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Fondskolumne: Robo Advice – Vermögensverwaltung der Zukunft?

Robo Advisern gehört die Zukunft – zumindest nach Ansicht der Anbieter. Faktisch aber sind die Wachstumsraten gering und bei praktisch allen Anbietern reichen die verwalteten Vermögen noch nicht, um gewinnbringend zu arbeiten. Gleichwohl können sich die Anlageergebnisse vielfach sehen lassen, sodass die Robos als Konkurrenz ernst genommen werden sollten.

17.05.2019 | 09:00 Uhr

Robos sind in der Finanzbranche angekommen. Anfangs als Exoten mit vermeintlich disruptivem Potenzial bestaunt, werden sie von ersten Beobachtern inzwischen bereits mit einem Abgesang versehen – so oder so, sie werden wahrgenommen.

Fakt ist, dass sich die ersten Robo Advisor bereits seit mehr als fünf Jahren am Markt bewähren und dabei sind, sich fest zu etablieren. Robo Advice steht hier für eine automatisierte Anlageberatung für kleinere Anlagevermögen zu geringen Kosten und unter Verwendung von Portfoliomanagement-Algorithmen – so die etwas sperrige Definition. Oder: Die Vermögensverwaltungslösung für Anleger mit geringeren Anlagevermögen und vor allem für jüngere Generationen, die mit dem stationären Bankensystem Berührungsprobleme haben. Eine gewaltige Zielgruppe!

Das Münchner Analysehaus FondsConsult, das die Branche unlängst genauer unter die Lupe nahm, hat drei Arten von Robos identifiziert: solche, die nahezu ausschließlich auf automatisierte Prozesse setzen, daneben die sogenannten Hybriden, die eine Mensch-Maschine-Kombination fahren, und schließlich die digitale Vermögensverwaltung, bei der insbesondere das „Onboarding“ automatisiert ist, im Asset-Management selbst aber auf Automatismen und Algorithmen weitgehend verzichtet wird.

Spreu und Weizen

Trotz dieser Unterschiede hat FondsConsult alle Robos nach einheitlichem Schema analysiert und bewertet. Dabei zeigten sich schon hinsichtlich der Kostenstrukturen oder der Transparenz der Prozesse markante Unterschiede, wobei die daraus folgende Benotung selbst im schlechtesten Fall mit 3+ noch recht ordentlich war. Hinsichtlich der Performance jedoch klafften deutliche Abstände. So schnitten Ginmon und Solidvest und insbesondere Fintego auffallend gut ab, während Cominvest mit weitem Abstand am Tabellenende zu finden war. Die jüngeren Robo-Angebote konnten noch nicht getestet werden, was aber demnächst nachgeholt werden soll.

Bis das soweit ist, stehen Ginmon, Solidvest und Branchenriese Scalable mit einem Gesamturteil von „gut“ im Markt, Fintego sogar mit einem „sehr gut“, währenddessen Cominvest und Bevestor über ein „ausreichend“ nicht hinauskommen. Es ist somit bei Robos wie bei der Fondsauswahl – es gilt, auch mit eigener Recherche, die Spreu vom Weizen zu trennen!

Überschaubarer Markt

Rund 30 Anbieter sind inzwischen am Markt, mit geschätzt vier Milliarden Euro Anlagevolumen. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die Anbieter das nicht öffentlich machen müssen. „Obwohl Anhaltspunkte dazu natürlich wertvoll wären“, wie mein Münchner Bankerfreund kritisiert. „Schließlich möchte ich als Kunde ja wissen, ob mein Anbieter die Kurve kriegt und mich dauerhaft betreuen kann.“

Nüchtern betrachtet ist das wiederum gar nicht so sicher, denn die ersten Anbieter sind schon wieder von der Bildfläche verschwunden – und dürften nicht die letzten gewesen sein. FondsConsult-Chef Rüdiger Sälzle schätzt, dass binnen drei Jahren rund die Hälfte der Anbieter nicht mehr in der derzeitigen Form am Markt sein werden. Sie fusionieren, werden übernommen oder müssen dichtmachen. Daher ist es für interessierte Kunden umso wichtiger, genau zu prüfen, wem sie ihr Geld anvertrauen. „Zumindest aber ist bei Robos, die in Fonds oder ETFs investieren, das Geld der Kunden ebenso sicher aufbewahrt, wie in einem Bankdepot“, betont der befreundete Banker. Die Fonds verbleiben auch im Fall der Fälle im Eigentum der Kunden und fallen nicht unter die Konkursmasse.

Es gibt indes ein paar Anhaltspunkte, mit denen die Zukunftsfähigkeit eines Robos gecheckt werden kann, was nicht zuletzt auch für Vermittler bei der Wahl eines Kooperationspartners von Relevanz sein dürfte. Etwa die Kapitalausstattung, die Kostenstruktur, der Service. Dann, ob das Robo-Business das alleinige Geschäftsfeld ist, oder noch andere Ertragsbringer existieren. Ob es im Verbund Altkunden gibt, denen nun auch der Robo-Advice angeboten werden kann, oder jeder Kunde neu gewonnen werden muss. Und schließlich, wie es um die Performance steht, die ja letztlich ein elementares Akquiseargument ist.

Performance zählt

Der bereits erwähnte Robo Fintego aus dem Hause der B2B-Direktbank ebase, der von FondsConsult mit einem „sehr gut“ geadelt wurde, hat beispielhaft seit Anfang 2014 bis Ende März 2019 mit seiner defensivsten Variante einen Wertzuwachs von 25 Prozent erzielt. Das ist deutlich mehr, als der reale Kapitalerhalt plus einen Schnaps obendrauf, den vermögende Kunden von ihren klassischen Vermögensverwaltern meist erwarten und kann so auch mit anderen Anlageformen gut mithalten. Die offensivste der fünf Fintego-Versionen brachte in der gleichen Zeit wiederum mehr als das Doppelte. Zahlen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Robos demonstrieren. Zumindest die der top-benoteten.

Wie es nun mit den Robos weitergeht? Das entscheidet sicherlich auch das Abschneiden in der nächsten Krise. Wenn sie die bestehen, dann wächst ihnen eine enorm große Zielgruppe heran. Die der Nachwuchsanleger nämlich, für die sie eigentlich konzipiert sind, die aber noch wenig Interesse zeigten. Der typische Anleger ist derzeit nämlich der schon etwas ältere und etwas erfahrenere Anleger, der mit dem Robo gewissermaßen eine Probefahrt macht. Verläuft die glatt, investiert er mehr. Deshalb wachsen die Robos langsam, aber beständig. Und wenn erstmal die Jungen auf den Dreh kommen …

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