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Checkliste: Wann ist ein Fonds zu groß?

Je erfolgreicher ein Fonds ist, desto mehr Anlegergeld zieht er an. Das Problem dabei: Werden Fonds zu groß, können Fondsmanager ihre Erfolgsrezepte oft nicht mehr umsetzen.

09.01.2019 | 10:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Größe ist nicht alles. Das gilt insbesondere für Fonds mit erfolgreichen Anlagestrategien. Es gibt zahlreiche Beispiele für Fonds, die mit ihrem Erfolg stark gewachsen waren und ihre Rendite-Versprechen plötzlich nicht mehr halten konnten. Die Vermutung: Ab einer gewissen Größe scheinen erfolgreiche Strategien nicht mehr umsetzbar zu sein. Dass dieses Phänomen immer wieder zu beobachten ist, hat vor allem einen Grund, den Finanzberater aus ihrer Praxis zur Genüge kennen: Anleger kaufen noch immer am liebsten Fonds, die in der Vergangenheit überproportional hohe Renditen erwirtschaftet haben. Es ist eben nichts erfolgreicher als der Erfolg.
Doch so ein Erfolg kann insbesondere für Fonds, die beispielsweise mit Investitionen in weniger liquide Werte eine Überrendite erzielen, schnell zum Problem werden. Denn gerade ausgeklügelte Nebenwerte-Strategien lassen sich bei zu hohem Mittelzufluss irgendwann nicht mehr effizient umsetzen – einfach deshalb, weil die betreffenden Fonds nicht mehr genügen Assets finden oder durch ihre Käufe selbst die Preise hochtreiben – die sich dann mittelfristig nicht halten lassen.

So erkennen Berater, ob ein erfolgreicher Fonds seinen Zenit bereits überschritten hat

Man kann Anlegern nicht verdenken, dass sie auf Konzepte setzen, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie erfolgreich sein können. Doch wer Anleger berät, sollte sie auch über mögliche Gefahren bei der Fondsauswahl aufklären. Die Frage lautet hier: Wie erkennt man, ob ein Fonds bereits seine kritische Größe überschritten hat? Mit dieser Frage hat sich die Ratingagentur Morningstar befasst und eine Checkliste erstellt. In der Studie „Evaluating Capacity and Liquidity for Equity Strategy” stellt der Autor Tom Whitelaw anhand von Beispielen aus dem US-Fondsmarkt mehrere Signale vor, die man beachten sollte. Da es sich um generelle Beobachtungen handelt, seien sie auch für den hiesigen Markt gültig, so Whitelaw.

Hier sind die fünf wichtigsten Punkte im Überblick:

1. Die Geschwindigkeit der Zuflüsse

Die sogenannte organische Wachstumsrate eines Fonds zeigt an, wie hoch der Anteil der Mittelflüsse an der Veränderung im Fondsvermögen in einer bestimmten Zeitperiode ist. Dafür muss man das Asset-Wachstum um den Einfluss der (Markt-)Performance bereinigen. Das ist insofern wichtig, weil es die Mittelflüsse in den Kontext des Fondsvermögens setzt und damit viel aussagekräftiger ist als die Nettozuflüsse.

Interpretation: Eine besonders hohe Wachstumsrate in bestimmten Marktsegmenten, etwa bei Nebenwertefonds oder Fonds für spezielle Bond-Segmente, kann ein Alarmzeichen sein. Wachsen die Zuflüsse zu schnell, sammelt das Management typischerweise Bargeld an. Die Transaktionen verursachen hohe Kosten, und oft zieht das höhere Vermögen Änderungen im Investmentansatz nach sich.

2. Das verwaltete Vermögen auf Ebene des Fondshauses

Wie viel Vermögen ein Fondshaus insgesamt mit einer Strategie verwaltet, ist schwerer zu messen als das Vermögen auf Fondsebene. Denn hier müssen Investoren ähnliche Strategien eines Unternehmens miteinander verknüpfen. Und da wird es schnell kompliziert: Es kann schließlich einen hohen Grad an Überschneidungen zwischen verschiedenen Strategien geben, die ein Anbieter betreibt. Wenn eine Fondsgesellschaft beispielsweise Emerging Markets-Fonds, asiatische Fonds und China-Fonds mit demselben Ansatz verwaltet, muss der Anleger den Überblick darüber behalten, wie sich das Vermögenswachstum über die drei verschiedenen Strategien entwickelt.

Interpretation: Wenden mehrere Fonds eines Anbieter ähnliche Strategien an, ist nicht nur die Größe eines einzelnen Fonds relevant für den Erfolg.

3. Entwicklung der Marktkapitalisierung der Fonds-Holdings

Veränderungen bei der durchschnittlichen Marktkapitalisierung der Bestandteile eines Portfolios können helfen, zu erkennen, ob ein Fonds seine Strategie verändert. Man muss die Entwicklung relativ zum Markt betrachten, auf dem sich ein Fonds bewegt. Bei steigenden Märkten steigt auch die Marktkapitalisierung der Wertpapiere. Daher bietet es sich an, die Veränderungen im Fonds mit den Veränderungen im dem am besten geeigneten Index abzugleichen.

Interpretation: Verändert beispielsweise ein Nebenwerte-Fonds im Lauf der Zeit seine Anlageschwerpunkte, kann er manchmal heimlich, still und leise zu einem Large-Cap-Fonds mutieren.

4. Die Zahl der Aktien in einem Fonds

Ein Anstieg der Anzahl der Aktien in einem Portfolio kann ebenfalls Anlass zur Sorge geben. Gute Anlageideen sind schwer zu finden, und es ist daher unwahrscheinlich, dass ein Fondsmanager bei steigendem Fondsvermögen urplötzlich einen Fundus an neuen Aktien ausmachen kann, welche die gleichen Qualitäten haben wie die bisherigen Favoriten des Managers.

Interpretation: Die Steigerung der Anzahl der Holdings signalisiert oft eine Erosion der Fähigkeit des Fonds, das gleiche Niveau an historischem Alpha zu generieren. Hier droht also eine Verwässerung der Strategie.

5. Der Active Share

Die Kennzahl Active Share misst, kapitalisierungsgewichtet und in Prozent, die Abweichung eines Portfolios vom Referenzindex. Der Active Share kann als den zusammenfassenden Output der Entscheidungen des Portfoliomanagers betrachtet werden. Veränderungen beim aktiven Anteil eines Fonds kann eine Indikation sein, dass sich der Investmentprozess verändert hat.

Interpretation: Die Veränderung des Active Share ist nicht immer durch den bloßen Blick auf die Zahlen deutbar. So kann ein Anstieg des Active Share als gut angesehen werden, wenn sich ein Fonds von der Benchmark emanzipiert und damit aktiver wird. Es kann aber auch bedeuten, dass ein Fonds seine Kapazitätsgrenze erreicht hat und sich in anderes Marktsegment bewegt, das nicht in dem Index vertreten ist. Ein Small-Cap Fonds, der stark gewachsen ist, könnte also verstärkt auf liquide Standardwerte setzen, was eine Abweichung zur Small-Cap Benchmark mit sich bringt – was kritisch gesehen werden könnte. Umgekehrt kann ein Rückgang beim Aktive Share ein Hinweis darauf sein, dass sich ein Fonds seiner Benchmark annähert. Aber vielleicht wird das dadurch bewirkt, dass Zuflüsse untergebracht werden müssen und das nur durch den Kauf von größeren Aktien einhergeht? Daher müssen alle Änderungen im Aktive Share verstanden werden, um die Natur der Veränderungen zu ergründen.

Die komplette Studie Evaluating Capacity and Liquidity for Equity Strategy als PDF-Dokument.

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