In Euro gerechnet legte zudem der japanische Markt deutlich
zu. Auf Sektorenebene gehörten im Juni vor allem Gesundheitswerte, Finanzwerte
und Industriewerte zu den Gewinnern, während Kommunikationsdienstleister,
Energiewerte und Rohstofftitel zurückblieben.
Mit Blick auf den Juli bleibt unser Grundton konstruktiv.
Das Gesamtbild spricht weiterhin für ein freundliches Kapitalmarktumfeld.
Zinssenkungen erscheinen in den USA wie auch in Europa derzeit wahrscheinlicher
als Zinserhöhungen, eine Rezession ist nicht in Sicht und die Gewinnrevisionen
zeigen sich positiv. Auch saisonal ist das Umfeld nicht ungünstig. Vor allem in
der ersten Julihälfte spricht die Statistik eher für stabile bis freundliche
Märkte.
Positiv wirkt zudem, dass sich die Energiekrise zuletzt
deutlich entspannt hat. Davon profitiert vor allem Europa, das stärker von den
Öl- und Energiepreisen abhängt. Auch relativ betrachtet hat sich das Bild für
Europa wieder etwas aufgehellt. Das Bewertungsniveau ist nicht überzogen, das
Energieumfeld günstiger und die konjunkturellen Überraschungsindikatoren
verbessern sich von niedrigem Niveau aus. Zugleich bleiben die USA
konjunkturell robust. Insgesamt spricht dies dafür, dass sowohl Europa als auch
die USA in einem weiterhin konstruktiven Marktumfeld bestehen können. Auch die
Positionierung vieler Investoren liefert bislang kein überzogen euphorisches
Bild und wirkt damit eher stabilisierend.
Chancen, die wir sehen:
- Software: Innerhalb
des Technologiesektors könnte sich der Blick wieder stärker auf
Softwaretitel richten. Sollte Kapital aus dem Halbleiterbereich in andere
Technologiebereiche rotieren, könnte dies Softwaretiteln zugutekommen.
- Gold: Nach
der Korrektur der vergangenen Monate hat sich das Sentiment bei Gold und
Goldminen deutlich eingetrübt. Historisch war ein derart negatives
Stimmungsbild häufig ein Hinweis auf wieder bessere Perspektiven. Hinzu
kommt, dass Notenbanken ihre Goldbestände perspektivisch weiter aufstocken
wollen.
- Immobilien: Sinkende
Zinsen sprechen für Immobilienwerte, vor allem im Wohnbereich.
Gleichzeitig bleibt die Neubautätigkeit in vielen wichtigen Märkten
niedrig, was das Angebot begrenzt. Auch Immobilienwerte in Hongkong
bleiben in diesem Umfeld interessant.
- Anleihen
mit längeren Laufzeiten: Sinkende Zinsen könnten Anleihen mit
längeren Laufzeiten zugutekommen.
- Emerging
Markets: Ein nicht weiter deutlich aufwertender US-Dollar und
sinkende Zinsen würden Aktien und Anleihen aus Schwellenländern
begünstigen. Zusätzliche Unterstützung könnte von einem nachlassenden
Energiepreisdruck kommen.
- Technologie
und KI-Infrastruktur: Kurzfristige Rücksetzer ändern nichts
daran, dass der Aufbau von KI-Infrastruktur ein langfristiger Trend
bleibt. Die Investitionspläne großer Technologiekonzerne deuten weiterhin
auf hohe Ausgaben in diesem Bereich hin.
Risiken, die wir beobachten:
- KI-Infrastruktur
/ Halbleiter: Kurzfristig bleibt das Risiko einer Korrektur im
Halbleiterbereich bestehen. Der Markt diskutiert zunehmend, ob die extreme
Knappheit bei Rechenleistung nachlässt und ob sich der Kapazitätsbedarf
durch technologische Fortschritte verändern könnte.
- Gewinndynamik
im Halbleitersektor: Ein Risiko besteht darin, dass der
Gewinnhöhepunkt im Halbleiterbereich bereits in den Jahren 2027 oder 2028
erreicht werden könnte. Historisch haben Märkte auf solche Wendepunkte oft
früh reagiert.
- Unternehmensbudgets
für KI: Steigende Kosten für KI-Anwendungen könnten dazu führen,
dass Unternehmen ihre Ausgaben stärker begrenzen. Das könnte die Nachfrage
nach einzelnen Anwendungen bremsen.
- Ölpreis: Die
Lagerbestände bleiben niedrig. Dadurch ist ein kurzfristiger Anstieg des
Ölpreises möglich. Das könnte das Marktumfeld vorübergehend belasten, auch
wenn sich das grundsätzliche Bild dadurch nicht zwingend ändern muss.
- US-Geldpolitik: Eine
restriktivere Geldpolitik in den USA ist noch nicht vollständig aus dem
Markt ausgepreist. Auch wenn die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen
zuletzt zurückgegangen sind, bleibt die Notenbank ein wichtiger
Unsicherheitsfaktor.
- Yen
/ Carry-Trade: Starke Bewegungen im Yen können eine Auflösung
bestehender Carry-Trades – also kreditfinanzierter Anlagen in höher
verzinsten Märkten – auslösen. Dies hätte das Potenzial, vor allem
Technologieaktien kurzfristig zu belasten.
- Zinsmarkt: Umfangreiche
Anleiheemissionen großer Technologie- und Infrastrukturunternehmen könnten
die Nachfrage nach Staatsanleihen verdrängen und damit das lange Ende der
Zinskurve belasten.
- Software-Disruption: Langfristig
bleibt offen, wie stark Künstliche Intelligenz etablierte
Software-Geschäftsmodelle verändern wird. Das Disruptionsrisiko in diesem
Bereich lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.
Den ausführlichen Beitrag finden Sie im angehängten PDF.
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