DJE-Marktausblick: Technologie bleibt stark – Marktbreite und Konjunkturrisiken mahnen zur Vorsicht

DJE-Marktausblick Oktober 2026
Marktausblick

Das Strategie-Team von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien.

12.10.2026 | 08:36 Uhr

Insgesamt war der September 2026 ein herausfordernder Monat an den Aktienmärkten. Die europäischen Börsen entwickelten sich dabei deutlich schwächer als die US-amerikanischen. Weltweit gaben Aktien auf US-Dollar-Basis nach. Aufgrund der Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro lagen sie aus Euro-Sicht jedoch im Plus.

Insgesamt war der September 2026 ein herausfordernder Monat an den Aktienmärkten. Die europäischen Börsen entwickelten sich dabei deutlich schwächer als die US-amerikanischen. Weltweit gaben Aktien auf US-Dollar-Basis nach. Aufgrund der Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro lagen sie aus Euro-Sicht jedoch im Plus.

Gleichzeitig hat sich die Marktbreite erneut deutlich verschlechtert. Rund 300 von 500 großen US-Aktien notierten unter ihrer 200-Tage-Linie. Auf Sektorenebene entwickelte sich der Technologiesektor sowohl in Europa als auch in den USA überdurchschnittlich. Rohstoffwerte, zyklische Konsumtitel und Immobilienwerte blieben dagegen zurück. Regional entwickelte sich der japanische Aktienmarkt im September besonders stark.

Mit Blick auf den Oktober bleibt unsere Grundtendenz konstruktiv, zugleich halten wir eine vorsichtigere Haltung für angebracht. Das aktuelle Umfeld entspricht einer Hochkonjunkturphase. Zugleich ist es in einzelnen Bereichen von ausgeprägter Euphorie geprägt. Dazu zählen Unternehmen aus der KI-Infrastruktur sowie KI- und Rüstungs-Start-ups. Entsprechend kann die Stimmung an den Märkten rasch umschlagen.

Hinzu kommt die weiterhin außergewöhnlich hohe Konzentration an den Aktienmärkten. Um vergleichbare Phasen zu finden, muss man historisch weit zurückgehen. Gleichzeitig steigt die Rezessionsgefahr für das kommende Jahr leicht an. Die Markttechnik liefert derzeit jedoch noch kein grundsätzlich negatives Signal. Aus unserer Sicht spricht dies insgesamt dafür, Chancen weiterhin selektiv zu nutzen und keine übermäßig hohen Risiken einzugehen.

Chancen, die wir sehen:

  • Technologie: Die Gewinnentwicklung im Technologiesektor bleibt sehr gut. In den USA ist der Sektor auf Sicht der vergangenen sechs Monate der einzige mit relativer Stärke. Die fundamentale Entwicklung spricht somit weiterhin für eine konstruktive Einschätzung.
  • Versorger: Ein Rückgang der Zinsen könnte den Sektor unterstützen. Gleichzeitig bleibt Strom ein zentraler Engpass beim Ausbau der KI-Infrastruktur. Bei neuen Rechenzentren gewinnt das Prinzip „Behind the meter“ zunehmend an Bedeutung. Die Entwicklung der Strompreise in den USA war zuletzt allerdings weniger unterstützend.
  • Ausgewählte Unternehmensanleihen: Anleihen großer Cloud- und Technologieunternehmen zählen aus unserer Sicht weiterhin zu den Chancen im aktuellen Umfeld.

Risiken, die wir beobachten:

  • Banken: Trotz steigender Zinsen entwickelten sich Bankaktien zuletzt schwach. Zusätzlicher Druck auf den europäischen Bankensektor kam aus Frankreich. Damit hat sich das Umfeld für den Sektor eingetrübt.
  • Rohstoffwerte und Gold: Eine schwächere Weltkonjunktur und die anhaltende wirtschaftliche Schwäche Chinas könnten 2027 zu einem größeren Belastungsfaktor für Rohstoffwerte werden. Auch Gold könnte es in diesem Umfeld schwerer haben. Zusätzlich bleibt die begrenzte Liquidität am Markt ein Risikofaktor.
  • Geopolitik und Europa: Geopolitische Risiken bleiben ein wichtiger Risikofaktor. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in Europa schwierig, während die politische Lage vor allem in Deutschland angespannt ist. Die zuletzt etwas besseren Konjunkturdaten werten wir bislang eher als vorübergehende Verbesserung.
  • KI und Technologie: Die starke Nutzung von Open-Source-Modellen und die deutlich fallenden Preise für die Verarbeitung von Tokens erhöhen den Druck auf die Erlösmodelle im KI-Bereich. Es bleibt abzuwarten, ob die steigende Nutzung den Preisrückgang ausgleichen kann. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie lange die hohen Investitionssteigerungen fortgesetzt werden können. Das Verhältnis der Investitionsausgaben zum Umsatz ist bei großen KI-Unternehmen auf dem aktuellen Niveau langfristig kaum aufrechtzuerhalten. Gegen Ende des Jahrzehnts könnten daher ein Rückgang der Investitionen und die Bewertung der Unternehmen stärker in den Fokus rücken, sofern neue Anwendungen im Bereich „Physical AI“ keine zusätzliche Nachfrage schaffen.


Den ausführlichen Beitrag finden Sie im angehängten PDF.


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