
Fundplat hat ein zweites Interview mit Roger Bootz veröffentlicht, unserem Head of Sales für die DACH-Region, nachdem das erste auf grosses Interesse gestossen war. Dieses geht deutlich tiefer in die Mechanik und beginnt mit einer Frage, die eine klare Antwort verdient.
08.09.2026 | 06:38 Uhr
Die Frage hinter dem Begriff «KI-Fonds»
Wenn Investoren das Wort hören, denken viele sofort an ein Depot voll mit Nvidia, Microsoft oder Infrastruktur-Anbietern. Bietet Smart Wealth einen solchen Themenfonds an?
Die Antwort von Roger Bootz ist eindeutig: nein. KI ist bei Smart Wealth kein Anlagethema, sondern Bestandteil eines zu 100 Prozent automatisierten Investmentprozesses. Der Unterschied liegt zwischen dem, was man besitzt, und der Art, wie die Entscheidung dafür getroffen wird.
Konkret investiert die Strategie unvoreingenommen in ein globales Spektrum aus Aktien, Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Rohstoffen und Barmitteln. Die Algorithmen berechnen dynamisch die Kombination mit dem besten Rendite-Risiko-Verhältnis und schichten bei Bedarf automatisch um.
Ein vierstufiger Prozess
Das Interview beschreibt den Prozess als vierstufige Raffinerie, bei der künstliche Intelligenz gezielt in den Schritten zwei, drei und vier arbeitet.
Asset-Selektion. Ein Filter reduziert das globale Universum von rund 5'000 Titeln auf etwa 100 zielgerichtete Bausteine.
Frühindikatoren. Genetische Algorithmen, ein Verfahren, das von der biologischen Evolution inspiriert ist, testen aus rund 2'000 technischen, fundamentalen und makroökonomischen Datenpunkten tausende Kombinationen, die über Generationen hinweg verfeinert werden. Nur die stärksten Signalgeber werden berücksichtigt.
Prognose. Hier kommt maschinelles Lernen zum Einsatz. Der Algorithmus lernt eigenständig aus historischen Finanzdaten und erkennt verborgene Zusammenhänge und nichtlineare Muster, die rein menschlich kaum zu erfassen sind.
Portfolio-Optimierung. Ein KI-gestützter genetischer Algorithmus berechnet in rund 5'000 Durchläufen das mathematisch ideale Portfolio aus Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Liquidität.
Roger Bootz fasst es so zusammen: «KI macht unseren Investmentprozess systematischer, schneller und konsequent regelgebunden.» Der wesentliche Vorteil dieser durchgehenden KI-Steuerung liege in der kontinuierlichen Rechenleistung und der strikten Regelgebundenheit.
Was sich gegenüber klassisch aktivem Management ändert
Im klassischen aktiven Management stehen menschliche Expertise, Marktanalysen und qualitative Einschätzungen im Vordergrund. Ein systematischer Ansatz setzt stattdessen auf eine rein datenbasierte Systematik.
Die praktischen Unterschiede, die Roger Bootz nennt, sind Geschwindigkeit und Beständigkeit. Der vollautomatisierte Prozess rechnet permanent neu und kann Marktsignale ohne zeitliche Verzögerung verarbeiten. Entscheidungen werden zu 100 Prozent regelbasiert und mit absoluter Disziplin umgesetzt, unabhängig von Emotionen. Für den Anleger bedeutet das vollständige Transparenz und Reproduzierbarkeit: Jede Allokationsanpassung basiert auf harten Daten und tausenden Recheniterationen.
Dynamisches Risikomanagement
Am deutlichsten zeigt sich das in turbulenten Marktphasen. Sobald das System Risiken erkennt, schichtet es automatisch in Barmittel-Positionen um.
Laut dem Interview halbiert dies nachweislich grosse Verluste und führt zu einer rund 60 Prozent schnelleren Erholung aus Verlustphasen im Vergleich zur Benchmark. Über einen 15-jährigen Vergleichszeitraum auf Basis von Bloomberg-Daten von 2009 bis 2024 lag das Portfolio auf dem gewählten Risikoniveau kontinuierlich über dem Median vergleichbarer Anlageprodukte.
Der Mechanismus wirkt in beide Richtungen. In den Worten von Roger Bootz: «Unser dynamisches Risikomanagement passt das Marktexposure frühzeitig an und schützt so vor unnötigen Risiken.» Wenn die Signale auf Negativ drehen, erhöht das System die Barmittelquote. Sobald die Prognosen wieder positiv werden, baut das Modell das Marktexposure zeitnah wieder auf, bei Bedarf mit einer geringen Hebelwirkung.
Die Botschaft an Vermögensverwalter und Family Offices
Auf die Frage, was er unabhängigen Vermögensverwaltern und Family Offices sagen würde, die sich bisher nicht an KI-Strategien herangewagt haben, adressiert Roger Bootz beide verbreiteten Sorgen zugleich: Man muss keine Angst vor einer angeblichen Black Box haben und keine vor KI-Aktien-Hypes.
Wer hier investiert, kauft keine Spekulation auf die Tech-Zukunft, sondern ein systematisches, hochdiszipliniertes Entscheidungssystem, das über 20 Jahre KI-Erfahrung mit einem geprüften Track Record verbindet. Seit einem Jahr ist die Strategie zudem über einen Fonds für professionelle und institutionelle Investoren zugänglich.
https://swicav.com/multi-asset-ai-flagship
Zum vollständigen Interview
Das komplette Gespräch mit Roger Bootz finden Sie bei Fundplat: https://fundplat.com/de/interview/ki-im-investmentprozess-wie-algorithmen-steuern-und-warum-smart-wealth-keine-ki-aktien-fonds-anbietet/
Quelle
Fundplat GmbH, «KI im Investmentprozess: Wie Algorithmen steuern – und warum Smart Wealth keine KI-Aktien-Fonds anbietet», Interview mit Roger Bootz, geführt von Thomas J. Caduff, 27. August 2026. Die oben genannten Performance- und Vergleichsangaben entsprechen den Aussagen in diesem Interview.
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