
Die amerikanisch-israelischen Operation „Epic Fury“ gegen das iranische Regime am 28. Februar hat an den Finanzmärkten eine Phase erhöhter Nervosität ausgelöst.
03.03.2026 | 09:01 Uhr
Neben der zunehmenden geopolitischen Instabilität im Nahen Osten sorgt besonders die Entwicklung der Energiepreise – vor allem des Ölpreises – für Verunsicherung unter Investoren. Erinnerungen an die iranische Revolution von 1978/79 werden wach, die die zweite Ölkrise und eine weltweite Rezession auslöste. Auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf Rohstoffpreise und globale Inflation sind weiterhin präsent.
Die Reaktion der Märkte entspricht bislang dem typischen Muster geopolitischer Krisen mit dem Risiko eines Rohstoff-Versorgungsschocks: fallende Aktienkurse, ein moderater Anstieg des US-Dollars, steigende Edelmetallpreise sowie höhere Preise für die direkt betroffenen Rohstoffe – in diesem Fall Öl und Gas. Auch am Anleihemarkt zeigt sich ein klassisches Bild. Kurzfristige Zinsen steigen aufgrund von Inflationssorgen und eines eingeschränkten Handlungsspielraums der Zentralbanken, während langfristige Zinsen weniger stark reagieren, da sie mögliche negative Auswirkungen auf das künftige Wirtschaftswachstum vorwegnehmen.
Szenarioanalyse: Wie könnte es weitergehen?
Zum jetzigen Zeitpunkt ist es naturgemäß schwierig, ein klares Szenario zu entwerfen. Das derzeit wahrscheinlichste – und aus Marktsicht günstigste – Szenario ist eine kurze Militäroperation. In diesem Fall könnte sich das iranische Regime in der Atomfrage und hinsichtlich seiner militärischen Fähigkeiten gegenüber den USA gesprächsbereit zeigen, ohne dass es zu einem vollständigen Sturz des Mullah-Regimes kommt.
In einem solchen Szenario dürfte ein Großteil der Ölpreisreaktion bereits erfolgt sein, da der Anstieg schon lange vor Beginn der Operation „Epic Fury“ einsetzte. Der Preis für Brent-Rohöl stieg von 60 US-Dollar Anfang Januar auf fast 80 US-Dollar – eine für den Ölmarkt nicht ungewöhnliche Schwankungsbreite. Ein weiterer Anstieg ist möglich, doch ein nachhaltiges Überschreiten der Marke von 85 US-Dollar erscheint derzeit unwahrscheinlich. Die wirtschaftlichen und marktseitigen Auswirkungen wären in diesem Fall wahrscheinlich moderat und vorübergehend.
Allerdings gibt es mehrere Risikofaktoren, die das Szenario deutlich eintrüben könnten:
Investoren sollten nicht überreagieren
Auch wenn wir die genannten Eskalationsrisiken aufmerksam beobachten, sollten Investoren jetzt nicht überreagieren. Historisch betrachtet entwickeln sich die europäischen und US-amerikanischen Aktienmärkte in den meisten Fällen innerhalb von ein bis drei Monaten nach Beginn eines bewaffneten Konflikts wieder positiv. In diesem Umfeld ist es daher entscheidend, rational und diszipliniert zu bleiben.
Zudem können deutliche Kursrückgänge bei einzelnen Aktien oder Marktsegmenten Chancen eröffnen, Positionen in Qualitätsunternehmen zu attraktiveren Bewertungen auszubauen oder selektiv neue Engagements einzugehen, die zuvor als zu teuer galten. Gleichzeitig halten wir an den in den vergangenen Monaten implementierten Absicherungsstrategien fest, insbesondere in unseren diversifizierten Fonds.
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