KI-nativ statt KI-unterstützt: Unser CEO in FT Adviser

KI-nativ statt KI-unterstützt: Unser CEO in FT Adviser
Interview

In einem aktuellen Beitrag von Financial Times Adviser hat der CEO von Smart Wealth, Dr. Miró Mitev, eine einfache, aber unkonventionelle Idee dargelegt: Künstliche Intelligenz ist nicht nur ein Werkzeug, um die Arbeit zu erleichtern. Richtig eingesetzt, so sein Argument, kann sie eine Quelle von Alpha sein.

27.07.2026 | 08:22 Uhr

Um die KI herum gebaut, nicht auf sie aufgesetzt

Die Unterscheidung, die Miró trifft, betrifft die Architektur. «Die meisten Investmentfirmen nutzen KI als Werkzeug zur Unterstützung menschlicher Entscheidungen», sagte er gegenüber FT Adviser. «Bei Smart Wealth haben wir einen grundlegend anderen Ansatz gewählt. Wir haben das Unternehmen von Grund auf um unsere firmeneigene KI herum aufgebaut.»

Die Überlegung dahinter: Wenn es darum geht, riesige Mengen an Marktdaten zu verarbeiten und disziplinierte Entscheidungen zu treffen, kann ein vollständig automatisierter Ansatz Fähigkeiten erschliessen, mit denen traditionelle Strukturen, bei denen der Mensch im Zentrum jeder Entscheidung steht, nur schwer mithalten können.

Das Rauschen entfernen, die Aufsicht behalten

Ein wiederkehrendes Thema des Interviews ist Beständigkeit. Da das System vollständig automatisiert ist, läuft der Anlageprozess laut Miró «rund um die Uhr, lernt und verbessert sich kontinuierlich», ohne die Unterbrechungen und Leistungsschwankungen, die menschliche Teams unweigerlich erleben.

Oder in seinen Worten: «Es entfällt ein Grossteil des Rauschens, das Menschen erzeugen: Angst, Krankheitstage, Gier, familiäre Situationen, Selbstüberschätzung, Personalfluktuation, emotionale Handelsentscheidungen». Das bedeutet allerdings nicht, den Menschen vollständig auszuschliessen. Menschen bleiben für Aufsicht und Governance verantwortlich, während die KI Daten analysiert, wahrscheinliche Ergebnisse prognostiziert und Kapital jenen Positionen zuweist, die am besten zu den herrschenden Bedingungen passen, stets innerhalb eines strengen Risikomanagements.

Wie der Prozess tatsächlich aussieht

Ein verbreitetes Missverständnis räumt Miró rasch aus: «Es handelt sich nicht um einen Hochfrequenz-Handelsfonds». Die Strategie beschränkt ihre Aktien auf Blue-Chip-Titel, um beste Liquidität sicherzustellen, und hält Positionen in der Regel über Wochen oder Monate.

Darunter beschreibt er «ein vollständig integriertes System, das eine Vielzahl fortschrittlicher mathematischer und maschineller Lernalgorithmen kombiniert, darunter genetische Algorithmen und neuronale Netze», die alle auf dasselbe Ziel hinarbeiten: den Aufbau effizienter Portfolios mit den bestmöglichen risikoadjustierten Renditen, bei kontinuierlichem Lernen über die Zeit.

Eine Branche am Scheideweg

Das umfassendere Argument, das Miró gegenüber FT Adviser vorbringt, betrifft die Richtung der Vermögensverwaltungsbranche. Viele Firmen, merkt er an, führen KI ein, um ihre Mitarbeitenden zu unterstützen, was er mit dem «Umstellen der Liegestühle» vergleicht: nützliche Aufräumarbeiten, während sich eine weit grössere Bedrohung nähert.

Die eigentliche Wahl bestehe zwischen KI-unterstützt, also KI auf bestehende Modelle aufzusetzen, und KI-nativ, von Grund auf um sie herum gebaut. Seine Einschätzung: Firmen, die sich nicht weiterentwickeln, werden überholt, und Kunden werden unterdurchschnittliche Renditen oder die Verluste aus dem Hinterherjagen von Renditen nicht dauerhaft hinnehmen.

Eine pointierte These. Es ist zugleich die Logik, die Smart Wealth von Anfang an geprägt hat.

Das vollständige Interview mit Dr. Miró Mitev finden Sie beiFinancial Times Adviser.

Mehr über Smart Wealth erfahren Sie aufwww.smartwealth.ch.

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