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Mögliche Lehren aus dem GAM-Schock

Absolute-Return- und sog. Unconstrained-Strategien stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Was hierbei jedoch gerne vergessen wird, höhere Komplexität führt nicht automatisch zu höheren Renditen.

06.08.2018 | 11:02 Uhr

Aktuell sorgt die Schließung der Absolute-Return-Bond-Strategien von GAM nach der Suspendierung des Fondsmanagers Tim Haywood für gehörigen Wirbel in der Fondswelt. Immerhin werden über alle Fonds hinweg deutlich mehr als 6 Mrd. EUR gemanagt. Hinzu kommen mehrere Milliarden in institutionellen Mandaten. Diese sind nun erstmal eingefroren und Investoren kommen vorerst nicht an ihr Geld.

Die Hintergründe bleiben weiter nebulös, auch da GAM selbst nur vage davon spricht, dass die „Sachverhalte Teile seines Risikomanagementverfahrens sowie seine Dokumentationspflichten in gewissen Fällen [betreffen].“ Gleichzeitig wird jedoch betont, dass die „Untersuchung keine Bedenken bezüglich seiner Ehrlichkeit aufgeworfen [hat]“. Nichtsdestotrotz scheinen Investoren das Schlimmste zu befürchten und die Fonds mussten aufgrund des hohen Volumens an Anteilrückgabewünschen vorerst geschlossen werden.

Das hohe Volumen der Fonds zeigt, dass GAM mit den Produkten offenbar einen Nerv bei den Anlegern getroffen hat. Die bereits 2004 in der Präsentation für die seinerzeit noch unter Julius Bär firmierenden Fonds genannten Gründe für eine Investition in Absolute-Return- bzw. Unconstrained-Return-Strategien, dürften auch heute noch breite Zustimmung in der Anlegerschaft finden:

Warum Absolute Return Investitionen
Warum Absolute Return Investitionen

Quelle: Auszug aus der Präsentation für den Julius Bär Absolute Return Bond Fund, Juli 2004

Im anhaltenden Umfeld niedriger Zinsen und der weitverbreiteten Angst vor Zinssteigerungen ist die Versuchung umso größer, sein Heil in Absolute-Return- und sog. Unconstrained-Strategien zu suchen, um der negativen Geldmarktverzinsung zu entgehen. Was Investoren hierbei jedoch gerne vergessen, höhere Komplexität führt nicht automatisch zu höheren Renditen (aber auf jeden Fall zu höheren Gebühren). Der „Free Lunch“ an den Finanzmärkten existiert nicht. Wer ein Mehr an Rendite möchte und unzufrieden ist mit „klassischen“ Geldmarkt- und Kurzläuferfonds, geht immer! auch höhere Risiken ein. Unserer Beobachtung nach scheint dabei immer mehr das Thema „Komplexität“ in den Vordergrund zu rücken. Insbesondere über Investitionen in jegliche Art von Strukturierungen sollen noch Mehrrenditen generiert werden können. Themen wie ABS und MBS, aber auch exotischere Investments in CLOs und Trade Finance/Supply Chain Finance werden als Alternativen im geldmarknahen Segment präsentiert. Häufig mag es in diesen Bereichen tatsächlich auch noch attraktive Risikoprämien geben. Investoren sollten aber bedenken, dass ein Teil dieser Prämie auch dem Punkt Illiquidität zu verdanken ist. Ohne liquiden Sekundärmarkt wird es schwierig, insbesondere in Stressphasen willige Käufer zu finden, wenn Fondsinvestoren plötzlich in Massen ihr Geld aus diesen Produkten abziehen. Und wie sich derartige Instrumente während einer Rezession (auch hier wird irgendwann die nächste kommen) verhalten und wie sie dann noch fair bewertet werden können, ist ebenfalls völlig offen. Die Erinnerung an 2007/08 scheint immer mehr zu verblassen. Stattdessen dominiert zusehends die Gier auf der Jagd nach Rendite. Aber wie sagte schon Warren Buffet: „After all, you only find out who is swimming naked when the tide goes out.“


Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.


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