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Value-Investoren schauen genau hin, wenn Unternehmen zu hoch oder zu niedrig bewertet werden. (AI-Grafik © 2026 by MvA)
Large-Caps

US Large Caps: Warum Gelassenheit sich auszahlt

Die Kurse der US-Aktienindizes haben sich zuletzt stark entwickelt. Das heißt jedoch nicht, dass US-Unternehmen jetzt grundsätzlich besonders teuer sind. Im Gegenteil: Jenseits der Hyperscaler, die die Rally angetrieben haben, sind etliche große Konzerne sogar eher günstig bewertet.*

23.09.2026 | 07:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Wer sich die Chartverläufe der bekannten US-Aktienindizes ansieht, könnte heute überrascht feststellen, dass Value-Strategien sich manchmal schneller auszahlen, als mancher sich denkt. So stieg der Kurs des marktbreiten S&P 500 Index in den vergangenen zwölf Monaten zwar um rund 14 Prozent. Doch der Russell 1000 Value Index, der US-amerikanische Large-Cap-Unternehmen mit vergleichsweise niedrigeren Kurs-Buchwert-Verhältnissen und geringeren Wachstumsprognosen abbildet, legte im selben Zeitraum sogar um mehr als 24 Prozent zu. Value schlägt Wachstum: Das hat es schon lange nicht mehr gegeben.*

Anleger, die den Pzena U.S. Large Cap Value Fund (ISIN IE00BYNVGS7 und IE00B6ZCYM29) im Portfolio haben, können sich über diesen Prioritätenwechsel freuen. Denn seit einigen Monaten zünden auch hier die vormaligen Underperformer im Portfolio. Zwar liegt der Fonds im Vergleich zum Russell 1000 Value Index in der 12-Monatsperformance rund fünf Prozentpunkte zurück, doch der Blick auf die zurückliegenden sechs Monate zeigt, dass die Portfoliomanager vieles richtig gemacht haben: Der Fonds hat sich in dieser Zeit deutlich besser entwickelt als der S&P 500 und auch den Russell 1000 Value Index spürbar hinter sich gelassen.*

Bestimmte Value-Werte performen mit Zeitverzögerung – dann aber richtig

Um die Hintergründe zu verstehen, warum das Pzena-Portfolio zeitverzögert auf Trendwechsel reagiert, lohnt sich eine Analyse der Faktoren, die den breiten US-Markt angetrieben haben: Im Herbst 2025 und in der ersten Jahreshälfte 2026 wurde dieser dabei überwiegend vom Technologiesektor angetrieben. Rechnerisch entfielen mehr als zwei Drittel der Rendite des S&P 500 Index im Quartal allein auf Technologiewerte. Im Mittelpunkt standen dabei nicht mehr in erster Linie die großen Plattformkonzernen, die Milliarden in Rechenzentren und Chips stecken, sondern deren Zulieferer. Speicherchip- und Hardwarehersteller wie Micron, Intel, AMD oder SanDisk verzeichneten im Quartal dreistellige Kursgewinne. Anleger wetteten zunehmend darauf, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur diesen Unternehmen noch über Jahre satte Gewinne beschert.

Bei diesem Techno-Boom blieb der Pzena U.S. Large Cap Value Fund mehr oder weniger außen vor – und zwar aus gutem Grund. Denn genau in solchen Szenarien suchen die Fondsmanager von Pzena nach unterschätzten Werten jenseits des Hypes, um später zeitversetzt vom günstigen Einstiegskurs zu profitieren. Der New Yorker Value-Investor hält traditionell wenig von Aktien, die bereits hoch bewertet sind. Und die oben genannten Kurstreiber gehören genau in diese Kategorie. Das lässt sich an nüchternen Kennzahlen ablesen: Das erwartete durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis – also das Verhältnis von Aktienkurs zum für die kommenden zwölf Monate geschätzten Gewinn je Aktie – liegt im Pzena U.S. Large Cap Value Fund bei rund 10,6. Das ist extrem günstig. Selbst die Aktien im Russell 1000 Value Index kommen im Schnitt auf einen Wert von 18,3. Anders ausgedrückt: Die Pzena Fondsmanager zahlen im Schnitt nur gut zehn Euro für einen Euro erwarteten Jahresgewinn, während ein marktbreites Portfolio aus 1.000 Value-Titeln fast doppelt so teuer ist. Der Devise folgend, dass im günstigen Einkauf der Gewinn liegt, gehen die Pzena Fondsmanager also bewusst hochgehandelten Branchen-Boomern aus dem Weg.

Hohe Bewertung steht nicht automatisch für hohe Qualität

Portfoliomanager Ben Silver, der die Pzena-US-Large-Cap-Value-Strategie mitverantwortet, macht in diesem Zusammenhang auf einen Denkfehler aufmerksam, den viele Anleger seiner Einschätzung nach derzeit begehen. „Um die hohen Bewertungen vieler KI-Infrastrukturwerte zu rechtfertigen, müssen diese über sehr viele Jahre hinweg außergewöhnlich hohe Profite erzielen. Genau das halte ich für unrealistisch. Historisch neigen Branchen mit derart hohen Renditen dazu, dass neue Konkurrenz nachzieht und die Margen wieder sinken“, so Silver.

Wo andere Anleger derzeit in stark bewerteten KI-Titeln Chancen sehen, sieht das Pzena US Fonds-Team also eher Risiken. Für einen anderen Teil des Technologiesektors gilt das jedoch genau umgekehrt: Die IT-Dienstleister Cognizant und Accenture etwa gehören im zweiten Quartal 2026 zu den größten Kursverlierern. Beide Unternehmen hatten zuvor ihre Wachstumsprognosen leicht gesenkt. „Der Markt straft solche Firmen derzeit hart ab, weil Kunden ihre IT-Budgets zunehmend in Richtung Künstliche Intelligenz umschichten und klassische Beratungs- und Implementierungsdienstleistungen dabei ins Hintertreffen geraten“, erklärt Ben Silver. Für Pzena ergebe sich daraus eine Chance: „Cognizant und Accenture zählen nun zu den günstigsten Positionen im Portfolio, mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von unter zehn“, so Silver.

Aufholjagd dank starker Qualität

Dass Pzena mit seiner Value-Strategie auf dem richtigen Weg ist, zeigt sich, wie eingangs erwähnt, spätestens beim Blick auf einen Vergleichs-Chart mit den Kursverläufen der oben genannten Indizes für die vergangenen sechs Monate. Dass sich das Pzena US Large Cap Value Portfolio zuletzt stringenter und weniger volatil entwickelt hat als der breite Markt, hat gute Gründe.*

Wertentwicklung im Sechsmonatsvergleich
Wertentwicklung im Sechsmonatsvergleich

Quellen: Index- und Fondsanbieter, Stand: 18.9.2026, Grafik: TiAM FundResearch, eigene Berechnung auf Basis von Kursdaten (kumulierte Wertentwicklung, indexiert auf 0% zu Periodenbeginn), in USD, ohne Berücksichtigung von Ausgabeaufschlägen, Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Den größten positiven Beitrag zur positiven Wertentwicklung haben Aktien aus dem Gesundheitssektor geleistet. Der Krankenversicherer Humana etwa profitierte von deutlich verbesserten Kostenentwicklungen bei medizinischen Leistungen und meldete solide Ergebnisse, ohne dass sich – anders als von manchen Anlegern befürchtet – eine ungünstige Risikoauswahl bei neuen Versicherungsverträgen zeigte. Auch CVS Health, aktiv im Apothekenhandel und im Geschäft mit Arzneimittelrabatten für Krankenversicherer, sowie der Medizintechnikkonzern Baxter International trugen mit ihrer guten Performance maßgeblich zur Wertsteigerung des Portfolios bei. Baxter erholte sich zudem von Belastungen der vergangenen Jahre durch hohe Ölpreise. Neben dem Gesundheitssektor lieferte auch der Finanzsektor solide Beiträge zur Wertentwicklung.

Investitionen in Unternehmen, die an der Börse grundlos abgestraft wurden

Gleichzeitig hat das Managementteam diverse Marktverwerfungen genutzt, um das Portfolio neu zu justieren. Neu ins Portfolio kam zum Beispiel Workday, ein Anbieter von Software für Personalwesen und Finanzplanung, dessen Aktie im Zuge eines breiteren Ausverkaufs von Software-Titeln unter Druck geraten war. Die Sorge mancher Anleger, dass Künstliche Intelligenz klassische Unternehmenssoftware überflüssig machen könnte, teilt Pzena nicht. „Workdays Kunden binden sich über Jahre an die Plattform. Die Kundenbindungsrate liegt bei fast 98 Prozent. Ein Wechsel wäre für viele Unternehmen mit hohem Aufwand verbunden“, erklärt Ben Silver. Zudem baue Workday selbst KI-Funktionen in seine Produkte ein.

Aufgestockt wurde daneben die Position im IT-Distributor CDW sowie in Accenture. Finanziert wurden die Käufe unter anderem durch die teilweise oder komplette Auflösung verschiedener Positionen im Portfolio. Gewinnmitnahmen erfolgten bei Dow und CVS Health. Die Aktien von TE Connectivity, einem Hersteller elektronischer Steckverbinder, der zuletzt stark von der Nachfrage nach Rechenzentren profitiert hatte, wurden komplett verkauft.

Fazit: Value-Investing ist nicht nur eine Frage des Stils

Anleger, die in den Pzena U.S. Large Cap Value Fund investiert sind oder eine Anlage erwägen, entscheiden sich für eine stringente Anlagephilosophie. Eine zwischenzeitliche Performance-Schwäche des Fonds gegenüber dem breiten Markt wird vom Fondsmanagement zeitweilig bewusst in Kauf genommen. Value-Investoren wie Pzena suchen gezielt dort nach Gelegenheiten, wo die Mehrzahl der Marktteilnehmer eher geringe Erwartungen hat. Und sie meiden Aktien, bei denen bereits sehr viel Zukunftsfantasie eingepreist ist.

In der aktuellen Marktphase gilt: Solange die Rally an den Börsen von einer kleinen Gruppe stark gefragter Technologiewerte getragen wird, könnte ein konsequent bewertungsorientierter Ansatz wie der von Pzena in Zukunft zwar tendenziell zurückbleiben. Doch genau darin liegt aus Sicht des Managements aber auch die Chance: Sollten sich die Annahmen der Pzena-Analysten bewahrheiten, dass die hohen Erwartungen an die Profitabilität der KI-Infrastruktur zu optimistisch waren, könnte sich die Bewertungslücke zwischen den derzeitigen Marktlieblingen und dem übrigen Aktienmarkt wieder schließen – zugunsten des Fonds, die konsequent auf Substanz statt auf Zukunftsstory setzen. Die Performance des Pzena U.S. Large Cap Value Fund in den zurückliegenden sechs Monaten gibt bereits einen Vorgeschmack darauf, was möglich ist.*

von Matthias von Arnim

*Performance-Daten zum 18. September 2026


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