Homeoffice Story: Dirk Böckenholt und Melanie Rogoll - Crédit Mutuel IM

FundResearch TV dokumentiert im Rahmen der Web-Konferenz „Fonds im Fokus“ den in diesen Zeiten nicht alltäglichen Alltag von Finanzprofis. Heute: Dirk Böckenholt und Melanie Rogoll von Crédit Mutuel Investment Managers (CMIM).

01.06.2021 | 07:30 Uhr

Deutschland ist seit Monaten im Lockdown und Sie beide arbeiten – wie viele andere Menschen auch – von zu Hause aus. Gibt es etwas Positives, das Sie der Situation abgewinnen können?

Dirk Böckenholt: Sportlich fühle ich mich so fit, wie schon lange nicht mehr. Zum Ausgleich bin ich viel mit meinem Fahrrad unterwegs. Als Vertriebsmann bin ich sonst regelmäßig auf Achse und besuche Kunden. Sich dann abends noch mal zum Sport aufzuraffen, klappt nicht immer. Im Lockdown ist das anders. Bei mir heißt das Sport machen. Ich bin noch nie so viel Rennrad gefahren wie in den letzten Monaten. Selbst in den Wintermonaten konnte ich auf den Sattel. Der Funktionskleidung sei Dank.

Wie finden Sie Ihren Ausgleich, Frau Rogoll?

Melanie Rogoll: Wenn man beruflich viel unterwegs ist, findet man sich eher im Fitness-Studio wieder. Ich bin aber von Haus aus eine Läuferin. Morgens oder abends passt es für mich am besten. Und da ich in Hamburg nur einen Katzensprung von der Elbe entfernt wohne, sind die Voraussetzungen optimal. Diese regelmäßige Bewegung hat mir im Lockdown sehr geholfen.

Melanie Rogoll - Crédit Mutuel IM

Melanie Rogoll von Crédit Mutuel Investment Managers

Sales ist ein On-the-Road-Job. Wie geht das in Zeiten von Corona und Lockdown?

Melanie Rogoll: Bei Crédit Mutuel Investment Managers arbeiten wir auch ohne Corona im Home Office. Aus diesem Grund hat uns das Unternehmen völlig unabhängig von der Pandemie die Infrastruktur zur Verfügung gestellt, die dafür erforderlich ist. Wie sieht mein Tag zurzeit aus? Ich betreue bundesweit Vermögensverwalter, Banken, Sparkassen und Volksbanken. Diesen Kunden geben wir in Form von Webinaren regelmäßige Updates zu den Fonds. Ich bin dankbar für die neuen Online-Tools, die Kundenkontakte und Geschäftsgespräche möglich machen. Vor einigen Jahren wäre das noch völlig undenkbar gewesen.

Gibt es Einschränkungen für Sie?

Melanie Rogoll: Was aktuell leider nicht möglich ist, aber sonst zum Alltagsgeschäft gehört, sind Beraterschulungen. Ich denke aber, die Lockerungen in den einzelnen Bundesländern werden bald dafür sorgen, dass sich wieder eine gewisse Normalität einstellt.

Dirk Böckenholt: In der Regel war ich einen Tag pro Woche im Home Office, alle anderen Tage im Unternehmen oder bei Kundenbesuchen. Ein früherer Chef von mir hat mal gesagt, man muss viele Steine umdrehen, bis man den findet, unter dem ein Schatz liegt. Es ist wichtig die Kunden kennenzulernen und sich auszutauschen - das ist die Grundlage für jede gute Beratung. Bei meinem Wechsel zu CMIM habe ich von meinem Chef Lutz Overlack die Kunden aus den Segmenten Privatbanken und Dachfondsmanager übernommen, die ich coronabedingt aber leider noch nicht persönlich treffen konnte.

Inwieweit hat sich ihr Tagesablauf durch Corona verändert?

Dirk Böckenholt: Mein Home Office habe ich in unsere Einliegerwohnung des Hauses verlegt um dort in Ruhe arbeiten und telefonieren zu können. Doch da auch unsere Kinder zwischen Präsenz und Distanzunterricht ständig wechseln steht oft Hausaufgabenbetreuung an. Hier kommt das System an seine Grenzen, meine Frau ist Lehrerin und wenn sie nicht da ist, muss ich mich mit um die Kinder kümmern. Insgesamt hat sich die Situation wie bei vielen anderen Familien auch verändert.

Melanie Rogoll: Im Vergleich zu früher ist es insofern anders, als dass es das Gefühl für die einzelnen Wochentage so nicht mehr gibt. Früher wusste ich, von Montag bis Freitag bin ich in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München oder Köln. Jetzt bin ich jeden Tag hier im Home Office. Das macht die Tage einander ähnlicher und das Gefühl für den jeweiligen Tag schwindet.

Wenden wir uns mal den Kunden zu. Ist es unter den gegenwärtigen Umständen möglich, Neukunden zu gewinnen?

Dirk Böckenholt: Bestehende Kontakte können ausgebaut, andere können neu aufgebaut werden. Das dauert virtuell und online vielleicht etwas länger, aber in der Regel kann man doch gut Kontakt über das Telefon oder verschiedene Medien aufbauen.

Melanie Rogoll: Das kann ich bestätigen. Am Ende sind wir alle der knapp bemessenen Zeit und den gleichen Rahmenbedingungen ausgesetzt – und von daher funktioniert auch im Lockdown und vom Home Office aus die Neukundenakquise und Kundenbetreuung sehr gut. Auch mit einem Webinar funktioniert die Unternehmens- und Produktpräsentation ideal.

Blicken wir mal zurück auf Februar / März 2020. Wenn Sie diese Situation mit Ende 2019 vergleichen, hat sich am Verhalten der Kunden etwas verändert?

Melanie Rogoll: Coronabedingte Änderungen im Verhalten der Anleger sehe ich in meinem Bereich nicht. Vielmehr war 2020 ein Jahr, in dem wir viele neue Assets hinzugewonnen haben. Wir haben unter anderem Vermögensverwaltungsstrategien und da kann man nicht sagen, dass die Kunden wegen der Pandemie vorsichtiger geworden wären. Im Gegenteil: Viele haben neue Investments getätigt oder nachgekauft. Insbesondere bei den Vermögensverwaltern war die Nachfrage z.B. nach unserer Dividendenstrategie deutlich zu erkennen

Sie sprechen von Vermögensverwaltern und Beratern, die Endanleger betreuen. War das im semi- institutionellen Bereich auch so, Herr Böckenholt?

Dirk Böckenholt: In den letzten Monaten gestaltete sich das in meinem Segment etwas anders. Einige Investoren sind sehr schnell auf die Tech-Rally aufgesprungen und hatten dabei vor allem die Performance im Auge. Und die war ja auch außergewöhnlich gut. Nach meiner Auffassung hat, wer blind dem Tech-Hype hinterhergelaufen ist, möglicherweise übersehen, dass sich im Portfolio Klumpenrisiken bilden. Diversifikations- und Allokationsgrundsätzen folgend, ist aus meiner Sicht die Beimischung einer defensiven Komponente, wie etwa den Sektoren Konsumgüter und Gesundheitswesen, auch in solchen volatilen Phasen angezeigt. Ein gutes Beispiel ist auch das Thema Rohstoffe. Auch hier war die Performance außergewöhnlich, und als Diversifikationskomponente eine gute Alternative. Nach vorne blickend könnte es eine Idee sein, einen Teil sein Engagement in US Large Cap Titel zugunsten von US Mid Caps zu reallokieren. Diese weisen oft nicht mehr Volatilität auf und verfügen über ein solides Geschäftsmodell.

Müssen Sie in einer Krise Ihre Kunden anders ansprechen als sonst?

Melanie Rogoll: Unsere Fonds sind stabil in die Krise und durch die Krise gegangen. Das liegt vor allem an unserer defensiv-konservativen Anlagephilosophie. Bei den Kunden war es vielmehr so, dass sie sich zunächst selbst organisieren mussten. Dabei ging es auch um die Infrastruktur. Wie gesagt, ich betreue unter anderem Banken und Sparkassen und diese mussten sich technisch auf die Lage einstellen. So etwas wie Home Office gab es dort vielfach nicht. Nach einer kurzen Übergangsphase für uns und die Kunden haben wir die Kunden dann wieder aktiv angesprochen. Das heißt, unsere Kunden wussten zu jedem Zeitpunkt: Wir sind da und stehen an ihrer Seite. Eine solche Rückversicherung ist in der aktuellen Lage sehr wichtig.

Dirk Böckenholt: Banque de Luxembourg Investments steht für einen langfristigen, konservativen Anlagestil, auf neudeutsch: Quality Growth. Viele Kunden haben sich daran erinnert, was ihnen unsere Fondsmanager in der Vergangenheit gezeigt haben – nämlich, dass sich viele unserer Fonds in solchen krisenhaften Situationen auf Grund ihres Anlagestils gut gehalten haben. Und das hat uns in den Corona-Monaten bei den Anfragen nach vermögensverwaltenden Strategien geholfen zu zeigen, dass BLI anders managt als viele andere Fondsmanager. Bekanntermaßen verfolgen wir einen sehr stringenten Investmentansatz, der Unternehmen selektiert, die starke Wettbewerbsvorteile sowie hohe Eintrittsbarrieren aufweisen, über einen hohen Cash Flow verfügen und eine langfristig denkende Unternehmensführung haben. Dies gepaart mit unserer konservativen Unternehmensbewertung hat zur Folge, dass es einige Branchen schwer haben, sich für unsere Portfolien zu qualifizieren, wie etwa Automobilproduzenten, Fluggesellschaften oder Telekommunikationsunternehmen.

Was nehmen Sie als Erfahrung aus dem Lockdown-Erlebnis mit?

Melanie Rogoll: Es war vor allem sehr positiv zu sehen, wie gut wir im Team zusammenarbeiten. Insbesondere die Umstellung von BLI auf Crédit Mutuel Investement Managers, verlief reibungslos. Unsere Stärke ist das Team. Obwohl wir uns nicht persönlich treffen können, tauschen wir uns untereinander aus – nicht nur wenn wir ein Online-Meeting haben.

Dirk Böckenholt: Ich nehme mit, dass der persönliche Austausch schwer zu ersetzen ist. Eine Videokonferenz ist gut aber kann inhaltlich nicht so intensiv geführt werden wie ein persönliches Gespräch. Nur im gegenseitigen Austausch bekommt man wirklich mit, was der Kunde denkt, was er sich im Detail anschaut, usw. Die Vielfalt der angesprochenen Themen ist in einem persönlichen Gespräch umfangreicher. Den persönlichen Kontakt zu anderen Menschen, vor allem auch zu Kunden habe ich noch einmal sehr schätzen gelernt.

Frau Rogoll, Herr Böckenholt, herzlichen Dank für das Gespräch.


Die interaktiven Videokonferenzen im Überblick:

Dienstag, 22.06.2021

BLI: BL Equities Dividend – qualitativ hochwertige Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten

Eine Überzeugung ist bei uns tief verwurzelt: „Keine Kompromisse bei der Qualität!“. So halten wir es auch bei unserem globalen Dividendenansatz. Im Vordergrund steht immer die Qualität eines Unternehmens, die sich u.a. durch seinen Wettbewerbsvorteil ausdrückt. Erst im zweiten Schritt analysieren wir die Dividendenrenditen, welche wir dann wiederum in zwei Kategorien unterteilen. Erfahren Sie in diesem Webinar, welche Auswirkungen dies auf das Risiko-/ Ertragspotenzial des Fonds hat, und warum Dividendenaktien stets ihre Berechtigung in einem diversifizierten Portfolio haben.

Jetzt für die Videokonferenz am 22.06.2021 anmelden

Guy Wagner, Chefanlagestratege von BLI - Banque de Luxembourg Investments
BNP Paribas REIM

Mittwoch, 23.06.2021

Jupiter AM: Glänzende Aussichten für Gold & Silber

Erfahren Sie, wie durch eine aktive Beimischung von Silber sowie Gold- und Silberminenaktien potenziell höhere Renditen erzielt werden können als mit einer reinen Goldallokation und wie eine kleine Allokation in eine Gold- und Silber-Strategie einen sinnvollen Beitrag zur Portfoliodiversifikation leisten kann.

Ned Naylor-Leyland wird zudem Einblick in die aktuelle Positionierung des Jupiter Gold & Silver Fund geben und Ihre Fragen beantworten.

Jetzt für die Videokonferenz am 23.06.2021 anmelden

Ned Naylor-Leyland, Fund Manager (Head of Strategy, Gold & Silver)
BNP Paribas REIM

Donnerstag, 24.06.2021

UBS Real Estate: Immobilienanlagen im Zeichen sich verändernder Arbeits- und Lebenswelten

Arbeits- und Lebenswelten verändern sich in Zeiten der Digitalisierung. Die Pandemie ist ein Beschleuniger des gesellschaftlichen Wandels. Aus den Herausforderungen entstehen Chancen in zukunftsgerichtete und nachhaltige Immobilienanlagen. Aktives nachhaltiges Asset Management in Offene Immobilienfonds, die den Wandel antizipiert, ist das Fundament unserer Anlageentscheidung.

Jetzt für die Videokonferenz am 24. Juni 2021 anmelden.


Dienstag, 29.06.2021

StarCapital AG: Die Welt in zwei Lager? Warum alte Value-und Growth-Definitionen nicht mehr zählen

Value-Aktien dominierten lange Zeit die Renditerankings. Seit der Finanzkrise konnten jedoch Wachstumswerte wesentlich stärker im Kurs wachsen. Doch die (Aktien-)Welt dreht sich weiter und die zwei Lager, in die sie aufgeteilt wurde, lösen sich auf.

Dr. Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement bei StarCapital, nennt die Gründe und erläutert, warum der klassische Value-Ansatz nicht mehr reicht und welche Chancen die Profitable Value-Strategie bietet.

Jetzt für die Videokonferenz am 29. Juni 2021 anmelden.

Dr. Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement und Vorstand der StarCapital AG
BNP Paribas REIM

MITTWOCH, 30.06.2021

Assenagon Multi Asset-Strategie: Attraktive Renditechancen im Niedrigzinsumfeld und Stabilitätsanker für die individuelle Anlagestrategie

Das aktuelle Niedrigzinsumfeld und volatile Kapitalmarktphasen erfordern zum einen die Aussicht auf Rendite, aber auch einen Stabilitätsanker im Portfolio. Beides konnte der mehrfach ausgezeichnete Fonds Assenagon I Multi Asset Conservative unter Beweis stellen.

Thomas Romig zeigt auf, welche Möglichkeiten im gegenwärtigen Umfeld von Inflationsängsten, möglicherweise steigenden Zinsen und den aktuellen Aktienmarktniveaus im Multi Asset-Kontext bestehen und wie diese aktiv genutzt werden.

Jetzt für die Videokonferenz am 30. Juni 2021 anmelden.

Thomas Romig, Head of Multi Asset Portfolio Management
Assenagon

Donnerstag, 01.07.2021

Neuberger Berman: Private Equity ELTIF - von der Wallstreet zur Mainstreet

Mit dem European Long Term Investment Fund, kurz ELTIF, wurde ein Weg geschaffen, der es auch einer breiteren Investorengemeinschaft ermöglicht, in regulierten Rahmen in illiquide Anlagestrategien zu investieren

Im Webinar werden wir die Chancen des ELTIF vorstellen und wichtige Konzepte für Private-Equity-Investoren erläutern.

Jetzt für die Videokonferenz am 1. Juli 2021 anmelden.

Stefan Becker, Senior Vice President
Neuberger Berman

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