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Fondskolumne: Schock für die Fondsbranche

Absatzzahlen brechen ein, Erfolgshonorare bleiben aus. Für die Fondsbranche sind härtere Zeiten angebrochen. Jetzt haben erste Anbieter Entlassungen angekündigt, was viele Akteure mehr als beunruhigt.

24.01.2019 | 11:11 Uhr

BlackRock, der Branchenriese in der Fondsszene, hat ganz aktuell ungewohnte schwache Zahlen vorgelegt und Mitarbeiterentlassungen angekündigt – und damit eine Schockwelle losgetreten. Was viele Insider schon geahnt oder gefühlt haben, lässt sich nun eins zu eins nachvollziehen. Das Fondsgeschäft ist rückläufig, die Zeiten werden härter!

Einerseits haben die schwachen Börsen im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die Fondsvermögen geschrumpft sind, andererseits hielten sich die Kunden aufgrund der schlechten Nachrichten mit Neuinvestments zuletzt spürbar zurück. Die ebase, eine der führenden B2B-Direktbanken in Deutschland, berichtet in ihrem aktuellen Fondsbarometer, dass ihre Kunden im vierten Quartal 2018 mehr Fondsanteile verkauft als gekauft hätten. Auslöser seien vor dem Hintergrund der turbulenten Marktentwicklung in erster Linie Gewinnmitnahmen gewesen. Zugleich seien die Anleger über die kurz- und mittelfristige Kursentwicklung verunsichert.

An der monatlichen BVI-Statistik lässt sich das ebenfalls ablesen, obwohl derzeit nur Zahlen bis einschließlich November 2018 vorliegen. Demnach flossen den deutschen Fondsanbietern in elf Monaten netto knapp 23 Milliarden Euro zu. Eigentlich eine stolze Summe, die allerdings im Schatten der 2017er-Ergebnisse von mehr als 67 Milliarden Euro deutlich verblasst. Einzig Spezialfonds legten auch 2018 mit einem Nettomittelaufkommen von 99 Milliarden Euro deutlich zu – allerdings waren auch das rund 40 Milliarden weniger als 2017.

Sinkende Fondsvolumina

Doch zurück zu BlackRock: Das verwaltete Vermögen des Branchenprimus sei um fünf Prozent auf 5,26 Billionen Dollar gesunken, heißt es. Deutlich sichtbarer ist, dass der Aktienkurs des Unternehmens 2018 mit einem Rückgang von über 20 Prozent erheblich gelitten hat. Erst die Ankündigung, die Belegschaft um drei Prozent reduzieren zu wollen, führte jüngst zu einer Wende in der Kursentwicklung. 500 Mitarbeiter will man abbauen, so entsprechende Berichte.

Damit steht BlackRock nicht allein. Auch andere Asset Manager planten Einsparmaßnahmen an verschiedensten Stellen, weiß ein befreundeter Banker mit guten Kontakten in die Branche zu berichten. Denn betroffen sind sie alle, von zurückhaltenden Anlegern und geschrumpften Wertpapierbeständen. Das drückt auf die Margen, denn die Einnahmen der Asset Manager bestimmen sich durch die Höhe der Assets under Management sowie die Outperformance, sofern Erfolgshonorare vereinbart sind. Doch mit beidem dürfte es 2018 durchweg mau ausgesehen haben.

Gleichzeitig hat sich auf der Kostenseite wenig verändert – Gehälter, Mieten und Kosten für IT und Datensicherheit laufen weiter, unabhängig von der Höhe des verwalteten Vermögens. Was bei steigenden Volumina für Skaleneffekte und Zusatzgewinne sorgt, dreht sich bei sinkenden Vermögen ins Negative. Hinzu kommt, dass 2018 die Kosten aufgrund der behördlichen Regulierungsauflagen – wie etwa MiFID II – enorm gestiegen sein dürften.

Wachsender Druck zu Fusionen

Rüdiger Sälzle, Branchenexperte aus dem Hause FondsConsult, erwartet, dass es in nächster Zeit zu einer steigenden Zahl an Fusionen und Übernahmen kommen werde. Im Bereich der Vermögensverwalter ist dies bereits immer öfter zu beobachten, dass Anbieter dem Druck aus wachsenden regulatorischen Anforderungen, gestiegener Konkurrenz und sinkenden Margen nicht mehr standhalten und ihr Geschäft aufgeben bzw. auf andere Häuser übertragen.

Dies blüht nun möglicherweise auch im Bereich der Fondsanbieter. Fusion und Übernahmen machen indes nur Sinn, wenn dabei Synergien gehoben werden können. Will sagen: Fonds zusammengelegt, Kapazitäten gebündelt, Abläufe und Vertriebswege gestrafft – und am Ende des Tages auch Mitarbeiter freigesetzt werden. Der Druck dazu ist gegeben und nimmt weiter zu. So hat der deutsche Fondsverband BVI in einer aktuellen Umfrage unter seinen Mitgliedern festgestellt, dass die Branche vor großen Herausforderungen stehe – unter anderem durch neue Technologien wie Big Data, künstliche Intelligenz und Blockchain.

Fondsbranche muss reagieren

Disruptive Entwicklungen seien zu erwarten, die in erster Linie die Administration treffen, weniger das Portfoliomanagement und den Vertrieb. Gleichwohl spricht BVI-Chef Thomas Richter von einer zunehmenden Automatisierung der Prozesse und einem Wegfall von Intermediären. So gaben die befragten Entscheider in hohem Maß an, verstärkt in die IT investieren zu wollen. Die wichtigsten Investitionsziele: Digitalisierung von Prozessen, Modernisierung der EDV und Schutz gegen Cyber-Angriffe. Die gute Nachricht dabei ist, dass auch weiterhin qualifizierte Mitarbeiter gesucht werden. Allerdings vorrangig im IT-Bereich und erst an zweiter Stelle im Portfolio- und Risikomanagement.

Eine weitere gute Nachricht ist, dass die Neuinvestments der Anleger trotz des schwachen vierten Quartals 2018 in diesem Jahr weitergehen dürften. Nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Alternativen für die Kapitalanlage. Wenn auch voraussichtlich zunächst noch auf vermindertem Niveau. Insofern tun Fondsanbieter gut daran, ihre Geschäftsmodelle zu überarbeiten, ihre Prozesse zu optimieren und gegebenenfalls eine Fusion mit einem passenden Konkurrenten einzuleiten. Und dies am besten, bevor sie selbst zu einem Übernahmekandidaten werden.

Fazit

Die Zeiten für Fondsanbieter sind herausfordernder geworden, die Margen werden enger. Gut für die, die bereits vorgesorgt haben. Alle anderen werden reagieren müssen – oder gegebenenfalls die Konsequenzen zu tragen haben.

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