

Zwei Wahrheiten passen derzeit nicht so recht zusammen. Die eine: Die Zahlen stimmen. Die Unternehmensgewinne liefern. Gleichzeitig entspannt sich die Inflation und zudem lässt der Zinsdruck nach. Die andere: Fast alle sind sich bereits einig, dass es so weitergeht. Und genau das sollte aufhorchen lassen.
26.08.2026 | 09:29 Uhr
2. Was bedeutet das für Anleger? Fangen wir mit den Fakten an. Rund 90 Prozent der
S&P-500-Konzerne haben ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt,
die Gewinne sind laut Factset im Jahresvergleich um 47 Prozent
gestiegen – das siebte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.
Unser CIO Frank Fischer nennt das „Femo“, fabulous earnings momentum.
Kein Bauchgefühl, sondern eine Serie harter Fakten. Dazu kommt: Die
US-Kerninflation kletterte im Juli nur um 2,5 Prozent, die niedrigste
Rate seit März 2021. Die Terminmärkte preisen eine Fed-Zinserhöhung im
September nur noch mit rund 35 Prozent ein. Weniger Zinsdruck heißt
weniger Gegenwind für Aktien. Jetzt der zweite Teil der Geschichte und da wird es richtig spannen:
Einmal im Monat befragt die Bank of America rund 200 Fondsmanager, die
zusammen mehr als 500 Milliarden Dollar verwalten. Der Titel der
August-Umfrage lautet lapidar: „The Noes Have It“ – die Neinstimmen
haben die Mehrheit. Keine Konjunkturlandung, keine Fed-Zinserhöhung,
keine gekürzten KI-Investitionen, kein demokratischer Wahlsieg, keine
Bären. 56 Prozent der Fondsmanager erwarten für die Weltwirtschaft überhaupt
keine Landung – ein neuer Rekord. 43 Prozent rechnen sogar mit einem
„Boom“. Die Aktienquote der Profis ist auf netto 56 Prozent
übergewichtet gesprungen, der höchste Stand seit November 2021. Und die
Cash-Quote? Auf 3,5 Prozent gefallen, der sechstniedrigste Wert seit
Beginn der Umfrage 1998. Klingt nach ungetrübtem Vertrauen. Ist aber vor allem eines: ein
Warnsignal. Sowohl die BofA Cash Rule als auch der Bull & Bear
Indikator stehen inzwischen auf „Verkaufen“. Historisch war das selten
der richtige Moment, um weiter aufzustocken. Rallys sterben selten an ihrem Alter. Sie sterben, wenn die
Fundamentaldaten kippen – und davon ist derzeit nichts zu sehen. Aber
sie geraten auch ins Stolpern, wenn niemand mehr übrig ist, der
zusätzlich kaufen könnte. Wenn fast alle Fondsmanager schon investiert
sind, fast alle in dieselbe Richtung schauen und die Cash-Reserven auf
einem der niedrigsten Stände seit 28 Jahren liegen, dann fehlt genau
diese Reserve für viele weitere neue Käufe. Auch die Trades selbst zeigen diese Ambivalenz. Long-Positionen in
globalen Halbleiterwerten bleiben der meistgenannte Trade, wenn auch mit
53 Prozent deutlich weniger deutlich als im Vormonat. Gleichzeitig gilt
eine „KI-Blase“ weiterhin als größtes Marktrisiko. Und Europa? Bleibt der interessanteste Widerspruch von allen. Während
die US-Übergewichtung der Profis so hoch ist wie seit Dezember 2024
nicht mehr, notieren europäische Aktien laut JP Morgan Asset Management
mit einem Bewertungsabschlag von rund 35 Prozent gegenüber den USA –
teils bis zu 60 Prozent auf Sektorebene. Das ist kein reiner
Branchen-Effekt, das ist eine Anomalie. Und Anomalien sind für geduldige
Investoren am Ende meist eine Einladung, keine Warnung. Deshalb haben
wir die Portfolios unserer Mandate stärker Richtung Europa ausgerichtet
und das auch schon vor geraumer Zeit – mit Titeln wie SAP, Allianz,
Münchener Rück, Computacenter oder Storebrand, ohne dabei den USA den
Rücken zu kehren. Erstens: Die Fundamentaldaten tragen die Rally noch. Sieben Quartale
zweistelliges Gewinnwachstum sind kein Zufall, und nachlassender
Zinsdruck ist mehr wert als jede Schlagzeile über geopolitische Risiken. Zweitens: Extreme Stimmung ist kein Fundamentalfaktor, aber ein
zuverlässiger Kontraindikator. Wenn Cash-Quote und
Bull-&-Bear-Indikator gleichzeitig auf „Verkaufen“ stehen, ist das
ein Hinweis, selektiver statt euphorischer zu werden – nicht, sofort
auszusteigen. Drittens: Der Bewertungsabschlag Europas gegenüber den USA ist kein
Dauerzustand. 35 Prozent Rabatt, teils 60 Prozent auf Sektorebene –
solche Lücken schließen sich irgendwann. Wer dort ansetzt, kauft
Substanz, während andere dem overcrowded Trade hinterherlaufen. Der Optimismus an den Börsen wird nicht dadurch widerlegt, dass er
falsch wäre. Er wird dadurch gefährlich, dass er sich selbst die
Grundlage entzieht. Kein Grund zur Panik. Aber auch keiner, um jetzt
sorgloser zu werden.Inhaltsverzeichnis
Zwei Wahrheiten, ein Bild
Was bedeutet das für Anleger?
Häufige Fragen: Wenn der Optimismus selbst zum Risiko wird
Zu
viel Optimismus kann zum Risiko werden, wenn bereits ein großer Teil
der Anleger investiert ist und kaum noch zusätzliche Käufer zur
Verfügung stehen. Aktuell sind Fondsmanager stark in Aktien
übergewichtet, während ihre Cash-Quote auf 3,5 Prozent gefallen ist. Das
spricht nicht automatisch für fallende Kurse, erhöht aber die
Anfälligkeit des Marktes für Enttäuschungen und Rückschläge. Die
Fundamentaldaten bleiben grundsätzlich positiv. Die Gewinne der
S&P-500-Unternehmen sind im zweiten Quartal laut Factset deutlich
gestiegen, während sich gleichzeitig die Inflation entspannt und der
Zinsdruck nachlässt. Diese Kombination unterstützt den Aktienmarkt
weiterhin, auch wenn die extreme Anlegerstimmung zu mehr Selektivität
mahnt. Eine
sehr niedrige Cash-Quote zeigt, dass viele professionelle Anleger
bereits stark investiert sind. Mit 3,5 Prozent liegt sie derzeit auf
einem der niedrigsten Niveaus seit Beginn der Bank-of-America-Umfrage im
Jahr 1998. Damit sinkt das verfügbare Kapital für zusätzliche
Aktienkäufe. Gleichzeitig stehen sowohl die BofA Cash Rule als auch der
Bull-&-Bear-Indikator auf „Verkaufen". Europäische
Aktien werden laut J. P. Morgan Asset Management mit einem
Bewertungsabschlag von rund 35 Prozent gegenüber US-Aktien gehandelt. In
einzelnen Sektoren beträgt der Abschlag sogar bis zu 60 Prozent. Für
langfristig orientierte Anleger können solche Bewertungsunterschiede
Chancen bieten, insbesondere wenn solide Unternehmen zu attraktiveren
Preisen verfügbar sind. Die
aktuelle Marktlage spricht nicht für einen pauschalen Ausstieg aus
Aktien, sondern für mehr Selektivität. Solide Gewinnentwicklung und
nachlassender Zinsdruck stützen die Märkte weiterhin. Gleichzeitig
mahnen die hohe Aktienquote professioneller Investoren und die niedrigen
Cash-Bestände dazu, Euphorie zu vermeiden und stärker auf Bewertung,
Qualität und regionale Chancen zu achten.Warum kann zu viel Optimismus an der Börse zum Risiko werden?
Wie sind die fundamentalen Aussichten für Aktien im August 2026?
Warum ist die niedrige Cash-Quote der Fondsmanager ein Warnsignal?
Warum könnten europäische Aktien derzeit besonders interessant sein?
Was bedeutet die aktuelle Marktlage für Anleger?
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das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Die
Shareholder Value Management AG ist im Rahmen der Anlageberatung gem. § 2
Abs. 2 Nr. 4 WpIG des Fonds ausschließlich auf Rechnung und unter der
Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH, Heidenkampsweg 73,
20097 Hamburg tätig. Die NFS ist ein Wertpapierinstitut gem. § 2 Abs. 1
WpIG und verfügt über die erforderlichen Erlaubnisse der Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Bei
den dargestellten Szenarien handelt es sich um eine Schätzung der
zukünftigen Wertentwicklung, die auf Erkenntnissen aus der Vergangenheit
über die Wertentwicklung dieser Anlage und/oder den aktuellen
Marktbedingungen beruht und kein exakter Indikator ist. Wie viel Sie
tatsächlich erhalten, hängt davon ab, wie sich der Markt entwickelt und
wie lange Sie die Anlage/das Produkt halten.
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