Fed-Zinserhöhung dürfte die Wirtschaft kaum beeinträchtigen

eff Schulze, Head Investment Strategist beim Franklin Templeton Institute
FED

Wir gehen davon aus, dass die Fed am Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte auf 3,75–4,00 % anheben wird, bedingt durch den jüngsten Ölpreisanstieg, einen starken Arbeitsmarktbericht und solide Inflationsdaten für August.

15.09.2026 | 13:42 Uhr

Eine Anhebung würde die seit Jackson Hole erfolgte restriktive Neuausrichtung von Vorsitzendem Warsh bekräftigen und seine Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Inflation sowie seine Unabhängigkeit von der Regierung unterstreichen. Da die Fed-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von über 90 % für eine Zinserhöhung im September einpreisen – und die Inflation nun seit 65 Monaten in Folge über dem Ziel liegt –, hat der Ausschuss kaum Spielraum, die Erwartungen zu enttäuschen. Würde er die aktuellen Markterwartungen nicht erfüllen, bestünde die Gefahr eines ungeordneten Ausverkaufs am langen Ende der Zinskurve.

Wir gehen davon aus, dass die Pressekonferenz eng an der Botschaft von Jackson Hole anknüpfen wird: Warsh wird die Zinserhöhung als Beweis dafür darstellen, dass der Ausschuss seinen Worten Taten folgen lässt, erneut bekräftigen, dass es keinen vorgezeichneten geldpolitischen Kurs gibt, und sich weigern, sich auf eine bestimmte Anzahl künftiger Zinserhöhungen festzulegen. Wir erwarten, dass der Median des SEP eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr und keine im Jahr 2027 vorhersagt. Zwar bleibt die Umsetzung des vom Markt implizierten Zinserhöhungspfads ungewiss, doch dürfte eine einmalige Anhebung um 25 Basispunkte die Wirtschaft kaum nennenswert beeinträchtigen, da AI-bezogene Investitionsausgaben relativ zinsunempfindlich sind. Wir sehen daher nur ein begrenztes kurzfristiges Risiko für die Arbeitslosigkeit oder die Vermögenspreise.

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