ODDO BHF AM: Märkte erneut am Tropf

Anleger sind erpicht darauf, ihr Kapital zu jedem Preis zu sichern

Indem sie den Zinssatz 10-jähriger US-Staatsanleihen Richtung 2%-Marke und damit unterhalb der Geldmarktsätze drückten, haben Anleger ihrer Sorge über erneute geopolitische Risiken nachdrücklich Ausdruck verliehen.

25.06.2019 | 08:55 Uhr

Klar eine Reaktion auf die an Fahrt verlierenden globalen Wachstumsmotoren. An dieser Stelle sei nochmal an die Gründe für die zu Jahresbeginn noch optimistischere Stimmung erinnert:

1. Die Stabilisierung der Frühindikatoren (PMI, ISM...)

2. Sinkende Arbeitslosenquote

3. Ende der Abwärtskorrekturen der Gewinnprognosen

4. Atempause im Handelskonflikt

5. Lockerung der Geldpolitik

Obwohl widerstandsfähig, sind die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Dienstleistungssektor dennoch auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen und können den freien Fall des verarbeitenden Sektors aufgrund der Abschwächung des Handels nicht wirklich abfedern. Der globale PMI für das verarbeitende Gewerbe ist von 50,4 auf 49,8 Punkte gesunken – ein Niveau, das dem von Anfang 2016 bzw. Ende 2012 beunruhigend ähnelt. Zudem zeigt der jüngste Arbeitsmarktbericht eine deutliche Abschwächung bei den geplanten Einstellungen in den USA.

Auch an der geopolitischen Front verschlechtert sich die Situation mit den Spannungen im Iran und Nordkorea, ganz zu schweigen von den Vorgängen in Mexiko. Und ob dies noch nicht genug ist, hat ein möglicher Einzug Boris Johnsons in 10 Downing Street die Risiken eines No-Deal-Brexit im Herbst erhöht. Kurz gesagt: Die Risikowaage hat sich definitiv nach unten geneigt und erklärt auch, warum Anleger so erpicht darauf sind, ihr Kapital zu jedem Preis zu sichern.

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