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Warum ETFs für Privatanleger nicht immer geeignet sind

ETFs haben unbestritten einige Vorteile. Logisch. Aber: Für viele private Anleger sind sie nicht unbedingt die Offenbarung. Berater sollten die folgenden Thesen zumindest  erwägen. 

23.06.2017 | 11:40 Uhr

ETFs haben unbestritten einige Vorteile. Logisch. Aber: Für viele private Anleger sind sie nicht unbedingt die Offenbarung. Berater sollten die folgenden Thesen zumindest erwägen.

ETF
  1. Durchschnitt: ETFs investieren in  einen Index. Dieser bildet den Durchschnitt verschiedener Aktien, Renten etc. ab. Den Durchschnitt! Welche Ärztin, welcher Lehrer, Maurer, Erzieher möchte schon einen durchschnittlichen Job machen, eine durchschnittliche Ehe führen, ein durchschnittliches Leben haben? Und wer möchte eine durchschnittliche Altersvorsorge? Eigentlich kaum jemand. Viele zieht es in der Realität doch hin zu individuellen Lebensentwürfen. Warum sollen diese Menschen dann mit Durchschnitts-Investments langfristig zufrieden sein? Wenn der Trend zum Individualismus und gleichzeitig zum gesünder Älterwerden anhält, braucht es mehr als den Durchschnitt, damit die private Altersvorsorge bestehende Lücken schließen kann. Andernfalls produzieren ETF-Berater eine letztlich unzufriedene „lost-generation“ (vgl: Gertrude Stein, „The making of Americans“, 1902-1911)
  2. Kosten: Verbraucherverbände propagieren, es ginge vor allem um die Kosten. Mit Verlaub: Die spielen eine Rolle, mehr aber nicht. Wichtig sind bei Fonds auch das Konzept, der Markt, die Informationen des Managers, sein Wissen und Können, seine Aus- und Weiterbildung, sein Team, die Faktoren, die ihm Druck machen, das Research, das Reporting usw. Beispiel: Globale Aktienfonds – 25 Jahre im Vergleich, also von Juni 1992 bis Juni 2017: Beste Performance: 997%. Danach viele Fonds mit 700-800%. Die Benchmark: 595%. Und das, wohlgemerkt, nach Abzug der laufenden Kosten (Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS). Liebe Verbraucherschützer: Wieso nicht die Mühe machen, die kommenden Fonds-Outperformer zu finden und zu begleiten? Das könnte eine Menge Probleme lösen (ggf. auch in Ihren Etats) und vor allem: Es wäre gerecht. Im Sinne einer eher linken Ideologie, die dieses Streben nach Outperformance ausschließlich beim Mittelstand und bei „den Reichen“ lokalisiert.
  3. Asset-Allokation: Wer macht für die Privatanleger eigentlich die Asset-Allokation, wenn Sie ETFs kaufen? Richtig: Meist sie selbst. Viel Glück dabei! Manchmal sind es auch Berater, die unterstützen oder Wissenschaftler (bei Robo-Advisors z.B.). Doch auch hier gilt: Soll diese Kompetenz irgendeinen Wert haben, muss sie auch was kosten. Diese Kosten erscheinen bislang zu selten. Ich behaupte, das übliche Standardmodell mit 5 Anlegertypen und 5 ETF-Depots bringt es für immer komplexer werdende Anleger-Lebensläufe auf Dauer nicht. Besser als jahrzehntelanges Festgeldsparen dürften die Ergebnisse schon sein. Das reicht aber nicht. Siehe 1.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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