Jupiter AM Marktkommentar: Wachstumserholung und Pandemie - Was jetzt für einen ‚Absolute Return‘-Ansatz spricht

Mark Nash

Während sich die Weltwirtschaft von der Corona-Pandemie erholt, die Geldpolitik gestrafft wird und die Inflation höher ist als in den vergangenen zehn Jahren. dürfte es für „traditionelle“ Anleihefonds künftig schwierig werden, positive Renditen zu erzielen. Ein Absolute-Return-Ansatz für Anleiheinvestments bietet Anlegern, die alternative Renditequellen suchen, entscheidende Vorteile.

04.10.2021 | 11:16 Uhr

Aufgrund politischer Fehlentscheidungen waren die Jahre nach der globalen Finanzkrise durch niedrige Wachstums- und Inflationsraten geprägt. In diesem Umfeld erwies sich die Dominanz der Zentralbanken als sehr förderlich für Finanzanlagen. Während die Anleiherenditen sanken und die Volatilität gering war, entwickelte sich die Wirtschaft nur schwach, da die Liquidität der Zentralbanken direkt in Finanzanlagen geflossen ist.

Seit Beginn der Pandemie hat sich die geld- und fiskalpolitische Landschaft jedoch dramatisch verändert. In Anbetracht dringender Anliegen wie der sozialen Ungleichheit und der globalen Erwärmung ist kaum zu erwarten, dass die Regierungen den Geldhahn bald wieder zudrehen werden. Die Zentralbanken werden weiterhin unterstützend tätig sein, sich aber stärker zurückhalten und dabei dafür sorgen, dass die Bankensysteme in der Lage sind, die Erholung in Gang zu halten.

Besser für die Wirtschaft, schlechter für Anleihen

In diesem reflationären, von höheren Wachstums- und Inflationsraten sowie steigenden Anleiherenditen geprägten Umfeld dürfte ein „Absolute Return“-Ansatz unserer Ansicht nach künftig die besten Voraussetzungen für positive Renditen aus Fixed-Income-Anlagen bieten. Fonds, die auch Short-Positionen eingehen können – entweder direkt oder im Rahmen von Relative-Value-Strategien zur Nutzung von Bewertungsunterschieden – und die Flexibilität haben, das gesamte Fixed-Income-Universum nach den besten Renditequellen zu durchforsten, werden im Vorteil sein.

Ein fundamentaler Anlageansatz reicht nicht mehr aus

Absolute-Return-Fonds verfolgen in der Regel das Ziel, in jeder Marktlage eine positive Rendite zu erzielen. Sie haben keine Benchmark und sollten daher an den Fähigkeiten des Managers – also an ihrer risikobereinigten Rendite – gemessen werden. Diese bezieht sich auf die Höhe der Rendite im Verhältnis zum dafür eingegangenen Risiko.

Diese Strategien sollen dem Anleger die Anpassungen an das konjunkturelle Umfeld abnehmen und die Performance über den gesamten Zyklus hinweg glätten, indem sie in fallenden Märkten Mehrerträge erzielen, wobei sie in steigenden Märkten häufig unterdurchschnittlich abschneiden. Um dieses zentrale Ziel zu erreichen, setzen diese Strategien häufig auf eine gezielte Verlustabsicherung. Sie verfügen in der Regel über eine hohe Flexibilität und nutzen das volle Potenzial der Diversifikation, indem sie rein direktionale Wetten meiden, um eine geringe Korrelation zu den breiteren Märkten zu erreichen. Sie unterliegen häufig keinen Anlagebeschränkungen und können flexibel Derivate einsetzen.

Absolute-Return-Strategien nutzen in der Regel Top-down-Fundamentalanalysen zur Ermittlung der makroökonomischen Rahmenbedingungen für ihre Kernstrategie. Allerdings reicht ein fundamentaler Anlageansatz allein nicht mehr aus, um auf den modernen Finanzmärkten eine Outperformance zu erzielen. Die Bottom-up-Makroanalyse, ein eher technischer Ansatz, bei dem die einzelnen Marktmechanismen untersucht werden, gewinnt immer mehr an Bedeutung. In den letzten zehn Jahren sind die Märkte immer größer geworden. Dadurch können die Märkte selbst oft zur Story werden, wichtige Treiber für die Entwicklung der breiten Anlageklassen sein und die wirtschaftlichen Fundamentaldaten möglicherweise direkt beeinflussen. Dies war in den vergangenen Jahren ausschlaggebend für eine überdurchschnittliche Performance.

Vielfältige Ertragsquellen

Das Ziel von Absolute-Return-Fonds ist es, ein Portfolio zusammenzustellen, das in Bezug auf die Duration und Zinskurve sowie das Kredit-, Länder- und Währungsengagement angemessene Merkmale aufweist. Der Fonds sollte ein vollständiges Derivate-Overlay nutzen, um auch in einem von steigenden Anleiherenditen geprägten Umfeld positive Anlageerträge zu generieren. Der Prozess sollte auf diversifizierte Renditen aus dem gesamten Fixed-Income- und Währungsuniversum abzielen und nicht nur auf einen bestimmten Marktbereich setzen. Absolute-Return-Fonds sind unterschiedlich liquide und volatil. Der Anlagehorizont wird tendenziell kürzer sein, da die Strategie im Zuge des sich verändernden makroökonomischen Umfelds ständig neu erfunden wird, um ihr Ziel einer positiven Rendite in jedem Marktumfeld zu erreichen.

Im Bullenmarkt für Anleihen der letzten Jahre, in dem Long-Only-Fonds dominiert haben, wurden vermehrt Anlagegelder aus Absolute-Return-Fonds abgezogen. Dieser Trend wurde durch die Finanzkrise noch verstärkt, da alle Volkswirtschaften in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dadurch kam es zu einer höheren Makrovolatilität und einem Umfeld, in dem es für Absolute-Return-Anleihestrategien schwieriger war, diversifizierte Renditen zu generieren.

Extreme Geld- und Fiskalpolitik eröffnet Chancen

In jüngster Zeit hat der Absolute-Return-Bond-Sektor einen Aufschwung erlebt, da die niedrigen Renditen und Kreditspreads Anleger dazu veranlasst haben, sich nach alternativen Renditequellen umzusehen. Mit dem konjunkturellen Aufschwung haben Inflationsängste zu erneuten Sorgen in Bezug auf den Ausblick für die Anleihenmärkte geführt. Die extremen geld- und fiskalpolitischen Interventionen haben auch neue Möglichkeiten durch das unterschiedliche Wachstumstempo der Länder eröffnet. Diese diversifizierten Renditepotenziale können Manager von Absolute-Return-Anleihefonds nutzen. Aus Anlegersicht besteht ein Problem darin, dass die Zahl der überlebensfähigen Fonds in dieser für Absolute-Return-Anleihefonds schwierigeren Zeit geschrumpft ist, da Fonds geschlossen wurden, Investoren unter einer schlechten Wertentwicklung gelitten oder nicht an ihren wirklich diversifizierten Absolute-Return-Prozessen festgehalten haben.

Wir sind der Meinung, dass sich traditionellere Fonds schwer tun werden, positive Renditen zu erzielen, während sich die Weltwirtschaft von der Pandemie erholt, die Geldpolitik gestrafft wird und die Inflation höher ist als in den vergangenen zehn Jahren. Mit ihrer Fähigkeit, Erträge aus Zinsen, Spreads und Devisenmärkten auf der Long- und Short-Seite zu generieren, sind Absolute-Return-Fonds wie der Jupiter Strategic Absolute Return Bond unserer Ansicht nach gut aufgestellt, um in diesem Umfeld eine Outperformance zu erzielen.

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