Alternatives Quarterly Performance Review

Alternatives Quarterly Performance Review
Märkte

Das erste Quartal 2026 passte in keine einfache Schublade. Weder „Private Markets gewinnen“ noch „Public Markets übernehmen“ trifft den Kern.

05.08.2026 | 05:00 Uhr

Das erste Quartal 2026 passte in keine einfache Schublade. Weder „Private Markets gewinnen“ noch „Public Markets übernehmen“ trifft den Kern. Die Marktführung rotierte, und die Unterschiede innerhalb der Alternatives wurden sichtbarer.

Über längere Zeiträume bleiben Private Equity, Infrastruktur und Natürliche Ressourcen wichtige Werttreiber. Die jüngeren Daten erzählen jedoch eine feinere Geschichte: Öffentliche Märkte reagierten schneller auf bessere Risikostimmung und Bewertungsimpulse, während private Märkte selektiver performten.

Alternatives sind kein Block. Sie sind ein Werkzeugkasten. Private Equity, Private Debt, Real Assets, Infrastruktur, Venture Capital und Real Estate reagieren unterschiedlich auf Zinsen, Wachstum, Liquidität und Bewertungen. Genau darin liegt ihr Nutzen — und ihre Komplexität.

Der lange Blick: Rendite braucht Geduld

Über zehn Jahre wird sichtbar, was in kürzeren Perioden leicht untergeht: Aus kleinen jährlichen Renditedifferenzen werden mit der Zeit große Unterschiede. Private Equity liegt im 10-Jahres-Vergleich klar vorn, während globale Aktien, Private Debt und Real Assets ebenfalls positive, aber unterschiedlich starke Ergebnisse liefern.

Private Equity war in diesem Zeitraum der stärkste Wachstumsmotor. Private Debt wirkte weniger spektakulär, dafür stetiger und stärker einkommensorientiert. Real Assets und Infrastruktur brachten andere Eigenschaften ein: reale Ertragsquellen, teilweise vertraglich abgesicherte Cashflows und eine andere Sensitivität gegenüber Inflation und Konjunktur.

Für Portfolios zählt damit nicht nur die höchste historische Rendite. Entscheidend ist, welche Aufgabe eine Anlageklasse übernimmt: Wachstum, Einkommen, Stabilität, Inflationssensitivität oder Liquidität. Ein gutes Alternatives-Portfolio entsteht nicht aus einer Rangliste, sondern aus passenden Bausteinen.

Abb-1
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Öffentliche Märkte wuchsen schneller

Der Drei-Jahres-Vergleich sieht anders aus als die lange Historie. Globale Aktien liegen in diesem Zeitraum vorne. Auch High Yield, Infrastruktur und Venture Capital zeigen robuste Ergebnisse, während Real Estate klar zurückbleibt.

Das passt zu einem Umfeld, in dem liquide Märkte schneller umpreisen. Börsennotierte Aktien reagieren unmittelbar auf bessere Gewinnhoffnungen, sinkende Risikoaufschläge oder freundlichere Zinserwartungen. Private Märkte bewegen sich langsamer. Das kann in Stressphasen glättend wirken, nimmt den zugrunde liegenden Risiken aber nichts von ihrer Bedeutung. Bewertungen kommen oft mit Verzögerung, Transaktionen sind seltener, und Exit-Märkte setzen den Takt.

Bei Immobilien wird dieser Druck besonders deutlich. Höhere Finanzierungskosten, gestiegene Renditeanforderungen und strukturelle Unterschiede zwischen Sektoren belasten den Index. Logistik, Wohnen, Büro, Einzelhandel und Spezialimmobilien erzählen zwar sehr unterschiedliche Geschichten. Auf Indexebene bleibt Real Estate jedoch der klare Schwachpunkt.

Manchmal ist Liquidität genau der Mechanismus, der Erholung schneller sichtbar macht. Das erklärt, warum öffentliche Märkte zuletzt dynamischer wirkten, ohne private Märkte als langfristigen Baustein weniger relevant zu machen.

Abb-2
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Wachstum ist wieder gefragt

Auf Sicht von einem Jahr hat sich die Marktführung erneut verschoben. Venture Capital, globale Aktien und Infrastruktur gehören zu den stärkeren Segmenten. Das spricht für mehr Risikobereitschaft und eine freundlichere Bewertung von Wachstums- und Innovationsthemen.

Gleichzeitig blieb die Erholung selektiv. Private Debt war positiv, aber unspektakulär. Real Assets entwickelten sich moderat. Real Estate und REITs blieben unter Druck. Von einem breit angelegten Alternatives-Aufschwung kann daher keine Rede sein. Der Markt unterscheidet wieder genauer.

Venture Capital sticht im Ein-Jahres-Bild hervor, braucht aber Kontext. Ein starkes Jahr ist ermutigend, ersetzt aber keine vollständige Aufarbeitung früherer Bewertungsrückgänge. Das Segment bleibt abhängig von Finanzierungsbedingungen, Exit-Fenstern, Technologietrends und der Qualität einzelner Manager. Gerade in Venture erklären Durchschnittswerte wenig. Auswahl erklärt viel.

Abb-3
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Das erste Quartal 2026: konstruktiv, aber uneinheitlich

Q1 2026 war konstruktiv, aber nicht ruhig. Mehrere Segmente zeigten positive Impulse, doch das Bild blieb volatil und uneinheitlich. Die kurzfristige Entwicklung war damit weniger eine klare Trendwende als eine Fortsetzung des selektiven Marktumfelds.

Private Debt blieb eher defensiv, Private Equity gewann wieder etwas mehr Traktion, Real Assets verbesserten sich, während zinssensitive und immobiliennahe Bereiche weiter genauer betrachtet werden müssen. Das Quartal brachte keine neue einfache Marktführung. Es bestätigte vielmehr, dass Qualität, Cashflows, Finanzierungskosten und Bewertungen wieder stärker auseinanderdividieren.

Abb-4
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Was bedeutet das für Portfolios?

Dieser Markt belohnt keine Etiketten. Er belohnt passende Bausteine, saubere Selektion und einen klaren Blick auf die jeweilige Funktion im Portfolio.

Jede Alternatives-Kategorie bringt ihr eigenes Profil mit. Private Equity liefert Wachstumshebel, aber nicht ohne Geduld und funktionierende Exit-Märkte. Private Debt kann laufende Erträge stabilisieren, solange Struktur, Seniorität und Kreditqualität stimmen. Infrastruktur und Real Assets stehen für greifbarere Cashflows, bleiben aber zinssensitiv und regulierungsabhängig. Venture Capital öffnet die Tür zu Innovation, schwankt jedoch stark mit Finanzierungsbedingungen und Managerqualität. Real Estate bleibt vorerst der Lackmustest für höhere Finanzierungskosten und Bewertungsdruck.

Öffentliche Märkte haben zuletzt gezeigt, wie schnell Erholung sichtbar werden kann, wenn Liquidität, Stimmung und Bewertungen zusammenspielen. Private Märkte bleiben wertvoll, wenn sie andere Renditequellen erschließen und mit dem passenden Zeithorizont eingesetzt werden.

In einem Markt, der wieder stärker unterscheidet, zählt nicht das Label. Es zählt, welche Rolle ein Baustein im Portfolio spielt — und ob Anleger für Geduld, Komplexität und Illiquidität ausreichend entschädigt werden.

Quellen: MSCI ONE, Franklin Templeton Investment Solutions. Alle Renditen werden, sofern nicht anders angegeben, in EUR ausgewiesen.

Wo liegen die Risiken?

Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich eines möglichen Kapitalverlusts.

Private-Markets-Investments sind nur für Anleger geeignet, die die Risiken tragen können, die mit diesen Anlagen (z. B. Private Credit und Private Equity) mit möglicherweise begrenzter Liquidität verbunden sind. Die Anteile sind nicht an einer öffentlichen Börse notiert, und es ist nicht zu erwarten, dass ein Sekundärmarkt entsteht.

Liquiditätsrisiken liegen vor, wenn es schwierig oder unmöglich ist, Wertpapiere oder andere Anlagen zu dem Kurs zu verkaufen, zu dem sie bewertet werden.

Bei Schuldtiteln ohne Rating gibt es weniger öffentliche Informationen und unabhängige Kreditanalysen, und sie können einem größeren Risiko der Illiquidität, der Preisänderungen oder des Ausfalls ausgesetzt sein.

Investitionen in alternative Strategien können unter Umständen erheblichen Wertschwankungen ausgesetzt sein.

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