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Frauen im Asset Management stärken Performance

Fondskolumne: Frauen sind im Asset Management noch immer unterrepräsentiert. Dabei stehen sie ihren männlichen Kollegen hinsichtlich des Anlageerfolgs in nichts nach.

19.03.2019 | 09:00 Uhr

Am 8. März wurde der Internationale Frauentag begangen – in Berlin inzwischen sogar als offizieller Feiertag –, „um die Errungenschaften der Frauen zu würdigen und mehr Gleichstellung der Geschlechter anzumahnen“, wie Anne Tolmunen es ausdrückt. Sie managt den AXA Framlington Women Empowerment Fund und investiert in Unternehmen, „die mit einer größeren Geschlechtervielfalt am Arbeitsplatz oft bessere Geschäftszahlen erzielen“. Am Rande sei erwähnt, dass sie seit Auflegung im Februar 2017 einen Wertzuwachs von knapp 20 Prozent geschafft hat und damit rund zwei Prozentpunkte vor der Benchmark liegt.

„Das mag als Indiz dafür dienen, dass Unternehmen, die auf Geschlechtervielfalt achten, eine bessere Arbeit leisten“, räumt mein Münchner Bankerfreund nachdenklich ein. Ob aber Frauen auch beim Investieren systematisch besser liegen? Zumindest würden sie bisweilen „cooler“ anlegen, wie Professor Thorsten Hens von der Universität Zürich beschreibt. Unter anderem, weil sie einen ausgeglicheneren Hormonhaushalt aufweisen und Hormone im Verdacht stehen, zu Fehlverhalten zu verleiten: Testosteron könne in euphorischen Situationen zu Übertreibungen führen, während Kortisol Verlustangst und aufkommende Panik verstärken könne. Das Fazit des Wissenschaftlers: Frauen würden aufgrund ihrer Coolness langfristig erfolgreicher agieren.

Studie belegt Vorteilhaftigkeit gemischter Teams

Der britische Nachrichtendienst Citywire wiederum wollte dem auf den Grund gehen und hat eigens eine Studie durchgeführt – die Citywire Alpha Female-Studie –, um herauszufinden, inwiefern sich männliche von weiblichen Portfoliomanagern unterscheiden und was gemischte Teams bringen. Mit der jüngsten Ausgabe der jährlichen Studie wurde das Fazit gezogen, dass gemischte Teams aus Männern und Frauen eine höhere Outperformance erzielen als Fonds, die ausschließlich von Männern oder Frauen verwaltet werden. Die Studie wurde bereits im Jahr 2018 durchgeführt und untersuchte über drei Jahre alle Investmentsektoren und -profis, die in der Citywire-Datenbank mit über 16.000 Fondsmanagern erfasst sind.

Als weiteres Ergebnis der Citywire Alpha Female-Studie erzielten gemischte Teams nicht nur mehr Performance für ihr Geld, sondern sind innerhalb des Dreijahreszeitraums auch weniger Risiken eingegangen als Fonds, die ausschließlich von Männern verwaltet werden. Gegenüber Fonds, die ausschließlich von Frauen verwaltet werden, hatten gemischte Teams im Untersuchungszeitraum ebenfalls die Nase vorn und schafften eine höhere Performance. Dabei stellten die Citywire-Researcher zugleich fest, dass rein weibliche Teams ein geringeres Risiko in ihren Ansätzen zuließen, was die These von Professor Hens stützt.

Stabile Untersuchungsergebnisse

Die Ergebnisse der Studie gelten im Übrigen über alle Anlageklassen hinweg, wie Citywire betont. Egal ob Aktien-, Renten- oder Muti-Asset-Fonds untersucht wurden, lieferten gemischte Teams die beste Performance gegenüber Fonds, die nur von einem Geschlecht verwaltet werden. Eine Gegenüberstellung der Leistungen von Frauen gegen Männer wurde indes nicht vorgenommen. Wohl aber konnte festgestellt werden, „dass weibliche Fondsmanager in der Asset-Management-Industrie nach wie vor stark unterrepräsentiert sind“. Der Studie zufolge wird nur jeder zehnte Fonds von einer Frau betreut.

Dies zu ändern müsste also sowohl im Sinne der Fondsanbieter als auch der Anleger sein, zumal das Marktumfeld tendenziell anspruchsvoller werde, wie Maya Bhandari betont. Sie ist Portfoliomanagerin des Threadneedle Global Multi Asset Income Fund und erklärte gegenüber Citywire, welchen Einfluss Frauen in Führungspositionen auf das Asset Management haben: „Sie sorgen für eine andere Kultur und eine andere Energie“ und mithin „für eine softere  Arbeitsatmosphäre“, weshalb ihr Haus etwa „auf einen breiten Mix an Erfahrungen, Ideen und Meinungen zurückgreifen“ könne und davon profitiere, wenn die Anlagestrategien entwickelt werden. Ihr Rat: Da sich die Vielfalt der Gedanken als renditestärkend erwiesen habe, sollte dieser Ansatz gefördert werden, um unterschiedlich gemischte Teams dazu bilden und bessere Renditen zu erzielen.

Damit bringt Maya Bhandari auf den Punkt, worum es im Asset Management in erster Linie geht – die Performance. An zweiter Stelle folgt nach Einschätzung von Constanze Hintze die Sharpe Ratio, also die Performance in Verbindung mit dem Risiko, das zu ihrem Erreichen eingegangen wurde. Die Geschäftsführerin von Svea Kuschel & Kolleginnen zählt auf, was notwendig sei, um gute Anlageergebnisse abzuliefern: Kompetenz, moderne IT und neben etwas Glück vor allem eine Fondsmanagerpersönlichkeit, die integer ist und Leidenschaft entwickelt. Ob Mann oder Frau ist dabei zweitrangig.

Fazit

Wenn nun aber, wie in der Citywire Alpha Female-Studie dargelegt, Frauen ebenso wie ihre männlichen Kollegen oder besser noch im Team in der Lage sind, gute oder gar herausragende Resultate zu erzielen, dann sollten die Fondshäuser dies nicht nur zulassen, sondern den weiblichen Nachwuchs gezielt fördern – woran es nach dem Urteil von Marktkennern zurzeit allerdings noch deutlich hapere.

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