Erkenntnisse zu Innovationen – Quartalsupdate: 3. Quartal 2026

Bild: KI-generiert
Investitionen

In den neuesten Erkenntnissen zu Innovationen befasst sich Franklin Equity unter anderem mit von Pflanzen inspirierten Technologien, Gentherapien, die den Weg zu einem längeren Leben ebnen, sowie KI-gestützten Analysen zur Fußball-Weltmeisterschaft.

04.08.2026 | 10:37 Uhr

Innovationen können häufig einen Mehrwert schaffen, indem sie bestehende Technologien einfacher, intelligenter oder zugänglicher machen. Von pflanzeninspirierter Technologie über Gentherapien, die den Weg zu einem längeren Leben ebnen, bis hin zu KI-gestützten Analysen zur Fußball-WM – die Auswahl dieses Quartals beflügelt die Fantasie. Diese Durchbrüche stammen zwar aus den unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft, doch jeder einzelne von ihnen bringt neue Ideen in bestehende Branchen ein. Oft führt dies zu einem interdisziplinären Austausch von Techniken, der interessante und unerwartete Ergebnisse hervorbringt.

Künstliche Pflanzen eröffnen neue Ansätze im Kampf gegen den Klimawandel

Forscher der Osaka Metropolitan University haben ein System zur künstlichen Photosynthese entwickelt, das die Fähigkeit von Pflanzen nachahmt, Sonnenlicht zur Umwandlung von Wasser und Kohlendioxid in sauberen, nutzbaren Brennstoff zu nutzen. Dieses vereinfachte System verwendet einen Festkörperelektrolyten, also ein Material, das geladene Teilchen leitet, um den Energiefluss automatisch an die wechselnde Sonneneinstrahlung anzupassen. Damit eröffnet es einen potenziell neuen Weg zu kostengünstiger, sauberer Energie.1

Warum ist die Entwicklung relevant? Die weltweiten Kohlendioxidemissionen beliefen sich im Jahr 2025 auf etwa 42 Milliarden Tonnen.2 Diese Technologie ist besonders interessant, da sie einerseits Kohlendioxid verbraucht und andererseits erneuerbaren Kraftstoff erzeugt. Um die wirtschaftliche Rentabilität zu erreichen, streben die Forscher allerdings einen Energieumwandlungsgrad von 10 % an – ein Wert, der noch deutlich über dem derzeitigen Niveau liegt.3

Gentherapie könnte Augenzellen wieder verjüngen

Forscher haben mit den ersten klinischen Studien am Menschen zu einer neuen Gentherapie begonnen, die darauf abzielt, alternde Zellen zu verjüngen. Dadurch könnten diese möglicherweise wieder wie jüngere Zellen funktionieren, während ihre Identität erhalten bleibt. In dieser Studie, die sich mit dem Glaukom befasst – einer Augenerkrankung, die zur Erblindung führen kann –, wird ein modifiziertes Virus eingesetzt, welches drei Gene in bestimmten Augenzellen aktiviert.4

Warum ist die Entwicklung relevant? Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich die Zahl der über 60-Jährigen weltweit bis zum Jahr 2050 fast verdoppeln wird. Dies würde zu einem drastischen Anstieg altersbedingter Erkrankungen führen. Sollte sich die zelluläre Reprogrammierung als erfolgreich erweisen, könnte dies einen neuen Ansatz zur Behandlung altersbedingter Erkrankungen eröffnen, bei dem die Zellfunktion wiederhergestellt wird, anstatt lediglich deren Abbau zu verlangsamen.5

Neues 3D-Druck-Fertigungsverfahren schöpft Inspiration aus dem Origami

Forscher des Oak Ridge National Laboratory haben ein neues Fertigungsverfahren entwickelt, bei dem 3D-Druck und Origami-Falttechniken miteinander kombiniert werden. Anstatt große, dreidimensionale Objekte direkt zu drucken, stellen Hersteller flache Verbundstrukturen mit integrierten Faltlinien her, die anschließend zu komplexen Bauteilen gefaltet werden. Der weitgehend automatisierte Prozess verkürzt die Fertigungszeit und macht teure Formen überflüssig.6

Warum ist die Entwicklung relevant? Dieses Produktionsverfahren verkürzt die Fertigungszeit um bis zu 95 %, was potenzielle Kosteneinsparungen von bis zu 90 % ermöglicht und zudem den Transport vereinfacht. Eine schnellere und flexiblere Produktion könnte Innovationen in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie sowie der industriellen Fertigung vorantreiben und somit neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen.7

Neue entdecktes Peptid schützt das Gehirn und bekämpft die Parkinson-Krankheit

Forscher der Bundesuniversität São Paulo in Brasilien haben ein natürlich vorkommendes Peptid (ein kleines, proteinähnliches Molekül, das zur Regulierung von Körperprozessen beiträgt) identifiziert, das in Parkinson-Erkrankungsmodellen Entzündungen im Gehirn lindert und dopaminproduzierende Nervenzellen schützt. Anders als bei den bisherigen Therapien, bei denen Dopamin ersetzt wird, zielt diese Behandlung auf die Neuroinflammation ab, die zum Fortschreiten der Erkrankung beiträgt.8

Warum ist die Entwicklung relevant? In den USA sind etwa 1,1 Millionen Menschen aktiv von Parkinson betroffen. Derzeit zielen Parkinson-Therapien lediglich darauf ab, die Symptome zu kontrollieren. Das Fortschreiten der Krankheit wird dadurch jedoch weder verlangsamt noch verhindert. Im Vergleich zu Behandlungen, die nur eine vorübergehende Steigerung der Lebensqualität bewirken, könnte diese Therapie einen wichtigen Schritt zur Bekämpfung des Krankheitsverlaufs darstellen.9

Metakristall-Panels könnten drahtlose Netzwerke in Zukunft verbessern

Forschende der Universität Aalto haben 3D-gedruckte „Metakristalle“ entwickelt, die als Spiegel für Radiowellen fungieren: Sie lenken Funksignale um Ecken, Barrieren und alle Arten von Hindernissen herum, ohne dass dafür Elektronik, eine Stromversorgung oder eine aktive Abstimmung nötig ist. Diese Panels wurden speziell entwickelt, um die Signalstärke in Parkhäusern, Lagerhallen und Bürogebäuden zu verbessern, in denen drahtlose Signale häufig durch Wände, Anlagen und andere Hindernisse blockiert werden.10

Warum ist diese Entwicklung relevant? Obwohl 80 % des mobilen Datenverkehrs in Innenräumen stattfinden, haben weniger als 2 % der Gewerbegebäude Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Mobilfunkabdeckung ergriffen. Diese Metakristall-Panels könnten die Bereitstellungskosten senken, indem sie den Bedarf an teuren Antennen, Verkabelungen und weiterer Netzwerktechnik reduzieren. Gleichzeitig erweitern sie die drahtlose Abdeckung und erhöhen somit die Konnektivität weltweit.11

KI am Spielfeldrand der FIFA-Weltmeisterschaft

Mit Football AI Pro haben die FIFA und Technologieunternehmen eine generative KI-Plattform vorgestellt, die Hunderte Millionen Fußball-Datenpunkte erfasst, um taktische Analysen und interaktive Visualisierungen für Trainer zu erstellen. Zu den erfassten Informationen gehören unter anderem Angaben zur Spielergeschwindigkeit, zur Passgenauigkeit und zur Defensivpositionierung. Diese Plattform stand allen 48 Teams zur Verfügung, die an der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 teilnahmen.12

Warum ist die Entwicklung relevant? Der Markt für KI-gestützte Sportanalytik wird einer Quelle zufolge bis 2030 voraussichtlich auf 8,4 Mrd. US-Dollar anwachsen. Während der Weltmeisterschaft nutzten die Trainer Football AI Pro, um zu simulieren, wie Gegner in bestimmten Spielsituationen voraussichtlich reagieren würden. So konnten die Teams dann gezielte Taktiken ausarbeiten. Neben dem Coaching kommen ähnliche Technologien auch in den Bereichen Verletzungsprävention, Schiedsrichterunterstützung und Fan-Einbindung zum Einsatz. Dies verdeutlicht, wie künstliche Intelligenz in neue Branchen vordringt und die Welt verändert.13


Fußnoten

  1. Quelle: „Toward Battery-Free Artificial Photosynthesis: Stable Fuel Production at Lower Cost.“ Osaka Metropolitan University. 10. Juni 2026.
  2. Quelle: Global Carbon Project Key Messages from the Global Carbon Budget 2025. 13. November 2025. Zugriff am 21. Juli 2026. https://globalcarbonbudget.org.
  3. Quelle: „Battery-Free Artificial Photosynthesis Keeps Solar Fuel Production Stable Under Shifting Sunlight.“ Tech Xplore. 13. Juni 2026.
  4. Quelle: „World-First: Therapy to Make Cells Young Again Trialled in a Person.“ Nature. 9. Juni 2026.
  5. Quelle: „Ageing and Health.“ Weltgesundheitsorganisation. 1. Oktober 2025.
  6. Quelle: „Origami 3D Printing Method Eliminates Costly Molds.“ Oak Ridge National Laboratory. 17. Juni 2026.
  7. Quelle: „Origami 3D Printing Method Eliminates Costly Molds.“ Interesting Engineering. 18. Juni 2026.
  8. Quelle: „Scientists Discover Brain-Protecting Peptide That Could Change Parkinson's Treatment.“ SciTechDaily. 16. Juni 2026.
  9. Quelle: „Statistics.“ Parkinson's Foundation. Juli 2026.
  10. Quelle: „Forget Signal Dead Zones: These 3D-Printed Panels Could Supercharge 6G.“ SciTechDaily. 30. Juni 2026.
  11. Quelle: „Capitalizing on the Indoor Coverage Opportunity.“ Real Wireless. 29. November 2016.
  12. Quelle: „Football AI Pro.“ FIFA. Juli 2026.
  13. Quelle: „AI in Professional Sports: The 2026 Landscape.“ LSC Research. 2026.

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