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Anlegerfehler vermeiden – Rendite steigern

Fondskolumne: Wenn die Börsen volatiler werden, mehren sich auch Anlegerfehler – die richtig schmerzhaft ausfallen können. Solange die Kurse nur nach oben gingen, konnten Anleger nichts falsch machen. Doch wehe, sie fangen an zu fallen. Welche Regeln es zu beachten gilt.

05.03.2019 | 11:15 Uhr

Herdentrieb, Überreaktion oder Verlustaversion sind nur einige Stichworte, die die typischen Anlegerfehler beschreiben. Das Interessante aber ist, dass auch Profis nicht vor solchen Fehlern gefeit sind, wie Professor Thorsten Hens von der Universität Zürich in einem Workshop in Frankfurt ausführte. Auch bei ihnen bestünden Defizite hinsichtlich verzerrter Wahrnehmungs-, Erinnerungs- und Denkprozesse. Auch sie sind nicht vor der Macht des Unterbewussten gefeit.

Bereits seit den 1980er-Jahren befasst sich die Behavioral Finance mit dem Phänomen, weshalb sich Anleger in bestimmten Situationen je nach dem richtig oder falsch verhalten. Aber: „Viel geholfen hat das bislang noch nicht“, vertraut mir mein Münchner Banker-Freund an. „Die Anleger tappen immer wieder in die gleichen Fallen.“

Weshalb aber steigen Anleger zu spät ein, verkaufen zu früh, folgen vermeintlichen Anlage-Gurus oder halten wider besseren Wissens an möglichen Pleitekandidaten fest? „Vielfach sind Hormone schuld am Fehlverhalten“, so Professor Hens. „Im Überschwang treibt uns Testosteron, in der Panik Kortisol!“ Will sagen: in euphorischen Situationen neigt der Anleger zu Übertreibungen, bei plötzlichen Schocks oder negativen Ereignissen wiederum übernimmt eine (übertriebene) Verlustangst. Zumindest bei männlichen Anlegern sei das verstärkt festzustellen, währenddessen Frauen aufgrund eines ausgeglicheneren Hormonhaushalts bisweilen „cooler“ anlegen – und damit langfristig erfolgreicher agieren, so der Wissenschaftler.

Können wir uns also gegen allfälliges Fehlverhalten gar nicht wehren? Doch, eigentlich schon. Der erste Schritt ist, die Fehler zu erkennen und zu verstehen. „Zu den wichtigsten Behavioural-Finance-Phänomenen unter Privatanlegern gehören in der Praxis der Familiarity Bias – also die Präferenz bekannter und heimischer Unternehmen –, die Überreaktion auf plötzliche Schocks und Glamour-Stories sowie die Unterschätzung wichtiger, aber schleichend verlaufender Entwicklungen“, erklärt Gabriel Layes, Managing Director am Institut für Vermögensaufbau. Daneben gebe es eine ebenfalls häufig zu beobachtende kurzfristige Verlustaversion, die in Verbindung mit der Neigung zu Überreaktionen zu einem prozyklischen Investitionsverhalten führen könne, was nicht selten auch bei Anlageprofis zu beobachten sei. Zudem werde prozyklisches Investitionsverhalten bei professionellen Asset Managern durch regulatorische und eigentlich dem Anlegerschutz dienenden Vorschriften zusätzlich gefördert, wie Layes weiter ausführt.

Aufgrund der Berichterstattungspflichten müssen Anleger regelmäßig und umfassend über die Entwicklung ihrer Investments informiert werden. Das könnte Asset Manager, um Verluste zu vermeiden bzw. darüber informieren zu müssen, dazu verleiten, gegebenenfalls nicht die besten Anlageentscheidung zu treffen, sondern eine, die sie am besten rechtfertigen können. Professor Stefan Trautmann von der Universität Heidelberg spricht in dem Zusammenhang von „Accountability“ und verweist auch auf die Konkurrenzsituation zwischen Asset Managern, die in diversen Rankings zum Ausdruck kommt. Das könne einerseits zu einem zu risikoreichen Anlageverhalten führen, um die Konkurrenz abzuhängen. In anderen Fällen aber auch zu einem zu vorsichtigen Vorgehen, um nicht Gefahr zu laufen, gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten.

Eine Lösung gegen „falsches Anlegerverhalten“ könnte somit eine regelbasierte Anlagestrategie sein, die emotional geprägte Entscheidungen gar nicht zulässt. Für aktive Asset Manager ist das aber wohl kaum die richtige Lösung. Das Fondshaus Fidelity hat daher beispielsweise ein Behavioural-Insights-Projekt ins Leben gerufen, das Fondsmanager und Analysten helfen soll, Entscheidungen auf eine objektivere Grundlage zu stützen. Hintergrund ist, dass sich die menschliche Kognition nicht schnell genug anpassen werde, um mit der modernen Datenumgebung Schritt zu halten, wie Paras Anand ausführt, der das Fidelity-Projekt leitet. „Um gegenzusteuern, haben wir Informationssysteme entwickelt, mit denen Portfoliomanager und Analysten in bestimmten Situationen auf mögliche Behavioural-Finance-Phänomene aufmerksam gemacht werden und dann mithilfe von Gedankenanstößen zu besseren Entscheidungen angetrieben werden.“ Das Projekt nutze dabei beispielsweise „künstliche Intelligenz und Natural Language Processing als wichtige Katalysatoren zur Verbesserung der Systeme“.

Als Alternative zum wissenschaftlichen Ansatz von Fidelity empfiehlt der Fondsanbieter Aberdeen ganz schlicht das Vermeiden der 7 Todsünden beim Investieren. Das ist einerseits, der Verlockung schneller Schnäppchen zu widerstehen. Sodann gilt es, nicht jedem Hype zu folgen, sondern Geduld walten zu lassen und sich nur für solche Investments zu entscheiden, von denen man auch überzeugt ist. Ausschlaggebend für ein Investment sollten eigene Recherchen sein und dabei die Risikostreuung über Diversifikation nicht vernachlässigt werden. Vermeiden sollte man schließlich Investments in Titel, nur weil sich diese in einer bestimmten Benchmark befinden (oder dann eben gleich einen ETF für den betreffenden Markt erwerben), ebenso, wie die eigene Selbstüberschätzung.

Das ist leichter gesagt als getan, denn: „Die natürliche Neigung zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten ist für Investoren fatal“, wissen die Experten von Aberdeen. Sie verleite dazu, Urteile auf der Grundlage unzureichender Informationen zu fällen und zu glauben, nicht in die gleichen Fallen wie andere zu tappen. Aus diesen Gründen würden allzu selbstbewusste Anleger immer wieder die gleichen Fehler machen.

Fazit

Es macht durchaus Sinn, sich mit eigenen Fehlern beim Investieren auseinanderzusetzen und zu einem disziplinierten Anlageverhalten zu gelangen. Oder, wem das zu unsicher ist, auf qualifizierte Fondsmanager zu vertrauen, die bereits bewiesen haben, dass sie recht wenige Anlegerfehler begehen, was sich am Ende des Tages in einer überdurchschnittlichen Erfolgsbilanz niederschlägt.

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