpsee greifen die Problematik auf, analysieren die Ursachen und Zusammenhänge. Und sie bieten passende Strategien und Lösungen an.

Zum Auftakt der Veranstaltung etwa stellt Daniel Blum von Jupiter Asset Management in seinem Vortrag die Frage zur Diskussion, ob es an der Zeit sei, wieder in globale Anleihen zu investieren. Sicher, die Lage erscheine kompliziert. Die makroökonomischen Fundamentaldaten seien schwach, die Verschuldung zu hoch. Für die Zentralbanken sei es schwierig, die Geldpolitik stark zu straffen. In vielen Märkten seien angesichts der Belastungsfaktoren die Bewertungen immer noch sehr hoch, doch Teile des Kreditmarktes erschienen inzwischen interessant, sagt Blum. Denn es gebe Indizien dafür, dass die Inflation bald ihren Höchststand erreicht haben dürfte. Das sei ein guter Zeitpunkt, um bei BB- und BBB-Anleihen einzusteigen, so Blum. Viele Bilanzen seien in guter Verfassung. Die Ausfallraten dürften auf ihrem historisch niedrigen Niveau verharren. Mit einer Präferenz für defensive Sektoren suche der Fonds Jupiter Dynamic Bond, gemanagt von Ariel Bezalel und Harry Richards, hier derzeit gezielt nach Chancen.

Dr. Ernst Konrad von der Vermögensverwaltung Eyb & Wallwitz sieht im Folgenden das Thema Stagflation als Herausforderung für die Asset Allokation. Auch Konrad nennt die aktuellen Probleme schonungslos beim Namen: Die geringeren Ersparnisse der Haushalte sorgten dafür, dass weniger Liquidität in die Kapitalmärkte fließe. Der Aktienmarkt leide unter einer Verlangsamung des Gewinnwachstums, die Unternehmen würden niedriger bewertet. Die Gefahr eines „Unsicherheitsschocks“ wachse. Für Anleger sei die Situation im Vergleich zu früheren Dekaden komplizierter geworden. Denn Aktien- und Anleihekurse seien mittlerweile positiv korreliert. Das bedeute, dass Anleihen zunehmend ihre Stabilisierungswirkung in fallenden Aktienmärkten verlören. Die klassische starre 60/40-Allokation habe ausgedient. Dafür sei eine breitere Diversifikation über Anlagestile und Risikofaktoren wichtiger geworden. Konrad analysiert in seinem Vortrag das Marktgeschehen und ordnet es in den historischen Kontext ein – um schließlich die zukunftsorientierte „optimale“ Allokation im aktuellen Umfeld zu präsentieren. Im Phaidros Funds Balanced, einem ausgewogenen Multi-Asset-Fonds, findet Konrads Analyse praktischen Niederschlag.

Walter Seul von Swiss Life wendet sich am Donnerstag nach der Mittagspause in seinem Vortrag dem Thema Immobilien zu. Seine Erwartung: Trotz des Renditeanstiegs bei Staatsanleihen bleibe der Spread zu Immobilien positiv und Anlagen in Immobilien deshalb attraktiv. Eine möglicherweise weiter steigende Inflation stelle dabei oft kein hohes Risiko für Immobilienfonds dar. Voraussetzung: Das Portfolio sei, wie im Falle des Swiss Life Living + Working, durch indexierte Mietverträge weitgehend gegen die Folgen eines Inflationsanstiegs abgesichert. Seul beleuchtet auch die Entwicklungen am Energiemarkt und deren Auswirkungen auf Immobilien. Es bestehe angesichts der gestiegenen Energiekosten das Risiko, dass eine Kombination aus indexbedingten Mieterhöhungen und drastisch steigenden Mietnebenkosten kurz- bis mittelfristig zu Zahlungsausfällen in Immobilienfonds führen könnten. Beim Living + Working sei jedoch die Energienutzung ein begrenztes Problem: Nur elf Prozent der deutschen Objekte würden mit Erdgas heizen. Die „Living“-Quote, die rund 35 Prozent des Portfolios ausmache, unterliege zudem mit den Nutzungsarten Wohnen und Gesundheit im Falle der Ausrufung der Notfallstufe, also der Unterversorgung Deutschlands mit Gas, besonderem Schutz.

Im anschließenden Vortrag holt Gunter Burgbacher von der Vermögensverwaltung Haberger AG die Zuhörer im Konferenzsaal wieder aufs Aktienparkett zurück und lenkt die Aufmerksamkeit auf eine ganz besondere Unternehmensart: Er beschreibt börsennotierte Beteiligungsunternehmen als eigene Anlageklasse und erklärt deren Stärken. Als klassisches Beispiel nennt Burgbacher das Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway, gegründet von der Anlagerlegende Warren Buffett. Burgbacher analysiert das Unternehmensökosystem von Berkshire Hathaway und zeigt dezidiert dessen Strategie und die wichtigen Rendite- und Risikokennzahlen auf. Anschließend zeigt er anhand weiterer Beispiele, wie andere Beteiligungsunternehmen aufgestellt sind. Wie sie funktionieren. Und wie sie für Wachstum sorgen. Und er erklärt, wie der Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen, aufgelegt bei der Greiff capital management AG, die Chancen, die diese Unternehmen bieten, nutzt.

Zum Abschluss des ersten Konferenztages sorgt Gastrednerin Katharina Gehra, Chief Executive Officer & Co-Founder von Immutable Insight, mit ihrem Thema für angeregte Diskussionen. Ihre These: Tokenökonomie sei nicht nur der Wachstumstreiber der nächsten Dekade, sondern verändere de facto unsere Welt. Am Ende des spannenden Vortrags sind nicht wenige der anwesenden Finanzprofis genau davon überzeugt.

Mit Anleihen ließen sich bis zu neun Prozent Ertrag erzielen. Mit dieser Botschaft weckt Markus Peters von AB AllianceBernstein am Freitagvormittag seine Zuhörer auf. Der Anstieg der Staatsanleihenrenditen und auch der Spreads von US-amerikanischen und europäischen Hochzinsanleihen seien zuletzt stark angestiegen. Wer in die Historie blicke und vergleichbare Entwicklungen betrachte, stelle fest, dass solche Renditenanstiege erfahrungsgemäß ein guter Zeitpunkt waren, um bei Hochzinsanleihen einzusteigen. Das Risiko sei auf absehbare Zeit begrenzt. Denn nur 20 Prozent des Hochzinsmarkts würden in den nächsten drei Jahren fällig. Das Fondsmanagement des Rentenfonds AB Climate High Income Portfolio nutze das Zeitfenster, das sich derzeit auftue, um gezielt in passende Assets zu investieren. Im Fokus dabei: Anleihen von Unternehmen, die Klimaschutzlösungen entwickeln oder die damit verbundenen Kosten senken sowie Anleihen von Emittenten, die klimafreundlichen Ersatz für vorhandene umweltschädliche Produkte und Dienstleistungen anbieten. Als Beispiele nennt Peters Firmen wie den französischen Automobilzulieferer Faurecia, der führend auf dem Gebiet der Wasserstoffmobilität sei. Oder auch das US-Unternehmen Dana, das derzeit der einzige Anbieter sei, der alle Elemente eines kompletten und vollintegrierten elektrifizierten Systems für alle Mobilitätsmärkte anbieten könne.

Den letzten Fachvortrag des Kongresses hält Mathieu Negre von UBP. In seinem Beitrag „The benefits of Impact Investing in EM“ geht auch er auf das Thema Klimaschutz ein. Bei den von UBP gemanagten Aktienfonds UBAM Positive Impact Equity, UBAM Positive Impact Emerging Equity und UBAM Biodiversity Restoration stünden Aktien von Unternehmen im Mittelpunkt, die mit ihren Geschäftsaktiven und Produkten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Leitplanken für die Auswahl der passenden Unternehmen seien die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs), erklärt Negre. Dabei würden 15 der 17 SDGs in sechs Investment-Themen eingeteilt, die wiederum in zwei Gruppen aufgeteilt würden: Umweltschutz und Soziales. In diesem Rahmen bewege sich das Analysten- und Anlageteam, um wachstumsstarke Unternehmen zu identifizieren, die den hohen Ansprüchen für die Aufnahme ins jeweilige Fondsportfolio genügten. „Die Unternehmen in unserem Portfolio repräsentieren eine große Vielfalt an Technologien, Endmärkten und Produkttypen, von denen jedes ein bestimmtes UN-SDG anspricht“, so Negre.

Abgerundet wird der zweite Konferenztage durch Thomas Gitzel. In seinem Gastbeitrag mit dem Titel „Es ist eine Gezeitenwende!“ analysiert der Chefökonom der VP Bank Gruppe die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, des Klimawandels und der demografischen Verschiebungen und zeigt Chancen auf, die sich in diesem Umfeld ergeben. Chancen in der Krise nutzen und dabei immer realistisch bleiben: Es ist das passende Schlusswort für die Investmentkonferenz am Alpsee, am Fuße des Märchenschlosses in Bayern.

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