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Die 7 Todsünden des Investierens

Ronny Kohl

Die Weihnachtszeit veranlasst gern zu etwas mehr Besinnlichkeit. Das kann auch für die eigene Geldanlage genutzt werden, um die Strategie zu überdenken und grobe Anlagefehler zu identifizieren.

13.12.2019 | 08:00 Uhr

So wie die 7 Todsünden des Investierens. Diese zu vermeiden, bringt den Anleger schon ein großes Stück näher zum Erfolg.

Wenn die stade Zeit beginnt, ist die Gelegenheit günstig, sich endlich wieder einmal intensiv mit seinem Anlageportfolio zu befassen. Verlustpositionen aus dem Depot werfen, Gewinne mitnehmen, umschichten hin zu aussichtsreicheren Werten. Dabei darf angesichts des zu feiernden Weihnachtsfests durchaus auch über eine nachhaltigere Ausrichtung nachgedacht werden. Schließlich ist ein Mehr an Nachhaltigkeit nicht nur ein Modethema, wie es derzeit allerorten angepriesen wird, sondern auch eine Form von Risikovorsorge.

Nachhaltig zu investieren bedeutet, Unternehmen zu bevorzugen, die verantwortlich Wirtschaften, zu Lasten von Investments, die diverse Risiken mit sich bringen, weil sie eben weniger verantwortlich agieren. „Dies rächt sich spätesten dann, wenn solche Unternehmen von den Kauflisten der institutionellen Investoren verschwinden, deren Aktien also tendenziell abgestoßen werden, was den Kurs unter Druck setzt“, wie es mein Münchner Bankerfreund formuliert. Dann lieber gleich auf Nachhaltigkeitskriterien achten – oder einem Fondsmanager vertrauen, der sich verantwortliches Investieren auf die Fahne geschrieben hat.

Die 7 Todsünden des Investierens

Es gibt aber noch eine weitere Form verantwortlichen Investierens, die dem einzelnen Anleger auf alle Fälle Vorteile bringen sollte, indem die 7 Todsünden des Investierens vermieden werden. „Das hat jeder Anleger selbst in der Hand“, betont mein Bankerfreund, „denn die 7 Todsünden betreffen weniger die Auswahl von guten oder schlechten Investments, sondern das eigene Handeln.“

Wollust, Zorn, Neid, Völlerei, Hochmut, Trägheit und Habgier stehen nicht nur in der christlichen Lehre für Todsünden, sondern etwas abgewandelt auch in der Anlegerwelt. Man könnte sie auch neudeutsch als die Do’s & Don’ts der Anleger verstehen. Etwa die Wollust. Sie kann übersetzt als die verbissene Jagd nach kurzfristigen Renditen verstanden werden und gilt unter Börsenpsychologen als eine der größten Fallstricke für Anleger. Wollust führt dazu, dass viele Anleger auf steigende Kurse reagieren und noch schnell auf fahrende Züge aufspringen, oftmals in einer späten Phase, in der die Kursrally sich schon wieder beruhigt hat, um dann gegebenenfalls enttäuscht und mit Verlust verkaufen zu müssen.

Die rasante Entwicklung des Goldpreises in der ersten Jahreshälfte ist hierfür ein passendes Beispiel. So lockte Gold viele Glücksritter mit dem Wunsch nach schnellen Gewinnen. Doch seit August tritt der Goldpreis auf der Stelle bzw. entwickelt sich sukzessive rückwärts. Profis empfehlen daher: Vor dem Investieren prüfen, ob ein Investment längerfristiges Potenzial aufweist, zudem auch mal den längerfristigen Kursverlauf anschauen und nicht nur auf die aktuelle Rally achten.

Abhilfe ist möglich

Die Habgier ist eng mit der Wollust verbunden. Sie ist auch als Herdenverhalten bekannt und führt nicht selten zu denselben Phänomenen: Kaufen, wenn alle anderen dies tun, und ebenso mit der Herde verkaufen. Solcherart zyklisches Verhalten führt aber in der Regel nur zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen. Weil bei einem späten Einstieg wertvolle Renditepunkte schon verpasst sind und bei einem verzögerten Ausstieg, die Kurse sich bereits wieder abwärts bewegen. „Als vorbeugende Maßnahme gegen diese Todsünde dient beispielsweise die gründliche Auswahl eines qualifizierten Fondsmanagers und dann ein langer Atem, um dauerhaft investiert zu bleiben“, rät der Bankerprofi.

Zorn ist gleichfalls eine Todsünde, die Anleger meiden sollten. Zorn zeigt sich in der Verlustaversion vieler Anleger, die sich scheuen, ein Fehlinvestment frühzeitig zu beenden, in der Hoffnung, dass sich der Kurs schon bald wieder erholen werde. Ein probates Mittel gegen diese Anlagefalle ist das Setzen von Stop-loss-Kursen. Wenn der betreffende Titel diesen Kurs unterschreitet, sollte konsequent in einen aussichtsreicheren Wert umgeschichtet werden. Das kann auch für Fondsanleger gelten, die regelmäßig ihre Positionen überprüfen und etwa bei enttäuschendem Abschneiden des Managers oder Abwertungen durch Ratinghäuser einen Umtausch in Betracht ziehen sollten.

Hochmut wiederum ist eine Sünde, die den Anleger veranlasst, sich selbst zu überschätzen. Dieser ist der Meinung, Chancen zu sehen, die andere nicht erkennen können, und investiert übermäßig stark in einen bestimmten Titel, arbeitet mit Hebelinstrumenten oder investiert auf Kredit. Wer hier richtig liegt, darf sich freuen, wie im Glückspiel auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. Wer aber den Bogen überspannt, muss das mitunter bitter bereuen – bis hin zum persönlichen Bankrott, wenn die Depotbank die von der Kreditlinie nicht mehr gedeckten Positionen liquidiert und auf einen Verlustausgleich drängt, was insbesondere in anhaltenden Baissephasen immer wieder passiert. Der Schutz hiervor: Diversifikation als Risikostreuung und das Vermeiden von Hebel- und Kreditinvestments.

Eigene Recherche tut not

Neid ist gleichfalls eine Anlegersünde, die man besser vermeidet. Neid entspringt dem Wunsch, einfach dazuzugehören, zu einem exklusiven Anlegerkreis, um jeden Preis. Das kann sich in Investments ausdrucken, die man „ganz exklusiv“ angeboten bekommt, in „extrem lohnenden Devisentermingeschäften“, „überaus aussichtsreichen Pennystocks“ oder auch einer individuellen Betreuung durch vermeintliche Börsengurus à la Madoff. Was hiergegen hilft? Bisweilen schon ein klarer Kopf und ein wenig Recherche.

Die Sünde der Trägheit schließlich äußert sich beim Anlegen ebenfalls im Unwillen, ausreichend zu recherchieren, bevor ein Investment getätigt wird. Schon damit ließen sich viele Anlagefehler vermeiden, die am Ende des Tages immer Geld kosten – über entgangene Renditen bis hin zu schmerzhaften Anlageverlusten. So kommt es immer wieder vor, dass Anlagen eher aufgrund eines klingenden Namens oder verlockenden Themas erfolgen. Und auch, dass vielfach nicht auf die Kosten geachtet wird, die mit einem Investment verbunden sind. „Dabei sollte sich der Anleger immer im Klaren darüber sein, dass Kosten eins zu eins zu Lasten des Ertrags gehen“, erinnert der Bankerfreund. „Jede Kostenersparnis erhöht die Rendite!“

Last but not least die Völlerei als letzte der 7 Sünden. Sie zeigt sich darin, dass potenzielle Anleger eben nicht anlegen. Dass sie ihr Geld für viele andere Dinge lieber verwenden, als es beispielsweise in die Vorsorge zu stecken, zumindest teilweise. Dabei sollte inzwischen weithin klar sein, dass man zusätzlich zur staatlichen Rente Eigenvorsorge treiben muss, wenn man den gewohnten Lebensstandard auch im Alter beibehalten möchte. Und hier, das haben viele Untersuchungen gezeigt, eignen sich am besten gut gemanagte Aktienfonds, in die über längere Zeiträume mittels Einmalanlage oder Sparplan investiert werden sollte. Eine regelmäßige Überprüfung, ob die genannte Güte der Fonds noch besteht, ist sicher kein Nachteil. Und ansonsten gilt: Wenn die mit Überlegungen zu den 7 Todsünden des Investierens genutzte stade Zeit vorbei ist, kann es wieder etwas ruhiger werden.

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