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„Aktien von Müllverwertern sind eine Absicherung gegen Inflation“

Alexander Funk, Fondsmanager des Ökoworld Klima, über die Gewinner der Transformation zu einer sauberen Wirtschaft, Recycling-Aktien als Inflationsschutz und die hohen Gebühren der Ökoworld-Fonds.

14.10.2021 | 13:00 Uhr von «Andreas Höß»

TiAM FundResearch: Herr Funk, Klimaschutz galt lange als Hemmschuh für die Wirtschaft. Motto: Wenn man jetzt auch noch auf das Klima achten soll, kann man gar kein Geld mehr verdienen. Mittlerweile wird viel über Klimaschutz geredet – auch von Unternehmenschefs und in der Wirtschaftswelt. Findet da ein Umdenken statt?

Alexander Funk: Auf jeden Fall. Dieses Umdenken hat einerseits damit zu tun, dass wir die ersten Folgen des Klimawandels bereits spüren, auch in Deutschland. Andererseits wird Menschen zunehmend klar, dass klima- und umweltfreundliche Produkte und Produktionsweisen einen Wettbewerbs- und Standortvorteil bringen. Man sieht in der Rohstoff-, Energie- oder Automobilindustrie, dass Konzerne, die sich an alte Geschäftsmodelle klammern, wirtschaftliche Probleme bekommen – während andere vom Umbau zu einer sauberen Wirtschaft profitieren. Es geht jetzt also auch um unsere Zukunftsfähigkeit, unsere Jobs und unseren Wohlstand.

Klimaschutz ist ein Wirtschaftsfaktor geworden?

Natürlich, für Unternehmen tragen Klimafreundlichkeit und Umweltschutz längst auch zum Shareholder-Value bei. Konzerne, die ihr Geschäftsmodell nicht nachhaltiger aufstellen, müssen sich mit immer strengen Regeln herumschlagen, was ihr Geschäft erschwert. Immer mehr große Investoren lassen die Finger von ihnen, was ihre Aktienkurse langfristig zusätzlich unter Druck bringt. Außerdem macht ein schlechter Ruf ein Unternehmen nicht nur für Kunden weniger attraktiv, sondern auch für gut ausgebildete und talentierte Mitarbeiter. Denn die suchen meist einen Job mit Perspektive in einem zukunftsfähigen Unternehmen, das innovativ und cool ist.

Sie leiten einen Fonds, der in die Gewinner dieser Transformation investieren will: Den Ökoworld Klima. Beim Thema Klima denken die meisten Anleger vor allem an E-Autos und Erneuerbare Energien. Die spielen in Ihrem Fonds aber gar keine so große Rolle, oder?

Im Bereich der Erneuerbaren Energien gibt es viele tolle Unternehmen, die wirklich messbares für den Klimaschutz tun. Aus der Sicht eines Investors muss aber auch die finanzielle Seite passen, wir möchten ja Geld mit den Investments in die Unternehmen verdienen. Momentan sind Erneuerbare Energien deshalb bei uns im Fonds unterrepräsentiert, sie machen nur rund fünf Prozent des Portfolios aus – vor einem Jahr waren es noch über 20 Prozent. Dass der Anteil heute so klein ist hat zwei Gründe: Erstens nimmt die Konkurrenz in diesem Bereich zu, das Geschäft wird schwerer. Zweitens gab es im letzten Jahr einen ziemlichen Hype um Erneuerbare Energien, weshalb die Aktien aus diesem Bereich einfach zu teuer geworden sind.

"Wir haben alle Aktien einem Realitäts-Check unterzogen"

Deshalb haben Sie den Anteil dieser Aktien im Fonds von 20 auf rund fünf Prozent abgebaut?

Wir haben alle Aktien in unserem Fonds Anfang des Jahres einem Realitäts-Check unterzogen und uns gefragt, wo die Bewertungen noch zu Gewinn- und Umsatzwachstum passen. Für viele Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien waren die Bewertungen viel zu hoch, weshalb wir die Positionen dort mit guten Gewinnen abgebaut haben. Jetzt investieren wir erst einmal mehr in andere klimafreundliche Trends, die wir für spannend halten.

Welche sind das zum Beispiel?

Wir sehen uns im Umweltbereich immer die gesamte Wertschöpfungskette an. Und dort gibt es häufig in der zweiten und dritten Reihe sehr spannende Unternehmen, bei denen es noch keinen so großen Hype gibt. Beispiel Erneuerbare Energien: Hier haben wir etwa den Kabelhersteller NKT im Fonds. Er trägt dazu bei, dass der an der Nordsee aus Wind hergestellte Strom ohne große Leitungsverluste zu BMW oder anderen Industrieunternehmen im Süden kommt. Ein weiteres interessantes Unternehmen ist Verbund  aus Österreich, das bei der Wasserkraft tätig ist. Wasserkraft ist verlässlicher Stromlieferant, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. Und durch Pumpspeicher kann man die Schwankungen ausgleichen, die beim Angebot von Solar- und Windstrom entstehen.

Welche weiteren Anlagetrends finden sich in ihrem Fonds?

Häufig sind das Bereiche, in denen die Menschen ihr eigenes Verhalten kritisch hinterfragen und ihre Lebensweise umstellen. Immer mehr Menschen fahren mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zum Bäcker, weshalb wir etwa die Radhersteller Giant, Merida sowie den Komponentenbauer Shimano im Fonds haben. Oder anderes Beispiel: Gebäude stehen in Deutschland für etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs. Den kann man reduzieren, wenn man mit einer Wärmepumpe statt mit Öl heizt oder sein Haus besser isoliert. Hier sind wir etwa in die Dämmmaterialienhersteller Rockwool und Kingspan oder den Wärmepumpenproduzenten Nibe investiert. Und man kann bei Lebensmitteln oder Kosmetik auf eine nachhaltige Produktion achten. Solche Produkte bietet unter anderem die US-Fastfoodkette Chipotle Mexican Grill oder der Kosmetikhersteller L’Occitane International an, die ebenfalls im Fonds sind.

"Recycling ist auf dem Vormarsch"

Es geht also viel um Ressourcen- und Energiesparen. Das ist auch in der Wirtschaft ein wichtiges Thema, oder?

Ja, viele Unternehmen sind hier aber auf einem guten Weg und handeln schon aus Eigennütz. Denn Energie- und Rohstoffverschwendung sind nicht nur schlecht für das Klima, sie kosten auch Geld. Im Umkehrschluss heißt das: Wer effizient wirtschaftet, verdient unter dem Strich auch mehr mit seinen Produkten. Das gilt besonders im aktuellen Umfeld mit steigenden Preisen für Rohstoffe und Energie. Hier ist Recycling und Wiederverwertung ein wichtiger Punkt. Wir haben zum Beispiel Anteile am US-Unternehmen Waste Management, die Müll verwerten, Materialien recyceln und sie damit in den Wirtschaftskreislauf zurückbringen. Durch die im Moment stark steigenden Notierungen bei vielen Rohstoffen können Recyclingfirmen höhere Preise für Materialien verlangen, was ihre Margen steigert. Aktien von Müllverwertern sind für uns deshalb eine Absicherung gegen Inflation. Recycling ist außerdem in vielen Bereichen auf dem Vormarsch, auch beim Autobau. Die größte Position in unserem Fonds ist LKQ, die Autos und LKWs recyceln, Teile für die Reparatur von Fahrzeugen wiederverwenden und gewonnene Rohstoffe verkaufen. Auch LKQ profitiert im Moment von steigenden Rohstoffpreisen.

Apropos hohe Preise: Kritiker bemängeln immer wieder, dass Ökoworld sich seine Fonds gut bezahlen lässt. Beim Klima-Fonds liegen die laufenden Kosten mit 2,35 Prozent weit über dem Durchschnitt am Fondsmarkt. Was sagen Sie zur der Kritik?

Es stimmt, dass wir als Premiumanbieter eher teuer sind. Wir sind eine kleine und spezialisierte Boutique, die nur fünf nachhaltige Fonds anbietet. Für die betreiben wir aber einen großen Aufwand und setzen uns sehr intensiv mit den Unternehmen auseinander, in die wir investieren wollen, um die ethischen, ökologischen, sozialen Aspekte bis in die Tiefe zu erfassen. Wir sind kein Discounter, sondern der spezialisierte Bioladen. Das verursacht eben Kosten. Wichtig ist zu erwähnen, dass alle Performancezahlen, die wir veröffentlichen, bereits nach Kosten sind. Wir sind stolz darauf, dass wir Fonds anbieten, die zwar die Kosten eines Premiumprodukts aufweisen, aber auch eine erfreuliche Rendite erwirtschaften.

"Unser strenge Ansatz überzeugt viele Anleger"

Sie sagen, dass die Kosten vor allem am aufwändigen Investmentprozess liegen. Wie sieht der denn genau aus?

Wir haben ein Portfoliomanagement mit eigenen Finanzanalysten, die systematisch nach passenden Anlagetrends suchen und Investmentideen generieren. Daneben gibt es noch ein vom Portfoliomanagement unabhängiges Nachhaltigkeitsresearch im Haus, das jedes Unternehmen, in das wir investieren wollen, genau durchleuchtet – und das auch dann immer wieder tut, wenn deren Aktien mal im Fonds sind. Als Größenordnung: Aktuell haben wir circa 850 Unternehmen in Investmentuniversum des Klimafonds, die von unserem Nachhaltigkeitsresearch geprüft sind, und sind davon in ungefähr 150 investiert. Wir schauen wir uns sehr genau an, wie das Unternehmen funktioniert, welches Produkt es produziert und welche Auswirkungen das auf Gesellschaft und Umwelt hat. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel nur ein Prozent Umsatzanteil bei kontroversen Bereichen wie Atomkraft oder Militärtechnologie hat, passt das nicht zu Ökoworld. Dieser strenge Ansatz überzeugt viele Anleger, die einen glaubwürdigen Öko-Fonds suchen. Jedenfalls haben wir große Mittelzuflüsse. Und bei der langfristigen Rendite nach Kosten gehören wir auch zu den allerbesten Fonds in unserem Bereich.


Der Fonds: Ökoworld Klima

Umwelttechnik, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Landwirtschaft, Erneuerbare Energien, alternative Verkehrssysteme oder nachhaltige Wassernutzung: Der Ökoworld Klima (ISIN: LU0301152442) investiert in diverse Bereiche, die helfen, klimafreundlich zu wirtschaften beziehungsweise sich schon heute an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dass solche alternative Wirtschaftsweisen nicht Einschränkung sondern Wachstum bedeuten, zeigt schon ein Blick auf die Rendite des Ökoworld Klima: Der 2007 gegründete und mittlerweile über 700 Millionen Euro schwere Fonds erzielte in den vergangenen zehn Jahren über 300 Prozent Rendite, allein in den vergangenen drei Jahren waren es rund 80 Prozent. Wegen der starken Wertentwicklung trägt das von Alexander Funk gemanagte Produkt die FondsNote 1, bei der Umweltbilanz erhält er das beste €uro-Eco-Rating A.

Der Fondsmanager: Alexander Funk

Alexander Funk ist seit 2009 bei Ökoworld, wo er als Fondsmanager und und Analyst arbeitet. Davor managte der Bankbetriebswirt bei der DZ Bank den nachhaltig investierenden ÖKO-Aktienfonds. Funk ist Vater von zwei Kindern, fährt in seiner Freizeit viel Fahrrad und macht gerne Rucksack-Reisen.

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