Venezuela, Iran, Grönland - Geopolitik übernahm das Ruder

Venezuela, Iran, Grönland - Geopolitik übernahm das Ruder
Kapitalmärkte

Der Januar war stark von geopolitischen Ereignissen geprägt: Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Streitkräfte sorgte ebenso für Schlagzeilen wie die wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran.

10.02.2026 | 08:23 Uhr

Und die erklärte Absicht von US-Präsident Trump, Grönland für die USA kaufen zu wollen, setzte die Krisendiplomatie der EU in Gang. Trotz der geopolitischer Spannungen entwickelten sich die Aktienmärkte im Januar überwiegend positiv.

Bereits am 3. Januar sorgte die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte für weltweite Schlagzeilen. Da Venezuela laut US-EIA über die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt verfügt, diskutierten Marktteilnehmer mögliche kurzfristige Angebotsausfälle sowie langfristige Produktionsperspektiven. Abgesehen von venezolanischen Vermögenswerten und einigen US-Ölkonzernen blieb die Marktreaktion jedoch begrenzt.

Deutlich spürbarer waren die Auswirkungen der Entwicklungen im Iran. Die Sorge vor einer Eskalation trieb den Brent-Preis erneut über 70 US-Dollar pro Barrel. Auslöser waren Spekulationen über mögliche US-Militäraktionen, verschärft durch Berichte über einen teilweisen Abzug von Personal vom US-Stützpunkt Al Udeid in Katar. Zwar relativierte US-Präsident Donald Trump später die Spannungen, doch seine Aussage vom 28. Januar, eine „massive Armada“ sei auf dem Weg in Richtung Iran, ließ die Ölpreise weiter steigen. Am Monatsende lag Brent bei 70,69 US-Dollar – ein Plus von 16,2 % und der stärkste Anstieg seit Januar 2022.

Parallel spitzte sich ein weiterer Konflikt um Grönland zu. Trump erklärte am 14. Januar, die USA benötigten Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit. Drei Tage später drohte er europäischen Ländern mit Zöllen, sollten sie nicht einem vollständigen Verkauf Grönlands zustimmen. Die Märkte reagierten mit einem deutlichen Risk-off-Move, der S&P 500 fiel um 2,1 %. Erst am 21. Januar sorgte Trump mit der Ankündigung eines „Rahmens für ein zukünftiges Abkommen“ für Beruhigung. Die geplanten Strafzölle wurden gestoppt, und die Aktienmärkte erholten sich wieder.

Auch die US-Notenbank rückte in den Fokus, nachdem das Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung einleitete, die Fragen zur Unabhängigkeit der Fed aufwarf. Dies trieb die Edelmetalle, allen voran Gold. Der Goldpreis stieg im Januar von 4.397 auf 4.888 US-Dollar pro Feinunze, erreichte aber am 29. Januar ein Rekordhoch von 5.595 US-Dollar, bevor er wieder deutlich zurückfiel. Gleichzeitig schwächte sich der US-Dollar ab, bis das Finanzministerium erneut seine Unterstützung für eine „starke Dollar-Politik“ bekräftigte. Am 30. Januar nominierte Trump zudem Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden.

An den Rentenmärkten für Staatsanleihen in den USA und der Eurozone entwickelten sich die Renditen im Monatsvergleich uneinheitlich. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen stiegen zum Monatsultimo um 7 Basispunkte und schlossen bei 4,23% ab. 10-jährige deutsche Bundesanleihen verzeichneten einen Rückgang der Renditen um 1 Basispunkt von 2,85% auf 2,84%. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen fielen dagegen um 9 Basispunkte. Italien hat für das Q4 bessere wirtschaftliche Daten gemeldet, als von Ökonomen erwartet.

Trotz geopolitischer Spannungen entwickelten sich die Aktienmärkte im Januar überwiegend positiv. Die globalen Konjunkturdaten blieben robust: In den USA erreichte der ISM-Index für Dienstleistungen mit 52,6 Punkten ein 14-Monats-Hoch (Vormonat: 47,9), die Arbeitslosenquote sank auf 4,4 %. In Europa fiel die Inflation mit 1,7% im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat schwächer aus als erwartet, was neue Spekulationen über eine EZB-Zinssenkung auslöste. Das Wachstum der Eurozone im vierten Quartal übertraf mit +0,3 % die Erwartungen. Entsprechend legten die meisten großen Aktienindizes im Januar zu.


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