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Fondskolumne: FOMO – Fear Of Missing Out

Foto: Bert Bostelmann / Bildfolio

Im Januar zeigten sich die Börsen sehr freundlich. Ähnlich wie 2018 – was sich dann in ein enttäuschendes Börsenjahr wandelte. 2019 sind die Einflussfaktoren anders – beispielsweise könnte die FED 2019 gar nicht mehr an der Zinsschraube drehen –, weshalb eine Fortsetzung des Bullenmarktes nicht auszuschließen ist. Viele Anleger sind mit ihrem Kapital in sicheren Häfen und warten auf ein Einstiegssignal.

19.02.2019 | 09:28 Uhr

Kennen Sie FOMO? Kennen Sie sicher! FOMO gibt es in allen Lebensbereichen und steht für „Fear Of Missing Out“, was auf gut Deutsch bedeutet: Angst, etwas zu verpassen. Unter FOMO leiden beispielsweise jene Zeitgenossen, die ständig ihr Smartphone einschalten und ihre Facebook- oder Instagram-Seite checken – aus Angst, dort etwas zu verpassen. Diese „Krankheit“ ist schon soweit fortgeschritten, dass bereits Therapien ersonnen bzw. eingesetzt werden, die Betroffenen von ihrer „Sucht“ zu befreien.

FOMO gibt es andererseits auch in der Finanzbranche. Die Angst, zu spät wieder einzusteigen. „Diese Angst ist zurzeit sogar extrem verbreitet und auch schon sehr weit fortgeschritten“, raunte mir unlängst mein Münchner Banker-Freund zu. Man könnte sogar sagen, dass je länger man wartet, die Angst umso mehr zunimmt.

FOMO oder die Angst, den Kursaufschwung zu verpassen

Viele Anleger – Profis ebenso wie Privatleute – hatten gegen Ende des letzten Jahres Bestände abgebaut und mit einem erklecklichen Teil ihres Kapitals sichere Häfen angesteuert. Jüngsten BVI-Zahlen zufolge summierten sich im Publikumsbereich die Mittelabflüsse aus Aktienfonds im Dezember 2018 auf netto 1,3 Milliarden Euro. Ebenso hoch sind die Anteilsrückgaben bei Rentenfonds ausgefallen, wie der deutsche Fonds-Verband weiter berichtet. Demgegenüber konnten sich die Manager von Geldmarkt- und Immobilienfonds im Dezember über Zuflüsse in Höhe von netto mehr als 1,8 Milliarden Euro freuen. Sichere Häfen eben. Aufs Jahr gerechnet flossen den offenen Immobilienfonds mehr als sechs Milliarden Euro zu, den Geldmarktfonds fast 2,5 Milliarden. Und das, wie gesagt, allein im Publikumsfondsbereich.

So weit, so gut. Der Haken an der Geschichte ist, dass Immobilienfonds eine überschaubare Rendite abwerfen und Geldmarktfonds fast gar keine (sofern sie nicht doch stärker ins Risiko gehen und Fremdwährungspapiere erwerben). Und so befindet sich das Kapital der Anlage-Kapitäne zwar in sicheren Häfen – aber eben quasi unverzinst. Wenn nun aber die Kurse von Aktien & Co. weiter anziehen, laufen die Sicherheitsfans Gefahr, die Flut zu verpassen und im Renditevergleich der Peer Group hinterher zu laufen.

Sparbuch statt Aktien

Deutsche Anleger sind da aber offenbar mehrheitlich lernunwillig. Die Comdirect hat berechnet, dass deutsche Sparer im vergangenen Jahr einen realen Geldwertverlust in Höhe von 39 Milliarden Euro hinnehmen mussten! Der Grund: Die Einlagenzinsen lagen mit durchschnittlich 0,19 Prozent um 1,74 Prozentpunkte unter der Inflationsrate. Sparer mit niedrig verzinsten Anlageformen haben somit übers Jahr real 1,74 Prozent verloren. Dessen ungeachtet halten sie auch weiterhin an Sparbuch und Tagesgeldkonten fest.

Das Sparkonto war einer Erhebung des Bundesverbands Deutscher Banken zufolge auch 2018 die beliebteste Geldanlageform. Zugleich sind aber zwei Drittel der Sparer mit ihrer Geldanlage unzufrieden. Sie bemängeln die zu tiefen Zinsen. Zugleich sind sie aber auch nicht bereit, stärker ins Risiko zu gehen, um die Anlagechancen zu vergrößern. Sie mutmaßen in großer Zahl, dass Investments in Aktien oder Aktienfonds „gute wirtschaftliche Kenntnisse“ voraussetzen, über die sie nicht verfügen, und halten entsprechende Anlagen für „unsicher und riskant“.

Die Stimmung unter Anlegern ist im Keller, wie verschiedene Erhebungen belegen. Dabei geben prominenter Investoren ein gutes Beispiel, wie es besser laufen könnte. André Kostolany, der mit seinen Investments unter dem Strich sehr erfolgreich war, hatte einst die Börsenweisheit geprägt, Aktien zu kaufen und das Geschehen an den Börsen auf Jahre zu ignorieren. Langfristig investieren eben. Allerdings sollte man dafür zu Aktienfonds greifen, weil da ein professioneller Manager permanent das Portfolio kontrolliert und auf Ereignisse an den Kapitalmärkten reagiert. Und natürlich empfiehlt sich für ein sorgenarmes Investieren die Wahl eines erfolgreichen Fonds bzw. qualifizierten Fondsmanagers.

Das Timingproblem

Was wiederum das Timing angeht, können sich Anleger durchaus auch an Warren Buffett orientieren – einem der erwiesenermaßen erfolgreichsten Investor aller Zeiten. Er rät: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, aber sei gierig, wenn andere ängstlich sind!“ Das beschreibt den Contrarian-Ansatz, demzufolge Anleger einsteigen sollten, wenn die Stimmung schlecht ist und die Kurse niedrig sind. Und im Umkehrschluss Gewinne mitzunehmen, wenn die Stimmung heiß läuft und die Kursentwicklung zu Übertreibungen neigt.

Allzu viele Anleger machen das allerdings immer wieder genau andersherum: Sie steigen erst ein, wenn die Kurse bereits ein gutes Stück Weg zurückgelegt haben, in der Hoffnung, dass es weiter bergauf geht. Sie laufen den Kursen also quasi hinterher. Wenn indes der Trend bricht und die Kurse fallen, verkaufen wiederum viele zu sehr tiefen Kursen, weil sie fürchten, die Kurse könnten noch weiter sinken. Und nicht wenige Enttäuschte verabschieden sich daraufhin dauerhaft von der Börse, oder sind nur sehr schwer zur Rückkehr zu bewegen.

Langfristanleger haben diese Probleme nicht. Sie können die Berg-und-Talfahrten der Kurse – frei nach Kostolany – einfach aussitzen. Wer wiederum FOMO entgehen will und nach einer günstigen Einstiegsgelegenheit sucht, der könnte sich beispielsweise die aktuellen Konjunktureinschätzung ansehen und feststellen, dass das Wachstum weltweit zwar etwas langsamer fortschreiten soll, aber eben noch keine Rezession im Anmarsch sei. Und dass zudem seitens der Notenbank auf Sicht nicht mit Querschüssen gerechnet wird. Last but not least lassen sich mit ein wenig Mühe Fondsmanager ausfindig machen, die es verstehen, in jeder Wirtschafts- und Börsenphase interessante Aktien zu finden, was sich etwa an deren Langfristbilanz zeigt. Mit solchen Fonds könnte man das Auf und Ab an den Börsen ebenfalls erstmal vergessen.

Fazit

Viele Anleger stehen in den Startlöchern, um sich stärker an den Aktienbörsen zu engagieren. Sie haben Angst, den nächsten Kursaufschwung zu verpassen, wollen aber auch nicht zu früh einsteigen. Also warten sie auf eine Initialzündung, wissen aber nicht, wie die aussehen sollte. Eine Lösung dieses Dilemmas könnte ein Investment in mehreren Schritten sein – oder das Vertrauen in die langfristigen Wachstumsperspektiven von Aktien und in erfolgreiche Fondsmanager.

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