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Experte: Allenfalls hybrider Krieg zwischen Russland und Ukraine

HAMBURG/BERLIN (dpa-AFX) - Zwischen Russland und der Ukraine wird es nach Ansicht des Politologen Stefan Meister zu keinem offenen Kriegsausbruch kommen. "Ich glaube, es wird keinen großen Krieg geben, sondern wenn, dann wird es einen hybriden Krieg geben. Es wird vielleicht sogar einen geben, den wir als solchen nicht definieren", sagte der Programmleiter bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik am Freitag im Interview für den Radio-Hamburg-Podcast "Weisheit mit Löffeln". Als Beispiel für einen hybriden Krieg nannte Meister das russische Vorgehen 2014 auf der Krim, als Bewaffnete ohne Abzeichen öffentliche Gebäude einnahmen. Zur hybriden Kriegsführung zählte Meister auch Cyberattacken und Anschläge.

21.01.2022 | 16:38 Uhr

Der Experte erwartet nicht, dass die Deutschen wegen möglicher ausbleibender russischer Gaslieferungen im Winter frieren müssen. Zwar bekomme Deutschland über 40 Prozent seines Gases aus Russland. Meister fügte aber hinzu: "Erstens glaube ich nicht, dass Russland Interesse hat, die Gaspipeline wirklich zu schließen, und zweitens können wir immer auch über europäische Liefersysteme (.) Flüssiggas bekommen."

Kritisch äußerte sich der Politikwissenschaftler über die Rolle von Kanzler Olaf Scholz (SPD): "Weder die europäischen Partner noch die USA wissen eigentlich, was ist die deutsche Position." Aufgabe des Kanzlers wäre es, Klarheit zu schaffen. Lobende Worte fand Meister für Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Bei ihrem Antrittsbesuch in Moskau habe sie sich von ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow nicht provozieren lassen. "Lawrow hat sie ziemlich abblitzen lassen und hat im Prinzip seine Halbwahrheiten verbreitet, aber ich finde, sie hat ihn da gut pariert."

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