Moventum: Schwache Daten drücken die Stimmung

Michael Jensen, Head of Asset Management, Managing Director, Moventum AM

Die EZB präsentierte im Rahmen ihrer Notenbanksitzung die aktualisierten wirtschaftlichen Projektionen für die Eurozone. Dabei kam es teilweise zu signifikanten Korrekturen

13.03.2019 | 13:27 Uhr

Marktrückblick

In der vergangenen Handelswoche präsentierte die EZB im Rahmen ihrer Notenbanksitzung die aktualisierten wirtschaftlichen Projektionen für die Eurozone. Dabei kam es teilweise zu signifikanten Korrekturen. Für 2019 wurden die Wachstumsprognose von 1,7 Prozent auf 1,1 Prozent und die Inflation von 1,6 Prozent auf 1,2 Prozent zurückgenommen. Auch für 2020 und 2021 fielen die Werte geringer aus als zuvor. Damit würde das Inflationsziel für die nächsten Jahre weiterhin verfehlt. Daher kündigte die EZB neue geldpolitisch expansive Maßnahmen an. Zum einen wurde die Forward Guidance dahingehend angepasst, dass der Leitzins nicht nur über den Sommer hinaus, sondern bis Ende 2019 auf dem aktuellen Niveau verbleiben soll. Zum anderen wurden neue Langfristtender (TLTRO) angekündigt. Von September 2019 bis März 2021 sollen sieben TLTROs mit einer Laufzeit von jeweils zwei Jahren versteigert werden. Unter dem Strich zeigte sich die EZB damit deutlich expansiver in ihrer Politik, als von Marktteilnehmern erwartet.

In den USA enttäuschten vergangenen Freitag die Zahlen des US-Arbeitsmarktes. Im Februar wurden lediglich 20.000 neue Stellen geschaffen. Dies war deutlich weniger als erwartet (185.000). Aufgrund der hohen Zuwachsraten in den Vormonaten kann ein Teil der Schwäche jedoch als technische Gegenbewegung betrachtet werden. Die Arbeitslosenquote sank sogar von 4,0 auf 3,8 Prozent. Weiterhin positiv entwickelten sich indes die durchschnittlichen Stundenlöhne. Diese erreichten eine Jahresrate von 3,4 Prozent und damit den höchsten Wert in zehn Jahren. Aufgrund der guten Arbeitsmarktsituation dürfte sich dieser Trend in den nächsten Monaten sogar fortsetzen. Aus dem Reich der Mitte gab es neue Daten zum Außenhandel. Diese fielen insgesamt sehr schwach aus. Demnach brachen die chinesischen Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 20,7 Prozent ein. Auch die Importe gingen um 5,2 Prozent zurück. Man kann mit hoher Sicherheit festhalten, dass die globale Wachstumsabschwächung und der Handelskonflikt ihre Spuren in der chinesischen Wirtschaft hinterlassen.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent stieg im Vergleich zur Vorwoche auf 65,74 US-Dollar je Barrel. Die US-Währung legte gegenüber dem Euro zu und steht nun bei etwa 1,12 EUR/USD. Auch der Yen wertete gegenüber dem Euro auf.

In der vergangenen Handelswoche lagen die globalen Aktienmärkte im Minus. Aus Sicht des Euro-Investors verlor der japanische Markt dabei am wenigsten. Dahinter folgten europäische und US-amerikanische Titel. Schwellenländeraktien verloren etwas weniger als Titel aus den entwickelten Regionen. Innerhalb Europas zeigte sich die Eurozone relativ schwächer. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren Basiskonsum, Versorger und Kommunikationsdienstleistungen überdurchschnittlich. Relative Schwäche zeigten hingegen die Bereiche zyklischer Konsum, Finanzen und Grundstoffe. In den USA erzielten Versorger, Kommunikationsdienstleister und Grundstoffunternehmen eine Outperformance, während die Sektoren Gesundheit, Energie und Industrie zurückblieben. In den USA und Europa hielten Large Caps dem schwachen Markt besser Stand als Nebenwerte. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ lag in den USA Value vorne, während sich in Europa Growth besser entwickelte.

In Rentenbereich erzielten Euro-Staatsanleihen ein klares Plus. Dahinter lagen Unternehmensanleihen mit IG-Rating und Staatsanleihen mit kurzer Duration. Hochzinsanleihen verloren hingegen.

Details zur Marktentwicklung finden Sie hier.

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