Einblicke in die Situation der Schwellenländer: Chancen auf dem chinesischen Konsumgütermarkt

Einblicke in die Situation der Schwellenländer: Chancen auf dem chinesischen Konsumgütermarkt
Schwellenländer

In der aktuellen Ausgabe unserer „Einblicke in die Situation der Schwellenländer“ untersuchen wir, welche Chancen bei führenden Unternehmen im Konsumgütermarkt sich vor dem Hintergrund des schwachen wirtschaftlichen Umfelds in China abzeichnen.

14.08.2026 | 08:58 Uhr

Der chinesische Konsumgütermarkt: Wo der Abschwung Chancen eröffnet

Jüngste Wirtschaftsdaten beziffern das Wirtschaftswachstum Chinas im zweiten Quartal auf 4,3 %. was dem schwächsten Wachstum seit dem vierten Quartal 2022 entspricht. Diese Schwäche war nicht zuletzt auf die verhaltene Inlandsnachfrage zurückzuführen. Als diese Daten veröffentlicht wurden, befand sich unser Analyst für den chinesischen Verbrauchermarkt gerade auf einer Research-Reise in China. Sein Fazit: Die Schwäche betrifft nicht alle Segmente gleichermaßen, und für einige Unternehmen könnten sich die Aussichten sogar aufhellen.

Das Segment der Schnellrestaurants in China war im Jahr 2025 mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Lieferplattformen haben ihren Kunden massive Preisnachlässe angeboten, was die Gewinne der Schnellrestaurants, die die Dienste dieser Plattformen in Anspruch nehmen, belastet hat. Während ein Teil der mit den Rabatten verbundenen Kosten von den Lieferplattformen getragen wurde, entstanden den Schnellrestaurants zusätzliche Liefer- und Marketingkosten, um sich erstklassige Platzierungen auf diesen Plattformen zu sichern. Hinzu kam, dass die Gewinnmargen durch das Angebot stark reduzierter Mahlzeiten für Nutzer von Essensliefer-Apps ohnehin schon unter Druck standen.

Trotz dieses wettbewerbsintensiven Umfelds berichtet ein Manager einer großen Schnellrestaurantkette, dass sein Unternehmen und andere große Anbieter Marktanteile von kleineren Wettbewerbern gewinnen. Er zeigt sich zudem optimistisch hinsichtlich einer Margenverbesserung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Hier sieht er Spielraum, da die Ausgaben für Sonderrabatte allmählich zurückgehen.

Ein weiteres Unternehmen, das der Analyst als chancenreich identifizierte, ist ein Molkereiunternehmen. Auf Branchenebene hat sich die Angebots- und Nachfragedynamik verbessert. Der Analyst traf sich mit zwei Unternehmen, die bestätigten, dass die Lagerbestände im Vertriebskanal wieder auf ein sehr niedriges Niveau gesunken sind. Anschließend besuchte er im Rahmen seiner Channel-Checks mehrere Supermärkte und Hypermärkte. Er stellte fest, dass zwei wichtige Kennzahlen – Produktfrische und Produktionsdaten – auf einen tatsächlich robusten Lagerumschlag hindeuteten. Ein wichtiger Faktor: dies bestätigte sowohl die Branchendaten zur Normalisierung von Angebot und Nachfrage als auch die individuellen Einschätzungen der Manager. Dies gab ihm eine gewisse Zuversicht, dass sich die Lage innerhalb der Branche aktuell stabilisiert.

Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass das Konsumumfeld in China weiterhin herausfordernd bleibt. Die Branchenkonsolidierung, die nachlassende Intensität der Preisnachlässe sowie die verbesserten Rahmenbedingungen in ausgewählten Sektoren – wie der Milchindustrie – sprechen allerdings dafür, dass Unternehmen mit hoher Umsetzungsstärke und führender Marktposition weiterhin Chancen haben könnten.

Ausblick

Aktien aus Schwellenländern konnten die Marktschwankungen im Juli gut bewältigen. Das Hauptaugenmerk des Marktes lag in letzter Zeit vor allem auf KI. Aus unserer Sicht ist KI nach wie vor ein wichtiges langfristiges Thema. Das bedeutet, dass die Ausgaben der Hyperscaler zwar voraussichtlich hoch bleiben werden, es jedoch das Risiko verzögerter Renditen gibt. Die Wachstumsperspektiven der Schwellenländer gehen über den Bereich der künstlichen Intelligenz hinaus. Die Energiewende ist ein weiteres zentrales Thema. Zu den übrigen langfristigen strukturellen Wachstumstreibern zählen die Digitalisierung und der Konsum.

Marktkommentar

Aktien aus Schwellenländern gaben im Juli 2026 nach. Einerseits nahmen die Spannungen im Nahen Osten zu, andererseits gerieten Technologiewerte angesichts von Bedenken hinsichtlich überhöhter Bewertungen und umfangreicher Investitionspläne unter Druck. Eine Verschärfung der Vorschriften für gehebelte börsengehandelte Fonds auf Einzelaktien in Südkorea sowie anschließende Margin Calls belasteten die Halbleiterbranche erheblich.


WO LIEGEN DIE RISIKEN?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Anlagekapitals.

Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.

Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in den Schwellenländern noch größer. Anlagen in Unternehmen eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Region können einer größeren Volatilität unterliegen als Anlagen, die geografisch breiter gestreut sind.

Der Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch, und daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle. Investments in China, Hongkong und Taiwan unterliegen speziellen Risiken, dazu gehören eine geringere Liquidität, Enteignungen, eine konfiskatorische Besteuerung, Spannungen im internationalen Handel, Verstaatlichung sowie Devisenkontrollbestimmungen und eine hohe Inflation. All dies kann negative Auswirkungen auf den Fonds haben. Investments in Hongkong und Taiwan könnten wegen der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu China negativen Einflüssen unterliegen.

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