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Berenberg: Die globalen Gewinner der Megatrends

Martin Hermann, Senior Portfoliomanager bei Berenberg, erklärt, wie sich mit einer sehr überschaubaren Anzahl an Aktien überdurchschnittliche Renditen erzielen lassen. Das Geheimnis: die Konzentration auf wesentliche Megatrends.

26.10.2021 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Der Berenberg Global Focus Fund hat seit seiner Auflage im Dezember 2018 eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Die Kurse der im Fonds enthaltenen Assets haben sich in den vergangenen zwei Jahren im Durchschnitt mehr als verdoppelt. Unter dem Strich steht ein Plus von rund 110 Prozent. Zum Vergleich: Der MSCI World Index hat im selben Zeitraum 72 Prozent an Wert zugelegt. Das ist, für sich genommen, auch nicht schlecht, im Vergleich zum Berenberg-Fonds aber geradezu dürftig. Martin Hermann, Portfoliomanager des Berenberg Global Focus Fund, kann den Erfolg seines Fonds erklären. Auf der FondsConsult Investment-Konferenz in München schlüsselt er sein Anlagerezept den anwesenden Vermögensverwaltern, Vermittlern und Finanzberatern auf: „Wir sind aktive Stockpicker auf Bottom-Up-Basis. Das heißt, wir schauen uns sehr gezielt interessante Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle und ihre Strategie an“, erklärt Martin Hermann. Das Portfolio, das Hermann verwaltet, ist auf 30 Unternehmen konzentriert, mit einer Mischung aus größeren Unternehmen und Firmen, die noch großes Potenzial und mehr Fantasie haben. Bevor ein Unternehmen es in den kleinen Kreis ausgewählter Titel schafft, muss es einen strengen Auswahlprozess durchlaufen. Hermann und sein Team suchen Firmen, die auf viele Jahre überdurchschnittliches Wachstum erzeugen können, mit steigendem Cashflow – im besten Fall solche Unternehmen, deren Potenzial vom Markt noch nicht in vollem Umfang gesehen wird. Der Fondsmanager analysiert dabei die Unternehmen nicht nur aufgrund ihrer fundamentalen Daten, sondern achtet auch auf ihre ESG-Verträglichkeit. Zudem muss das Umfeld passen. Attraktiv findet Hermann insbesondere solche Unternehmen, deren Geschäftsfelder sich im Rahmen aussichtsreicher Mega-Trends bewegen. „Bereiche, die wir spannend finden, sind unter anderem die Themen Grüne Revolution, Neue Technologien und Demografie. Wir suchen hier Firmen, die von einem dieser Basistrends profitieren, aber auch darüber hinaus Wachstum erzeugen können, zum Beispiel durch regionale Expansion oder wachsende Produktzyklen“, so Hermann.

Am Beispiel Technologie erklärt Hermann genauer, was er damit meint. So hätte etwa die Halbleiterindustrie zwar weiterhin großes Potenzial. Doch es gebe nur wenige Nischenspieler, die auch auf lange Sicht noch gutes Geld verdienen könnten. Ein weiteres Technologiefeld seien Crossover-Pioniere, die über ihr angestammtes Geschäftsmodell hinauswüchsen. „Wir sehen eine zunehmende Verknüpfung zwischen Social Media und E-Commerce. Auch bei Gaming sind noch nicht alle Möglichkeiten erschöpft. Wenn Nutzer chatten, spielen und einkaufen, bewegen sie sich oft noch in drei verschiedenen Welten. Doch diese Welten wachsen derzeit immer schneller zusammen“, so Hermann. Das sei unter anderem auch beim Brokerage zu beobachten. Dort gebe es einen Trend zur sogenannten Gamification – einem spielerischeren Umgang mit Geldanlage. Das sei kein Zufall.

Investmentbeispiel GoodRx: führende digitale Plattform für Consumer Healthcare

ALs konkretes Beispiel für ein Unternehmen, das im Bereich Gesundheit eine ertragreiche technologische Nische gefunden habe, nennt Hermann die Firma GoodRx aus den USA. „In den USA übersteigen die Ausgaben für das Thema Gesundheit alle anderen Bereiche. Für den durchschnittlichen US-Amerikaner ist das ein großes Problem. So sind die meisten Fälle finanzieller Schwierigkeiten auf die hohen Kosten für Gesundheitsdienstleistungen zurückzuführen“, erklärt Hermann. Das Unternehmen GoodRX biete hier eine Lösung an, die eine Ineffizienz des Marktes ausnutze: Je nachdem, bei wem sie versichert seien, zahlten Patienten unterschiedliche Preise für dasselbe Medikament. Die 20 Prozent der US-Amerikaner, die nicht versichert seien, zahlten für Medikamente sogar horrende Preise. Manchmal könnten sie sich die Medikamente eigentlich gar nicht leisten. Die Lösung: „GoodRx hat ein Ranking erstellt und mit Anbietern Verträge gemacht. So kann das Unternehmen Medikamente zu günstigeren Preisen anbieten. GoodRx hat mittlerweile 20 Millionen Nutzer, denen es bereits 30 Milliarden Dollar an Kosten gespart hat“, so Hermann. Über seine bisherige Geschäftsfelder hinaus habe GoodRX nun neue Produkte gelauncht, zum Beispiel eine Datenbank, auf der Konsumenten sich informieren könnten. Das Angebot ist werbefinanziert. Dieses Prinzip funktioniere natürlich nicht nur bei Medikamenten. Und so expandiere GoodRx nun auch in andere Bereiche. „Derzeit macht das Unternehmen eine Milliarde US-Dollar Umsatz. Das ist erst der Anfang. Das Potential ist riesig. Innerhalb kurzer Zeit hat GoodRx seine Konsumentenzahlen versechsfacht“, so Hermann. Aufgrund seiner gewachsenen Datenbasis, seiner Bekanntheit und der hohen Akzeptanz durch die Nutzer sei GoodRx das Google im Gesundheitssystem. Das Geschäftsmodell habe einen hohen Schutzwall. Konkurrenten könnten nur wenig besser machen. Schließlich profitiere GoodRx auch von einem gewaltigen Netzwerkeffekt: „Zwei Drittel der Ärzte empfehlen GoodRx. Die Firma erreicht Margen von 30 Prozent, obwohl es noch eine vergleichsweise junge Firma ist. Es ist ein rundum solides Geschäftsmodell“, sagt Martin Hermann.

Investmentbeispiel Netcompany: Wachstum mit komplexen Software-Projekten

Der erfahrene Portfoliomanager stellt noch ein weiteres Beispiel aus seinem Fonds vor, das er dem Bereich „Next Generation IT-Services“ zuordnet: NetCompany. Die dänische Firma habe sich auf hochkomplexe IT-Projekte spezialisiert, zum Beispiel die komplette Digitalisierung des Flughafens Kopenhagen. Das Projekt war von Anfang an als Plattformlösung konzipiert und wird nun weltweit vertrieben. Auch im Bereich Gesundheit sei NetCompany unterwegs: In Kooperation mit der NHS, der nationalen Gesundheitsbehörde in Großbritannien, hätten die Dänen ein Projekt für Ärzte entwickelt. Der Vorteil: hohe Margen und noch mehr Reputation für das nächste Großprojekt. „Man holt Top-Talente von den Universitäten. Das fällt NetCompany leicht. Denn das Unternehmen bietet seinen Programmierern Vorzeige-Projekte in Größenordnungen von mehreren Hundert Millionen Euro. NetCompany lebt von seinem guten Ruf und seinen bereits erzielten Erfolgen. Das bedeutet immer wieder Folgeaufträge“, so Hermann. Einer der Wettbewerbsvorteile sei das Baustein-Prinzip. Das Unternehmen könne seine Software-Bausteine oft branchenübergreifend immer wieder verwenden. „Bemerkenswert ist auch, dass bei Netcompany IT-Spezialist und Salesman in der Regel dieselbe Person sind. Das heißt, man vermeidet, dass Sales etwas verspricht, was die IT nicht halten kann“, so Hermann. Mit Knowhow und Service zu punkten, zahle sich aus. Mit Gewinnmargen von über 20 Prozent arbeite das Unternehmen sehr profitabel.

Investition nur in ausgewählte Unternehmen

Im Berenberg Global Focus Fund finden sich insgesamt 30 solcher Unternehmen. Im Durchschnitt werden die Positionen zwischen drei und fünf Jahre klang im Portfolio gehalten. An einer Benchmark orientiert sich der Fond nicht, „Wir können überall in jede Firma investieren, kaufen aber nur solche Unternehmen, von denen wir in ausreichendem Ausmaß die für uns wichtigen Informationen bekommen können“, sagt Martin Hermann. Um Märkte, bei denen die Informationsbeschaffung grundsätzlich schwierig sei, macht der Fondsmanager einen großen Bogen.

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