Moventum: Konjunkturdaten ohne Einfluss auf Kursentwicklung

Michael Jensen, Managing Director, Moventum AM

Alle Aktienmärkte verzeichneten trotz zum Teil negativer Konjunkturdaten eine positive Wertentwicklung. Das größte Plus verbuchte hierbei der US-amerikanische Aktienmarkt, gefolgt von europäischen und japanischen Titeln.

21.02.2019 | 09:45 Uhr

Die vergangene Woche war geprägt von einer Vielzahl ökonomischer Daten und Ereignisse. Im Fokus standen hierbei die neuen Daten zu den US-amerikanischen Konsumentenpreisen. Aufgrund fallender Energiepreise gab die Inflation zu Jahresbeginn spürbar nach. Wie erwartet betrug die Jahresrate im Januar 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kernrate verharrte für den Monat Januar bei 2,2 Prozent. Außerdem hat sich in den USA die Veröffentlichung vieler Konjunkturdaten aufgrund des Government-Shutdown merklich verzögert. Dazu gehörten unter anderem die Zahlen für die Einzelhandelsumsätze. Diese waren im Dezember so stark rückläufig wie zuletzt im September 2009. Demgegenüber stand die Erholung des von der Universität Michigan erhobenen Index zum Konsumentenvertrauen. Dieser konnte seinen Einbruch im Januar zum größten Teil wieder wettmachen. Eine weitere Enttäuschung bildeten die Januardaten zur Industrieproduktion. Diese gab mit minus 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat so stark nach wie nur einmal in den vergangenen 24 Monaten. Nichtsdestotrotz präsentierte sich das übergeordnete Umfeld immer noch positiv.

Für Großbritannien ergab sich im vierten Quartal 2018 ein moderates BIP-Wachstum von lediglich 0,2 Prozent. Hierbei erwiesen sich der Außenbeitrag sowie die Investitionen vor dem Hintergrund der weiter ungelösten Brexit-Frage als Hemmschuh. Auch die Industrieproduktion der Eurozone blieb erneut hinter den Erwartungen zurück. Diese verringerte sich im Dezember erneut um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Veröffentlichung des BIP-Wachstums im vierten Quartal brachte keine Veränderung zur Vorabschätzung. Demnach legte die Wirtschaftsleistung in der Eurozone mit 0,2 Prozent zu.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent verteuerte sich im Vergleich zur Vorwoche signifikant und notiert nun im Bereich von 66,27 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar konnte seine Stärke in der vergangenen Handelswoche um 0,57 Prozent gegenüber dem Euro ausbauen. Der japanische Yen wertete hingegen mit 0,18 Prozent im Vergleich zum Euro moderat ab.

In der vergangenen Handelswoche verzeichneten alle Aktienmärkte eine positive Wertentwicklung. Das größte Plus verbuchte hierbei der US-amerikanische Aktienmarkt, gefolgt von europäischen und japanischen Titeln. Innerhalb Europas verzeichnete die Eurozone aus relativer Perspektive eine spürbare Outperformance. Die Emerging Markets konnten an der Entwicklung der Industrienationen nicht partizipieren und verharrten auf dem Niveau der Vorwoche. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren Industrie, IT und Grundstoffe am besten. Schwäche zeigten dagegen die Bereiche Energie, Öl & Gas sowie Versorger. In den USA zeigten die Sektoren Energie, Industrie und Grundstoffe eine Outperformance, während die Segmente Basiskonsum, Kommunikations-Dienstleistungen und Versorger zu den größten Verlierern gehörten. In den USA entwickelten sich Nebenwerte besser als Large Caps, während in Europa große Unternehmen gefragt waren. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ entwickelten sich in den USA „Value“-Titel besser, wohingegen sich „Growth“-Titel in Europa durchsetzen.

Im Rentenbereich setzte sich die positive Wertentwicklung über alle Bereiche fort. Überzeugen konnten dabei vor allem die Hochzinsanleihen. Eine Wertsteigerung verbuchten auch die Euro-Staatsanleihen, Anleihen mit kurzer Duration sowie die Unternehmensanleihen mit IG-Rating.

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