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AKTIE IM FOKUS: Bayer-Kurs steckt erneute Glyphosat-Niederlage in USA gut weg

Bayer DE000BAY0017-Aktien haben am Mittwoch ihren Stabilisierungsversuch mit einem Plus von fast zwei Prozent auf 32,32 Euro fortgesetzt. Nach einem Misserfolg in einer wichtigen Studie mit dem Blutgerinnungshemmer Asundexian - eigentlich eine Milliardenhoffnung - waren die Papiere im November eingebrochen und hatten ihr Jahresminus auf bis zu gut 37 Prozent ausgeweitet. Im Vergleich zum Jahreshoch vom Februar hatte sich das Minus sogar auf mehr als die Hälfte summiert.

06.12.2023 | 11:40 Uhr

In den vergangenen Handelstagen stabilisierte sich der Kurs dann nahe dem tiefsten Niveau seit Mitte der 2000er-Jahre. An diesem Mittwoch verwiesen Händler auf ein weiteres Urteil in einem US-Glyphosat-Prozess gegen Bayer, das Anleger auf dem niedrigen Kursniveau nicht mehr zusätzlich verschreckt habe.

Es ist die fünfte Niederlage in Folge. Zudem ist die Summe, die eine Geschworenen-Jury in Philadelphia der Klägerin zusprach, die einen glyphosathaltigen Unkrautvernichter für ihr Krebsleiden verantwortlich macht, mit insgesamt 3,5 Millionen US-Dollar eher niedrig. Zudem dürfte der Richter die Summe noch senken und Bayer will gegen das Urteil vorgehen.

Bayer verteidigt sich indes weiter. "Wir können das Urteil nicht nachvollziehen, auch wenn die Jury gespalten war und der zugesprochene Schadenersatz relativ gering ist. Das Urteil steht im Widerspruch zu der weltweiten wissenschaftlichen und regulatorischen Bewertungen und wir sind überzeugt davon, starke Argumente für die Berufung zu haben." Mit 9 von 14 Fällen seien zudem die meisten der jüngsten Prozesse gewonnen geworden. Vor diesem Hintergrund wolle Bayer weiterhin Prozesse vor Gericht führen.

Die Leverkusener haben bereits einen großen Teil der US-Glyphosatklagen mit Vergleichen beigelegt, was Milliarden kostete. Rund 113 000 Fälle wurden so abgehakt, rund 50 000 sind noch offen. Dabei hat Bayer sich vor allem auf Fälle konzentriert, bei denen Kläger mit Blick auf drohende Gerichtsverhandlungen wohl eher gute Chancen gehabt hätten. Umso mehr verunsichert die aktuelle Niederlagenserie Anleger.

Neben Glyphosat ist Bayer zudem mit Klagen wegen angeblicher Spätfolgen - mutmaßliche Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden - durch die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB von Monsanto konfrontiert. Analysten sehen hier weitere Milliardenrisiken.

Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup und PCB hatte Ex-Bayer-Chef Werner Baumann 2018 mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Monsanto-Übernahme ins Haus geholt. Im selben Jahr folgte ein erstes Urteil gegen den Dax DE0008469008-Konzern, das in den USA eine Klagewelle in Gang setzte. 2020 hatte Bayer ein milliardenschweres Programm aufgelegt, um den Großteil der Klagen - ohne Haftungseingeständnis - beizulegen.

Seit dem ersten Glyphostat-Urteil 2018 kurz nach Abschluss der Monsanto-Übernahme hat der Bayer-Kurs rund zwei Drittel an Wert verloren. Aktuell prüft der neue Konzernchef Bill Anderson nach Druck von Investoren auch eine mögliche Aufspaltung des Konzerns. Allerdings könnte sich das schwierig gestalten.

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