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Fondskolumne: Keine Angst vor Rezession?

In letzter Zeit mehren sich die Stimmen, die vor einer nahenden Rezession warnen. Damit wächst die Angst vor negativen Folgen für die eigenen Investments. Irgendwann wird die nächste Rezession auch sicher kommen – und die Warner nachträglich recht behalten. Ein Blick auf die Indikatoren zeigt indes, dass es damit auch noch etwas dauern könnte.

03.06.2019 | 10:33 Uhr

10 Jahre läuft die Börsenhausse in den USA jetzt schon. Eine in statistischer Sicht sehr lange Phase. Nicht wenigen Anlegern treibt das Sorgenfalten ins Gesicht, die sich fragen: wie lange noch – und wie andererseits vorbeugen? Die freundliche Börsenstimmung und die steigenden Aktienkurse sind eng mit der Konjunktur verbunden, die ebenfalls wenig Anstalten macht, zu verschnaufen. Doch auch hier wachsen die Sorgen, immer mehr Experten sehen sich berufen, ihre Meinung dazu kund zu tun.

Darrell Spence und Jared Franz sind zwei von ihnen. Die beiden Volkswirte stehen in Diensten der Capital Group und haben sich im Rahmen ihres Jobs intensiv mit dem Thema „Rezession“ befasst. „Schreitet der Konjunkturzyklus voran, mehren sich bei Investoren die Sorgen vor einem Abschwung“, haben sie beobachtet. Allerdings auch, dass der genaue Zeitpunkt dafür schwer zu vorherzusagen sei. Wie wahr!

„Im Grunde bemerkt man die Rezession doch immer erst, wenn man schon mitten drin steckt“, weiß mein Münchner Bankerfreund aus Erfahrung zu berichten. Gleichwohl versuchen die Ökonomen, einen Abschwung möglichst genau vorauszuberechnen, um die eigenen Asset-Manager warnen und die Kunden vor größeren Schäden bewahren zu können. So weit, so gut.

 

Rezessionssignale im Test

Spence und Franz haben sich also auf gemacht, nach entsprechenden Anzeichen zu suchen. Doch zunächst haben sie noch einen Trost parat: Rezessionen seien ein natürlicher und unvermeidlicher Teil eines jeden Konjunkturzyklusses und würden auch nicht sonderlich lange dauern. Gerade mal 11 Monate seien es im Durchschnitt der zurückliegenden Ereignisse gewesen. 11 Monate können einem andererseits endlos lange vorkommen, wenn kein Licht am Ende des Rezessionstunnels in Sicht ist. Außerdem was man nie, ob nach 11 Monaten wirklich Schluss ist. Doch immerhin ist dies ein kleiner Trost, in Anbetracht der Aussicht, dass der anschließende Aufschwung im statistischen Durchschnitt stolze 67 Monate dauert.

Doch wie sieht es aktuell aus? Die Kollegen von Capital Group haben sich also verschiedene Indikatoren vorgenommen und diese exakt geprüft. So etwa die Zinsstrukturkurve in den USA. Sollte die invers sein, wäre das ein Warnsignal, ist sie aber nicht. Noch nicht. „Ändert sich dies, dauert es in der Regel noch 18 Monate bis zum Abschwung“, hat Spence berechnet. Haken dran.

Etwas kniffliger ist es mit den Unternehmensgewinnen. „Im Schnitt beginnt 26 Monate nach deren zyklischem Hoch die Rezession“, sagt Franz. Das Problem daran ist, dass dieses zyklische Hoch wahrscheinlich schon im Jahr 2012 erreicht wurde. Ähnlich mit der Beschäftigungslage. Kürzen die Unternehmen die Arbeitsplätze und setzen Mitarbeiter frei, ist das ein Alarmsignal. Das sei in den USA zwar noch nicht festzustellen, doch andererseits herrsche Vollbeschäftigung, eine weitere Erhöhung der Beschäftigungsquote kaum vorstellbar. Demgegenüber könnte schon ein leichter Rückgang ein starker Hinweis auf eine Konjunkturwende sein, so Franz. Kein Wunder, dass die Nerven vieler Anleger extrem angespannt sind.


Entwarnung

Spence und Franz geben zumindest vorerst Entwarnung. Sie haben nämlich zudem den Leading Economic Index bemüht, der insgesamt 10 Indikatoren einbezieht, und können auch damit am Himmel kein drohendes Gewitter ausmachen. Nach ihren aktuellen Berechnungen sollte es frühestens im kommenden Jahr abwärts gehen. Doch sicher ist auch das nicht. Die Rezession könne durchaus noch länger auf sich warten lassen, ahnt mein Bankerfreund, oder sich auch schon recht bald einstellen: „Man weiß es eben nicht!“

Klar ist aber auch, dass einige Asset-Manager bereits umsteuern, ein wenig vom Gas gehen und defensive Investments stärker berücksichtigen. Auch hier haben Spence und Franz einen Rat parat: „Ruhig bleiben, langfristig denken und auf ein ausgewogenes und diversifiziertes Portfolio setzen.“ Panikverkäufe scheinen nicht angesagt. Im Gegenteil. Besonnenheit ist auch in stürmischen Zeiten ein probates Mittel.

 

Die Gefahren des Timings

Die Analysten der SutorBank haben berechnet, dass schon wenige verpasste Tage an der Börse den Anlageerfolg massiv beeinträchtigen können. Mit einer extrem langfristigen Untersuchung, die 31 Jahre zurückreicht, können sie zeigen, dass etwa bei einem Investment in den DAX das Verpassen der 13 besten Tage die in 31 Jahren aufgelaufene Performance von 7,2 Prozent p.a. halbiert hätte. Bei einem Investment in den französischen Leitindex CAC40 wäre dies bei sechs Tagen der Fall gewesen und beim britischen FTSE 100 hätte schon das Verpassen der fünf besten Tage gereicht, um das Anlageergebnis von 31 Jahren zu halbieren. Das macht Timing zu einem riskanten Unterfangen.

Nun lässt sich trefflich streiten, ob diese so eminent wichtigen Anlegertage just am Ende einer Rezession liegen. Aber riskieren, sie zu verpassen, will man ja auch nicht. Es zeigt sich nämlich immer wieder, dass eine Kurserholung recht schnell kommen kann. So schnell, dass man eigentlich kaum rechtzeitig wieder einsteigen kann, wenn man zuvor aus Rezessionssorgen seine Aktien(fonds)bestände verkauft hatte. Daher lautet auch der Rat der SutorBankiers, sich nicht nervös machen lassen, besonnen bleiben.

 

Fazit

Aus langjähriger Erfahrung ist sicher nichts dagegen einzuwenden, das Portfolio regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, einzelne Positionen auszutauschen und gegebenenfalls auch einen Gang zurückzuschalten. Das gilt auch für Fonds, bei denen man qualifizierten Portfoliomanagern das Timing überlassen kann. Schließlich bieten sich gerade in Rezessionsphasen oftmals günstige Kaufgelegenheiten – aber welcher Privatanleger traut sich da schon, einzusteigen … 

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