

Die Skepsis der Anleger ist nach wie vor hoch, doch sie bröckelt langsam: Die Rede ist von den US-Hyperscalern und der Frage, ob sich ihre KI-Investitionen in absehbarer Zeit monetarisieren oder nicht.
06.08.2026 | 06:02 Uhr
1. Microsoft als Vorreiter einer klaren Monetarisierung 2. Hohe Investitionen sollen sich ab 2028 bezahlt machen 3. Fed mit neuer Kommunikationsstrategie 4. Europas Banken überzeugen mit guten Q-Zahlen Die großen Anbieter von Cloud-Diensten, die riesige Rechenzentren und weltweite Netzwerke betreiben, wie etwa Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google Cloud
werden nach wie vor skeptisch beäugt. Immerhin investieren sie jedes
Jahr Hunderte von Milliarden Dollar in ihre KI-Infrastruktur. Doch einer
der Großen hat jetzt gezeigt, dass sich diese Investition lohnt:
Microsoft, ein Wert aus unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value.
Die Azure-Sparte wuchs mit 43 Prozent stärker als die Markterwartungen
von 40 Prozent. Dazu kommt ein Rekordergebnis: Der Jahresumsatz
übersteigt mit 331 Milliarden US-Dollar die Erwartungen und das
getrieben durch eine hohe Dynamik im Cloud-Geschäft. Und was besonders
imponiert ist die Investitionsdisziplin, denn trotz massiver
Infrastrukturausgaben von 145 Milliarden US-Dollar im abgelaufenen
Geschäftsjahr bleibt der Free Cashflow robust. Damit zerstreute
Microsoft die Sorgen vieler Anleger vor einer unzureichenden
Monetarisierung. Die Aktie stieg zeitweise um mehr als 10 Prozent.Inhaltsverzeichnis
Microsoft als Vorreiter einer klaren Monetarisierung
Häufige Fragen zu KI und der Monetarisierung
Azure wuchs im abgelaufenen Quartal um 43 Prozent und übertraf damit
die Markterwartung von 40 Prozent. Der Jahresumsatz von Microsoft stieg
auf 331 Milliarden US-Dollar und lag damit über den
Analystenschätzungen, getrieben durch die hohe Dynamik im
Cloud-Geschäft.
Microsoft hat als einer der großen Hyperscaler gezeigt, dass sich
massive KI-Investitionen konkret auszahlen: starkes Azure-Wachstum,
Rekordumsatz und trotz 145 Milliarden US-Dollar Infrastrukturausgaben
ein stabiler Free Cashflow. Die Aktie stieg nach den Zahlen zeitweise um
mehr als 10 Prozent.
Analysten erwarten ab 2028 wieder steigende Nettomittelzuflüsse bei
den US-Hyperscalern. Die Deutsche Bank prognostiziert bis 2030 ein
durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von rund 17 Prozent sowie
eine Nettomarge von über 25 Prozent, verglichen mit rund 20 Prozent im
Fünfjahresdurchschnitt.
Wie stark ist Microsofts Cloud-Sparte Azure zuletzt gewachsen?
Warum gilt Microsoft als Vorreiter bei der Monetarisierung von KI-Investitionen?
Ab wann sollen sich die hohen KI-Investitionen der Hyperscaler auszahlen?
Da können die anderen Big-Techs noch nicht ganz mithalten. Dies sollte sich aber in absehbarer Zeit ändern. So
erwarten die meisten Analysten ab 2028 wieder steigende
Nettomittelzuflüsse und zeigen sich zuversichtlich, dass die derzeit
hohen Investitionsausgaben sich mittelfristig in höheren Umsätzen und
stärkeren Margen auszahlen dürften. Die Analysten der Deutschen Bank
erwarten bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von
etwa 17 Prozent, nach rund 15 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.
Die Nettomarge dürfte mit mehr als 25 Prozent über dem
Fünfjahresdurchschnitt von rund 20 Prozent liegen. Zudem erscheinen nach
ihrer Einschätzung die US-Hyperscaler attraktiv bewertet: Mit einem
Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten
zwölf Monate von knapp 22 werden sie nahe ihrem Zehnjahrestief von knapp
21 sowie rund 23 Prozent unter ihrem Zehnjahresdurchschnitt gehandelt.
Wir denken, Microsoft & Co. bleiben daher mittelfristig attraktiv.
Deshalb bleiben wir auch weiterhin in Microsoft und Alphabet investiert. Derweil haben sowohl die europäische Notenbank wie auch die Fed in
den USA ihre Zinssätze beibehalten. Und dass, obwohl die
Inflationszahlen beiderseits des Atlantiks nach wie vor hoch ausfallen,
wie zuletzt in Deutschland mit 2,8 Prozent und den USA mit 3,5 Prozent.
Trotzdem hat die US-Notenbank ihren Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent
belassen. Dabei war interessant, wie Fed-Chef Kevin Warsh bei der
Pressekonferenz auf die sogenannte „Lucas-Kritik“ hinwies. Der US-Ökonom
Robert Lucas hatte schon in den 70er Jahren erkannt, dass Menschen ihr
Verhalten anpassen, sobald sich die Politik ändert. Das ist dann auch
der Grund, warum die Fed keine Voraussagen mehr zu künftigen Handlungen
oder Entscheidungen machen wird. Aber: Nach diesen Voraussagen richten
sich normalerweise die Finanzmärkte. Kevin Warsh will jedoch die Preise
an den Märkten als Signal – nicht perfekt, aber ohne Beeinflussung durch
die Fed – beobachten. Das ist eine Situation, auf die sich die Märkte
erst noch einstellen müssen. Das wird nicht einfach werden. Aber zurück zur Börse. Die ersten Ergebnisse der europäischen
Berichtssaison sind bisher unter dem Strich durchaus positiv
ausgefallen. Nachdem gut ein Drittel der Marktkapitalisierung des STOXX
600 berichtet hat, zeichnet sich ein Gewinnwachstum von mehr als 17
Prozent ab – gut zwei Prozentpunkte über den Erwartungen der Analysten.
Zwar wurden negative Überraschungen wie etwa Adidas, oder LVMH
überdurchschnittlich stark abgestraft. Dies ist zu Beginn einer
Berichtssaison jedoch nicht untypisch und verdeutlicht die hohe
Bedeutung der Unternehmenszahlen für die Märkte. Besonders positiv
präsentieren sich bislang die Banken wie etwa die Deutsche Bank, aber
auch die ING Group oder die französische Société Générale. Aber aus
unseren Portfolios hat auch SAP überzeugt. Der Cloud-Umsatz stieg
währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro. Das hatte kaum
ein Analyst erwartet. Und auch das laufende
Zehn-Milliarden-Euro-Aktienrückkaufprogramm wird mit einer weiteren
Tranche fortgesetzt. Zahlen und Maßnahmen, die uns als Aktionären zugute
kommen.Hohe Investitionen sollen sich ab 2028 bezahlt machen
Fed mit neuer Kommunikationsstrategie
Europas Banken überzeugen mit guten Q-Zahlen
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